August Deusser. 1870 - 1942

Kunst für immer - und immer nur Kunst!

30. November - 19. April 2020

August Deusser (1870 Köln - 1942 Konstanz), Selbstbildnis im blauen Rock (Selbstbildnis 1911, Selbstporträt III), 1911, Öl auf Leinwand, 73,5 cm x 50,0 cm© Deusser-Stiftung Bad Zurzach
August Deusser (1870 Köln - 1942 Konstanz), Selbstbildnis im blauen Rock (Selbstbildnis 1911, Selbstporträt III), 1911, © Deusser-Stiftung Bad Zurzach 

Der Kölner Maler August Deusser, 1870 in Köln geboren und 1942 in Konstanz am Bodensee gestorben, zählte in den künstlerisch bewegten Jahren zwischen der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und dem Ersten Weltkrieg zu den herausragenden Vorkämpfern für die Durchsetzung der Moderne im Rheinland.

Erste Erfolge feierte Deusser ab 1897 mit seinen Historien- und Militärgemälden. Vor allem die Darstellung von Kavallerie-Soldaten bei ihren militärischen Übungen faszinierte ihn, das Thema Pferd und Reiter sollte ihn lebenslang beschäftigen. 1902 heiratete er die vermögende Malerin Elisabeth Eugenie Albert. Von nun an war er finanziell unabhängig und wandte sich einer impressionistisch beeinflussten Freilichtmalerei zu. Aus dieser Umorientierung erwuchs zugleich sein entschiedenes kulturpolitisches Engagement.

Von zentraler Bedeutung wurde 1908 der Sonderbund, eine Ausstellungsinitiative, die er zusammen mit Julius Bretz, Max Clarenbach, Walter Ophey, Wilhelm Schmurr und anderen ins Leben rief. Bis 1911 fanden die jährlichen Ausstellungen des Sonderbund‘ in Düsseldorf statt und erregten aufgrund der neuartigen Präsentation und durch den Einbezug französischer Avantgardekünstler Aufsehen. Da die Stadt Düsseldorf eine weitere Ausrichtung der Ausstellung verweigerte, wurde die letzte, epochemachende Sonderbund-Ausstellung 1912 in Köln durchgeführt.

In die Sonderbundjahre fällt auch die bedeutendste Schaffensphase von August Deusser. Ohne sich vom Gegenstand zu lösen, entwickelte er in Anlehnung an die Kunst des Neoimpressionismus, der Fauves und Cézannes eine eigenständige künstlerische Handschrift.

1917 wurde August Deusser außerordentlicher Professor für Historienmalerei an der Düsseldorfer Kunstakademie, musste sein Amt jedoch 1924 aus gesundheitlichen Gründen niederlegen und gab seine künstlerische Tätigkeit 1930 ganz auf.

Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Schweizer Deusser-Stiftung und dem Museum Goch am Niederrhein entstand, zeigt August Deussers künstlerische Entwicklung und legt den Schwerpunkt der Präsentation auf die für den Maler und Kunstpolitiker bedeutsamen Jahre 1908 bis 1912. Werke seiner engsten Weggefährten des Düsseldorfer Sonderbund‘ werden in die Darstellung einbezogen.
 
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Beruf: Künstlerin!

Zehn deutsche Malerinnen am Bodensee

9. Mai bis 30. August 2020

Agnes Susanne Scheurmann (1881-1974);ohne Titel (Birken im Mondschein); 1908; Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz
Agnes Susanne Scheurmann (1881-1974);ohne Titel (Birken im Mondschein); 1908; Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz

Mit der Gründung der Weimarer Republik wurde erstmals die rechtliche Gleichstellung von Männern und Frauen festgeschrieben. Von nun an mussten nicht nur Universitäten, sondern auch Kunsthochschulen Frauen zum Studium zulassen. Seit dem 19. Jahrhundert war die Zahl professionell arbeitender Künstlerinnen stetig gestiegen, doch sie hatten mit vielfältigen gesellschaftlichen und privaten Widerständen zu kämpfen. Auch an den deutschen Ufern des damals noch weitgehend ländlichen Bodensees waren zahlreiche talentierte Künstlerinnen tätig.

In ihrer Sommerausstellung rückt die Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz zehn von ihnen in den Fokus – sie alle folgten entschlossen ihrer Berufung und machten die Kunst zu ihrem Beruf.
 
Die 1791 in Konstanz geborene Marie Ellenrieder ist die älteste der vorgestellten Künstlerinnen. Sie war als Portraitistin und Malerin religiöser Bilder erfolgreich. Im Gegensatz zu ihren Kolleginnen Elise Brunner, Berta Dietsche und Amalie Vanotti, die in den 1850er-Jahren ebenfalls in Konstanz geboren wurden und deren Bildnisse, Landschaften und Stillleben von solidem Können zeugen, ist Marie Ellenrieder bis heute unvergessen.

Über Agnes Susanne Scheuermann, die 1904 den Schriftsteller und Maler Erich Scheurmann geheiratet hatte und mit ihm auf die entlegene Bodenseehalbinsel Höri gezogen war, ist wenig bekannt. Sie kam, wie auch Ilna Ewers-Wunderwald, als Autodidaktin zur Kunst. Ihre kleinformatigen Aquarelle bestechen durch ihre märchenhaften Inhalte. Das Werk der weitgereisten, vielseitigen Künstlerin Ilna Ewers-Wunderwald wurde erst vor kurzem wiederentdeckt. Sie hatte sich 1939 an den Bodensee zurückgezogen, wo im Stillen ihr eindrückliches abstraktes Spätwerk entstand.

Auch Gertraud Herzger von Harlessem verschlugen die Wirren des Krieges 1942 an den See. Die u.a. an der Itten-Schule in Berlin Ausgebildete hatte den Maler Walter Herzger geheiratet, der die künstlerische Tätigkeit seiner Frau nicht gern sah und zeitweilig sogar zu unterbinden suchte.

Die stets auf ihre Unabhängigkeit bedachte Katharina Weissenborn zog es bereits vor dem Ersten Weltkrieg in ferne Länder. Ihre exotischen Erlebnisse hielt sie in Bildern und Büchern fest. Auch Elisabeth Mühlenweg und Nelly Dix waren vielseitig tätig. Trotz ihrer sieben Kinder malte die an der Wiener Kunstakademie ausgebildete Elisabeth Mühlenweg unermüdlich, arbeitete als Illustratorin, bastelte Spielzeug, stickte und webte. Enge Freundschaft verband sie mit der dreizehn Jahre jüngeren Nelly Dix, Tochter des Malers Otto Dix. Die Autodidaktin schuf kleinformatige, von überschäumender Erzählfreude inspirierte Bilder, daneben verfasste sie Geschichten und Theaterstücke.
 
Zur Ausstellung erscheint eine Zeitung.
 

Luft, Licht und Farbe

Die Malerei der süddeutschen Impressionisten

12. September 2020 bis 10. Januar 2021

Bernhard Buttersack (1858-1925); Mädchen in Blumenwiese vor Weiden; 1909; Gemäldegalerie Dachau
Bernhard Buttersack (1858-1925); Mädchen in Blumenwiese vor Weiden; 1909; Gemäldegalerie Dachau

Zwei Jahrzehnte nach dem Aufkommen des impressionistischen Stils in Frankreich begannen sich auch deutsche Künstler mit der neuen Malerei auseinander zu setzen. Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt und ihre Mitstreiter in der 1898 gegründeten Berliner Secession traten mit ihren Werken gegen den von Kaiser Wilhelm II. geschätzten Akademismus an und zählen heute zu den Hauptvertretern des deutschen Impressionismus.

Doch auch in anderen Regionen des Landes etablierte sich der neue Stil, denn die zunehmende Industrialisierung führte zu einer allgemein veränderten Haltung gegenüber der Natur, förderte eine differenziertere Wahrnehmung der Umwelt und begründete damit auch ein neues Verständnis von den Aufgaben und Mitteln der Kunst. Im Gegensatz zum hellen, durch lichtvolle Farbnuancierungen geprägten französischen Impressionismus setzt die deutsche Spielart dieser Kunstrichtung vielfach andere Akzente – oftmals bedient sie sich einer weniger lichten Farbpalette und betont stattdessen das Atmosphärische. Für die süddeutschen Maler standen vor allem die Landschaft, Tier und Mensch im Zentrum der Auseinandersetzung.

Die Konstanzer Ausstellung rückt erstmals explizit impressionistische Künstler aus dem süddeutschen Raum in den Fokus. Ausgehend von den in dieser Region dominanten Kunststädten München, Karlsruhe und Stuttgart versammelt sie rund 80 Gemälde und zeigt Werke von rund 30 prominenten und weniger bekannten Künstlern wie Bernhard Buttersack, Maria Caspar-Filser, Lovis Corinth, Ludwig Dill, Carlos Grethe, Adolf Hölzel, Christian Landenberger, Max Liebermann, Leopold von Kalckreuth, Friedrich Kallmorgen, Hans Molfenter, Hermann Pleuer, Leo Putz, Otto Reiniger, Gustav Schönleber, Max Slevogt, Wilhelm Trübner, Robert Weise, Albert Weisgerber, Fritz von Uhde, Heinrich Zügel und anderen.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Gemäldegalerie Dachau.
Es erscheint ein Katalog.