Brücke zwischen Europa und China

Unternehmensnetzwerk am China-Zentrum der HTWG – Informeller Austausch über aktuelle Fragen der Wirtschaftszusammenarbeit zwischen China und Europa

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Seit 20 Jahren bildet die HTWG Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung Studierende im Studiengang Wirtschaftssprachen Asien und Management mit dem Schwerpunkt China für die Zusammenarbeit mit und die Arbeit in China aus. Seit drei Jahren setzt sich zudem gefördert vom Bundesforschungsministerium ein „China-Zentrum“ für den Ausbau der Chinakompetenz von Hochschulangehörigen und externen Interessierten ein. Am China-Zentrum ist nun das Unternehmensnetzwerk „China Center Business Network“ angedockt. Ziel des für alle Interessierten offenen Netzwerks ist der informelle Austausch über aktuelle Fragen der Wirtschaftszusammenarbeit zwischen China und Europa. „Wir können alle voneinander lernen – Deutsche und Chinesinnen und Chinesen“, hat Prof. Dr. Christopher Päßler beobachtet. Der Professor für Internationales Management an der HTWG hat viele Jahre in Asien, darunter die meiste Zeit in Shanghai, gearbeitet – in verschiedenen Führungspositionen wie auch als Selbstständiger.

„Wir wollen Brücken bauen“, kündigte Mitinitiator Dr. Claus Knoth bei der Auftaktveranstaltung des Netzwerks an. Es gebe „genügend kritische Punkte, über die man zu China diskutieren muss, aber auch vieles, was man von China lernen kann“, sagte der Managementberater, der selbst Anfang der 90er Jahre in China studiert hat. Als ein Prinzip für den erfolgreichen Austausch im Netzwerk betont er: „Wir wollen nicht über, sondern mit China reden“. Beispielhaft schilderten drei gebürtige Chinesen typische Herausforderungen und Erkenntnisse in der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit: Zum Beispiel die hohe Geschwindigkeit chinesischer Unternehmen, die durch die Entscheidungswege deutscher Partner gezügelt werde. Immer wieder müsse sie chinesische Kooperationspartner ausbremsen, berichtete Xiaoyan Ma, Head of Asia Consulting von Consulting4Drive, „nicht nur samstags, wenn das Unverständnis groß ist, dass ich dann weder Behörde noch Firmenvertreter erreiche.“ Umgekehrt irritierten deutsche Unternehmen die chinesischen Verwaltungsstrukturen, berichtete Robin Tong, General Manager des China Competence Center beim Bundesverband Mittelständischer Wirtschaft Hamburg. „Beide Länder entwickeln sich gut, aber beide können auch voneinander lernen“, sagte Lei Wang vom Verein zur Förderung Chinesischer Unternehmer Niedersachsen (VFCN).

Einig waren sich alle, dass Unkenntnis und das mangelnde Interesse am Anderen die größten Hemmschuhe seien. Dabei sei der Blick in den fernen Osten lohnenswert: „Da passiert gerade so unglaublich viel in so großer Geschwindigkeit – davon können sich viele hier keine Vorstellung machen“, sagte Miriam Theobald, die als Absolventin des Chinastudiengangs der HTWG mit einem ehemaligen Kommilitonen digitale Zukunftstrends in China beobachtet und europäische Firmen beim Markteintritt in China unterstützt. Aber: Ein Großteil der Führungskräfte deutscher Zukunftsbranchen sei noch nie in China gewesen, zitierte Dr. Claus Knoth aus einer Studie zur Erklärung, warum die Dynamik der Entwicklungen in China und ihre nachhaltige Bedeutung so wenig wahrgenommen werden. Umso bedeutender sieht das Netzwerk die Aufgabe, sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und als interkultureller Dolmetscher zu wirken. Zu berichten gibt es viel: „Zahlreiche ehemalige Studierende der HTWG haben inzwischen in China oder in Firmen und Institutionen, die eng mit China kooperieren, Karriere gemacht“, berichtete Dr. Helena Obendiek, Co-Leiterin des China-Zentrums der HTWG. Sie sind genauso wie Interessierte der internationalen Bodenseeregion zum Netzwerk eingeladen. Weitere Informationen auf www.htwg-konstanz.de/chinazentrum.

Interessierte können der Netzwerkgruppe auf LinkedIn beitreten. (https://www.linkedin.com/groups/12531170/).

Die nächste Veranstaltung des Netzwerks findet am 23. Juni 2021, von 12.30 bis 13.30 Uhr online statt. Dann liegt der Fokus auf dem Thema Einkauf in China als Teil einer optimierten Supply Chain.