Konstanz will Von/Einander/Kennen/Lernen

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge stellt hohe Fördersumme in Aussicht

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) fördert ab 2021 innovative Projekte zur Integration von ZuwanderInnen. Der Antrag der Stadt Konstanz mit dem Titel „Von/Einander/Kennen/Lernen“ hat das BAMF jetzt überzeugt: Ab Januar können voraussichtlich über 90.000 Euro Fördermittel in das städtische Modellprojekt fließen.

Im Frühjahr 2020 trat die Kommunikationsagentur „Die Regionauten“ auf Dr. David Tchakoura, Leiter der Stabstelle „Konstanz International“, mit einer Projektidee für den BAMF-Förderschwerpunkt „Leben in einer vielfältigen und offenen Gesellschaft“ heran. Die Idee: TeilnehmerInnen offizieller Integrationskurse treffen auf Konstanzer ZufallsbürgerInnen. Für Tchakoura war sofort klar, dass sich die Stadt Konstanz hier bewerben sollte. Denn er ist überzeugt: „Erst wenn wir die kulturelle Vielfalt als Normalität und Integration in Konstanz als Gemeinschaftsaufgabe verstehen, verringern wir Ressentiments, Konflikte und Populismus und nutzen das Potenzial einer vielfältigen, veränderungsfreudigen und resilienten Einwanderungsgesellschaft.“

Gemeinsam mit den Regionauten sowie den Theatermacherinnen Heinke Hartmann und Hilde Schneider entwickelte Tchakoura das Konzept zu „Von/Einander/Kennen/Lernen“ und reichte im Juni den offiziellen Förderantrag ein. Im Sommer 2021 soll das Projekt mit interaktiven „Integrations-Kursen“ starten, denen ein „Internationales Konzil“ Ende 2021 sowie ein gemeinsamer Auswertungs-Workshop Mitte 2022 folgen. Um die Wirkung und den Erfolg des Projektes messen zu können, wird die Stadt außerdem die methodisch-empirische Expertise der Universität Konstanz hinzuziehen.

Bürgermeister Dr. Andreas Osner ist begeistert von diesem Erfolg und skizziert das Anliegen des Projekts: „Wir wollen, dass unsere Werte wie Zusammenhalt und respektvoller Umgang mit Diversität nicht nur in Konzepte und Papiere Eingang finden, sondern tatsächlich gelebt werden. Dafür ist das Projekt super! Die TeilnehmerInnen lernen, was sozialer Zusammenhalt in unserer internationalen Stadt konkret bedeutet: Nämlich als ein Aufeinander zugehen und als Aufgabe der gesamten Stadtgesellschaft. Damit können sie einen gemeinsamen Wertekodex verhandeln und die Erfahrungen in Ihren Alltag mitnehmen.“ Aktuell läuft die letzte formale Prüfung beim BAMF, die Stadt rechnet mit einem Projektstart im Januar 2021.

(Erstellt am 14. Dezember 2020 12:29 Uhr / geändert am 14. Dezember 2020 12:31 Uhr)