Energieversorgung in Konstanz

Infos zur aktuellen Lage, Maßnahmen der Stadt und Energiespartipps

Gasspeicherkugel vor einem abendroten Himmel
Bild: Stadtwerke Konstanz

Die derzeit herrschende Energiekrise ist ein weltpolitisches Thema. Auch die Stadt Konstanz bereitet sich auf einen möglichen Energieversorgungsengpass in den kommenden Wintermonaten vor und setzt Maßnahmen um, um Energie einzusparen .

Die Energiekrise betrifft jedoch alle, vom Unternehmen bis zum privaten Haushalt. Um diese Krise gemeinsam zu meistern, appelliert Oberbürgermeister Uli Burchardt daher an die Konstanzerinnen und Konstanzer, den eigenen Verbrauch zu hinterfragen und auch im Betrieb und im eigenen Zuhause all jene Stellen auszumachen, an denen eingespart werden kann. Erste Tipps zum Energiesparen sind unten auf dieser Seite zusammengestellt.


Mit folgendem Video wendet sich OB Burchardt an die Konstanzerinnen und Konstanzer:

Infos zur aktuellen Lage

Bereits seit mehreren Monaten steigen die Preise für Energie, und durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine spitzt sich die Situation auf den Energiemärkten weiter zu. Klar ist, dass die Preise für Strom und Erdgas in naher Zukunft steigen – derzeit gehen die Stadtwerke von einer Verdoppelung der Gaspreise und einem deutlichen Anstieg der Strompreise aus.

„Wir haben in den vergangenen Monaten zu den günstigsten Versorgern auf dem deutschen Markt gehört“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Norbert Reuter. „Das liegt an der vorausschauenden Einkaufspolitik der Stadtwerke. Die Mengen, die wir benötigen, kaufen wir frühzeitig ein. Die Beschaffung zieht sich über einen Zeitraum, der mehrere Jahre beinhalten kann. Daher ist es den Stadtwerken in der Vergangenheit weitgehend gelungen, die Preise stabil zu halten.“ Aber die Marktpreise haben sich teilweise verfünffacht. Davon werden die KundInnen bald betroffen sein, wenn die neuen Preise festgelegt werden. VerbraucherInnen sollten künftig erhöhte Abschlagszahlungen für Strom und Erdgas bei der privaten Haushaltsplanung berücksichtigen.

Gasmangellage nicht ausgeschlossen

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat die Alarmstufe im Notfallplan für die Gasversorgung ausgerufen. Grund dafür sind gedrosselte Lieferungen aus Russland. Eine Gasmangellage während der nächsten Heizperiode ist nicht ausgeschlossen. Daher ist es jetzt besonders wichtig – nicht nur aus Klimaschutzgründen –, den eigenen Energieverbrauch zu reduzieren. Jeder Beitrag zählt!

Was tut die Stadt?

Die Stadt Konstanz erarbeitet derzeit einen Notfallplan, der Maßnahmen und Kriterien für unterschiedliche Eskalationsstufen aufzeigt. Angesichts des drohenden Energieversorgungsengpasses werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, mit denen in den städtischen Liegenschaften Energie eingespart werden könnte.

Aktuelle Maßnahmen:

  • Die Stadt beginnt mit der Heizperiode für die städtischen Liegenschaften pauschal erst im Oktober.
  • Die Heizkurve wird zudem heruntergefahren, die Raumtemperatur wird für alle städtischen Liegenschaften, also auch Schulen/Kitas, auf 19 Grad reduziert. Das Mitbringen privater Heizelemente ist untersagt.
  • Das Warmwasser in den Verwaltungsgebäuden wird mit sofortiger Wirkung abgestellt.
  • Der Bäderbeirat hat sich darauf verständigt, dass das 50-Meter-Außenbecken der Therme nicht mehr beheizt wird.
  • Am 21. Juli hat der Gemeinderat folgendes beschlossen: Ergibt sich die Situation, dass die von Russland zugesagten Lieferungen so erfolgen, dass Speicher entsprechend der Vorgaben des Bundeswirtschaftsministerium gefüllt werden können, bleiben alle Einrichtungen der BGK geöffnet. Erfolgen die Lieferungen nicht oder in einer reduzierten Menge, sodass Speicher nicht vollständig gefüllt werden können, werden zunächst das Thermalbad und die Sauna geschlossen. Ferner bleibt bei dieser Situation das Hallenbad am Seerhein geschlossen; dort geplante Schul- und Vereinsschwimmen wird über den Zeitraum der Schließung in das Schwaketenbad verlagert. Geschlossene Einrichtungen werden dann wieder geöffnet, wenn dauerhaft keine Gasmangellage mehr besteht.


Auch im elektrotechnischen Bereich werden aktuell weitere Maßnahmen abgestimmt, um Strom einzusparen. So wird z. B. die Anleuchtung aller städtischen Gebäude, Brunnen usw. zu Beginn der zweiten Augustwoche eingestellt. Weiterhin wird geprüft, wo die Straßenbeleuchtung reduziert werden könnte.

Insbesondere im Hinblick auf den Klimaschutzaspekt hat die Stadt das Thema Energiesparen schon lange im Fokus. Die Energiewende, sprich die zunehmende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, ist für die städtischen Klimaschutzziele einer der Schlüsselfaktoren. Im Bereich der nachhaltigen Energieversorgung wurden daher schon zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, u.a. die Solarpflicht bei Neubauten, der Photovoltaikausbau, energetische Sanierungen der Schulgebäude und die Einführung eines Energiemanagements.

Was kann ich tun? – Energiespartipps

Mit einfach umzusetzenden Tipps gelingt es, den Strom- und Wärmebedarf im eigenen Haushalt und damit auch Kosten zu senken.

Tipps für den Bereich Wärme, Warmwasser und Heizen

  • Viele heizen ihre Wohnung im Winter zu sehr: Zwischen 20 und 22 Grad reichen aus – dabei spart jedes Grad niedrigere Raumtemperatur rund sechs Prozent der Heizkosten. Wer die Raumtemperatur nachts auf 16 bis 18 Grad senkt, spart leicht 20 bis 30 Prozent Energie. Gleiches gilt, wenn die Wohnung für einige Zeit nicht bewohnt wird.
  • Heizkörper sollten möglichst frei sein, also nicht durch Vorhänge oder Möbel verdeckt werden.
  • Regelmäßig stoßlüften statt Fenster dauerhaft gekippt lassen.
  • Die Energiekosten für ein Vollbad sind ungefähr dreimal höher als beim Duschen.
  • Einen Sparduschkopf verwenden, kürzer und ein wenig kühler duschen, spart ebenfalls Energie, die zur Erwärmung des Wassers benötigt wird.

Tipps für den Bereich Strom

  • Die Waschmaschine sollte immer voll beladen sein.
  • Statt im Trockner kann die Wäsche auf der Leine in der Sonne trocknen.
  • Waschmaschine und Geschirrspüler im Eco-Modus laufen lassen, dauert zwar länger, spart aber Energie.
  • Beim Kochen Topfdeckel und für die Töpfe die Herdplatte der passenden Größe nutzen. Ist die Herdplatte größer als der Topf, geht wertvolle Wärme verloren.
  • Toaster, Wasser- und Eierkocher verbrauchen rund 40 Prozent weniger Energie als eine Herdplatte.
  • Im Vergleich zu anderen Leuchtmitteln benötigen LED bis zu 80 Prozent weniger Energie – und halten dabei acht- bis zehnmal so lange.
  • Bei der Anschaffung von Haushaltsgroßgeräten sollte man auf Energieeffizienz achten.

Außerdem gut fürs Klima

  • Zu regenerativen Energie-Angeboten wechseln und Ökostrom beziehen.
  • Als EigentümerIn das Haus dämmen lassen und eine Solaranlage auf dem Dach installieren.
  • Beratungsangebote nutzen, z.B. der Energieagentur Kreis Konstanz und der Stadtwerke.
(Erstellt am 27. Juni 2022 17:47 Uhr / geändert am 05. August 2022 13:18 Uhr)