Stadt knackt Hürde beim European Energy Award 2021

Bewerbung für „Gold“-Auditierung im Frühjahr 2022 möglich

Grafik: Vergleich der eea-Bewertung 2019 mit 2021

Goldene Aussichten für Konstanz: Die Stadt hat das externe Audit 2021 im European Energy Award (eea) mit 76,8 % der erreichbaren Punkte abgeschlossen und damit das beste Ergebnis seit Beginn der Teilnahme im Jahr 2008 erzielt. Beim eea handelt es sich um ein europaweites Benchmark-System, um Fortschritte im kommunalen Klimaschutz unabhängig messbar zu machen. Im Gegensatz zur internen Auditierung erfolgt die externe Auditierung alle vier Jahre durch einen Auditor aus einem anderen Bundesland, was eine besondere Unabhängigkeit gewährleistet.

Zum ersten Mal über 75 %

Erstmals in der nun schon deutlich über zehn Jahre währenden Konstanzer „eea-Geschichte“ hat die Kommune die 75 %-Marke überschritten, das bisherige Maximum lag 2019 bei 64,4 %. Damit ist die Bewerbung für eine separate „Gold-Auditierung“ möglich, die voraussichtlich im zweiten Quartal 2022 im Beisein eines deutschen und eines internationalen Auditors durchgeführt wird. Nicht nur wurde diese entscheidende Hürde genommen – mit der Verbesserung um mehr als 10 Prozentpunkte im Vergleich zum letzten Audit 2019 kann sich die Stadt auch über eine nie zuvor erreichte Steigerung freuen. „Das ist ein toller Erfolg“, freut sich Oberbürgermeister Uli Burchardt. „Er unterstreicht eindrucksvoll unser großes Engagement im Klimaschutz in den letzten beiden Jahren. Wir haben schon viel bewegt – und werden uns noch weiter steigern.“
 
Größeres Potenzial zur Weiterentwicklung besteht gemäß den Auditierungsergebnissen insbesondere noch im Bereich der städtischen Gebäude und Anlagen sowie der Beschaffung und der Kommunikationsstrategie. Die Stärken der Stadt liegen wiederum in folgenden Bereichen: Mobilität, Versorgung (Energie, Wasser) und Entsorgung (Abwasser, Müll) sowie Entwicklungsplanung/ Raumordnung (z. B. strategische Planung und koordinierte Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen oder Klimaschutzanforderungen an Neubaugebiete).

Ausruhen kann sich Konstanz auf dem Ergebnis jedoch nicht: Die eea-Kriterien werden regelmäßig angezogen. Mit dem Maßnahmenkatalog der neuen Klimaschutzstrategie hat sich die Stadt bereits ambitionierte Ziele für die kommenden Jahre gesetzt. Klimaschutzkoordinator Lorenz Heublein fasst die Herausforderung wie folgt zusammen: „Wir befinden uns nun am Beginn eines Umsetzungsjahrzehnts, in dem sich entscheiden wird, ob wir – in Konstanz und darüber hinaus – die notwendigen Beiträge zum Pariser Klimaabkommen leisten oder uns gemäß Trendszenarien in Richtung einer ungebremsten Erderwärmung weiterbewegen. Der Fokus muss auf den unmittelbar bevorstehenden Jahren liegen, da nur eine schnelle Absenkung der Treibhausgasemissionen es ermöglicht, für die am schwierigsten umzusetzenden Maßnahmen noch etwas Luft über 2030 hinaus zu schaffen.“

Der European Energy Award

Der eea ist ein Programm für umsetzungsorientierte Energie- und Klimaschutzpolitik in Städten, Gemeinden und Landkreisen, das turnusmäßig alle zwei Jahre durchgeführt wird. Durch die standardisierte Abfrage wird ein interkommunaler Vergleich ermöglicht. Der eea dient als Steuerungs- und Controlling-Instrument der kommunalen Klimaschutz- und Energiepolitik, mit dem alle klima- und energierelevanten Aktivitäten systematisch erfasst, bewertet und kontinuierlich überprüft werden. Das Instrument unterstützt Kommunen dabei, ihre Stärken, Schwächen und Verbesserungspotenziale systematisch zu identifizieren und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umzusetzen. Grundsätzlich wird ab einem Erreichen von 50 % der möglichen Punkte der eea verliehen. Kommunen, die mindestens 75 % erreichen, haben die Chance, mit dem eea in Gold ausgezeichnet zu werden.

(Erstellt am 12. Januar 2022 08:49 Uhr / geändert am 20. Januar 2022 16:39 Uhr)