Spitalstiftung Konstanz eröffnet eine Wohngemeinschaft für ältere Menschen mit Demenz

Anfang März beziehen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner die WG in der Talgartenstraße 4 in Konstanz. Die „Talgarten-WG“ ist die erste Wohngemeinschaft in der Stadt für Menschen mit einer demenziellen Erkrankung.

Der Aufzug wird in den Schacht eingebracht - rechtzeitig vor der Eröffnung am 1. März (Foto: Spitalstiftung Konstanz).

Damit nimmt die Spitalstiftung eine Tendenz auf, die bundesweit auf dem Vormarsch und nun auch in Konstanz zu finden ist. Stiftungsdirektor Andreas Voß sagt: „Die Stiftung wird gerne ihrer Aufgabe gerecht, mit der gesellschaftlichen Entwicklung zu gehen. Dazu gehört, vielfältige Wohnformen für ältere Menschen anzubieten.“ Es sei auch ein Herzensprojekt gewesen, die WG zu planen, und wurde durch eine großzügige Spende des Altenhilfevereins Konstanz ermöglicht . Der Verein gab den Impuls, eine Wohngemeinschaft für demenziell Erkrankte in Konstanz zu gründen. Es sei eine Idee, welche die Spitalstiftung positiv aufgegriffen habe. „Seitens der Stiftung sage ich herzlichen Dank für die großzügige Unterstützung durch den Altenhilfeverein Konstanz. Der Verein ist ein wunderbarer Partner“, betont Andreas Voß. Auch bedankt er sich für die engagierte Arbeit des beauftragten Architekten Jochen Abshagen. Die Konzeption sei eine Herausforderung gewesen, da auf eine bestehende Bausubstanz wesentlich eingegriffen wurde. Das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend.

Neue Chancen auf dem Pflegemarkt
„Wohngemeinschaften für ältere Menschen werden immer wichtiger“, weiß Annette Bortfeldt, zuständig bei der Spitalstiftung für die Pflegeeinrichtungen. „Nun kommen die Menschen in ein pflegebedürftiges Alter, für die das Leben in WGs keine unbekannte Wohnform ist“.
In der WG gilt das Prinzip der geteilten Verantwortung. Die Gemeinschaft gestaltet den Alltag selbst – als Unterstützung steht eine rund-um-die-Uhr-Betreuung bei allen Belangen zur Verfügung. Die Wohngemeinschaft ist für Personen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf sowie mit Pflegegrad konzipiert. Demenziell erkrankten Personen wird mit diesem Konzept ein Maximum an Freiheit und Selbstbestimmung ermöglicht.
 
Ein vielseitiges Haus
Die Stiftung vermietet die Räume an die Bewohnerinnen und Bewohner und schließt mit ihnen einen Miet- und Betreuungsvertrag ab. Die Pflegeleistungen werden individuell nach Bedarf von einem externen Pflegedienst erbracht. Wer die Kosten nicht selbst tragen kann (sie orientieren sich an den Kosten stationärer Einrichtungen in Konstanz), kann Leistungen der Sozialhilfe für Miete und Betreuungskosten beantragen.
 
Schöne Zimmer, barrierefreie Wohnung
Die 244 qm große Wohnung in der Talgartenstraße 4 befindet sich im 1. Stock einer Villa. Sie wurde von der Stiftung umfangreich, auch bedingt durch den Außenaufzug, umgebaut, modernisiert und an die Bedürfnisse und Erfordernisse älterer Menschen angepasst. Das zentrale Zimmer der Wohnung ist eine große Wohnküche, in der auch gemeinsam gekocht, wird. Die Zimmer sind unterschiedlich groß, von 14 qm bis 19 qm. Die Bäder sind barrierefrei. Die Spitalstiftung hat im Erdgeschoß Wohnungen eingerichtet, die der Hospizverein mieten wird. Dort können Menschen mit einer schweren, finalen Erkrankung wohnen. Das Kulturzentrum K9 wird Büroräume anmieten. Die Wohnungen im Dachgeschoß sind für Beschäftigte der Spitalstiftung vorgesehen, bzw. sind privat vermietet.
Die Stiftung hat erst im vergangenen November eine WG für ältere Menschen im Erich-Bloch-Weg eröffnet.
In beiden Wohngemeinschaften sind noch Zimmer frei. Interessenten erhalten Informationen unter Tel. 07531 801-3001.

(Erstellt am 20. Februar 2019)