Elternbefragung zum Betreuungsbedarf an Grundschulen

Entspricht die Ganztagsbetreuung an Konstanzer Grundschulen noch den Anforderungen der Familien? Um die Frage beantworten zu können, führt das Amt für Bildung und Sport eine Online-Befragung der Eltern durch.

„Gleiche Bildungschancen für alle und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind ganz wesentliche Ziele meines Dezernats. Dafür müssen wir und mit aller Kraft einsetzen. Alle Konstanzer Grundschulkinder sollen die Chance haben, zuverlässig das ganze Jahr ganztags betreut und gefördert zu werden“, so Bürgermeister Dr. Andreas Osner. Um das weiterhin gewährleisten zu können, hat das Amt für Bildung und Sport der Stadt Konstanz eine Elternbefragung konzipiert, um den zukünftigen Bedarf und die Erwartungen der Eltern abzubilden. Die Stadt erhofft sich von der Befragung, den Betreuungsbedarf für Grundschulkinder besser zu verstehen und daraus in Kooperation mit den Kernzeitvereinen wirksame und zukunftsfähige Konzeptionen entwickeln zu können.
 
Alle Konstanzer Eltern mit Kindern zwischen vier und zehn Jahren, werden per Post zu der Befragung eingeladen. Die Teilnahme an der Umfrage ist online zwischen dem 15. November und dem 15. Dezember 2019 möglich und dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Alle anderen Interessierten, die nicht persönlich angeschrieben wurden, können unter https://konstanz-mitgestalten.de/elternbefragung an einer offenen Befragung teilnehmen. Erste Ergebnisse werden im Januar 2020 erwartet. Die Erarbeitung der Befragung erfolgte unter Beteiligung des Gesamtelternbeirats, der Kernzeit- und Schulleitungen sowie der Universität Konstanz.
 
Woraus ergibt der Handlungsbedarf?
Gemäß den Vorausrechnungen wird die Zahl der Kinder in Konstanz in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Dies bringt auch für die Schulkindbetreuung wachsende Herausforderungen mit sich, zum Beispiel hinsichtlich Raumkapazitäten, Gewinnung von pädagogisch geschultem Personal sowie die Gewährleistung einheitlicher, inhaltlicher Standards. Hinzu kommen die steigenden Erwartungen der Eltern: Betreuungskonzepte sollen eine echte Entlastung für Familien bieten. Zudem sind gesellschaftliche Chancen eng mit Bildung und Erwerbstätigkeit der Eltern verbunden. Eine steigende Zahl von Eltern stellt daher die Forderung nach einer qualitativ hochwertigen und an der Berufssituation orientierten Betreuung ihrer Kinder. Seit 2013 haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Anspruch auf einen Krippenplatz und auch die anschließende Unterbringung in einem Kindergarten ist gesetzlich geregelt. Mit dem Schuleintritt verändert sich die Situation, da der Unterricht an Grundschulen in der Regel nur am Vormittag stattfindet. Der Anteil an Ganztagsschulen, die eine Betreuung auch am Nachmittag anbieten, beträgt im Schuljahr 2019/20 lediglich 18 Prozent.

Frank Schädler (Leiter Amt für Bildung und Sport), seine Mitarbeiterinnen Petra Leising und Monika Schmidt, Johanna Vogt (Vorsitzende des Gesamtelternbeirats) und Bürgermeister Dr. Andreas Osner sind gespannt auf die Ergebnisse der Elternbefragung. (Bild: Stadt Konstanz)

Aktuelle Situation in Konstanz
In Konstanz gibt es derzeit zwei Ganztagsschulen im Primarbereich: die Grundschule Berchen und die Grundschule Petershausen (bisher Grundschule Gebhard). Für die Schülerinnen und Schüler an diesen Schulen findet der Unterricht von Montag bis Donnerstag zwischen 8 und 16 Uhr statt. Am Nachmittag gibt es Hausaufgabenbetreuung und Angebote zur Freizeitgestaltung. Die ganztägige Betreuung ist für die Familien kostenfrei, die Teilnahme ist in diesem Rahmen verbindlich.
 
An allen anderen Grundschulen hat sich über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg ein gut funktionierendes Betreuungssystem etabliert, welches durch Förder- oder Betreuungsvereine organisiert wird. Die so genannten Kernzeitbetreuungen decken Zeiten vor und nach dem Unterricht ab. Dort können die Schülerinnen und Schüler zu Mittag essen, Hausaufgaben erledigen sowie an verschiedenen Freizeitangeboten aus den Bereichen Sport, Spiel und Kreativität teilnehmen. Die Angebote sind gebührenpflichtig, bieten jedoch eine große Flexibilität für die Familien.

(Erstellt am 28. November 2019)