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Ausstellungen 2018/2019/2020


Das gezeichnete Leben

Meisterwerke aus der Sammlung Wilhelm Brandes

Vernissage am Freitag, den 14. September, 19 Uhr

 

15. September 2018 bis 6. Januar 2019

 

Handzeichnungen sind die verborgenen Kostbarkeiten einer Sammlung, denn aufgrund ihrer Empfindlichkeit werden sie nur selten ausgestellt. Die Städtische Wessenberg-Galerie besitzt einen hochrangigen, international anerkannten Zeichnungsschatz, den sie dem großzügigen Vermächtnis des dänisch-jüdischen Bankiers Wilhelm Brandes (1839-1907) verdankt.

Obwohl es wenige Medien in der Kunst gibt, die so einfach wie die Zeichnung sind,

ist wohl keines besser geeignet, das Leben in all seinen Facetten zu erfassen und abzubilden. Ein Stift und ein Blatt Papier genügen, und der Weg von der Idee zur Ausführung ist kurz. Doch die Zeichnung dient nicht nur dem Entwurf, sie kann auch das Ziel sein. Während einige Künstler autonome Werke schufen, diente die Zeichnung anderen lediglich zur Vorbereitung oder Anschauung. Doch in jedem Fall fasziniert die Zeichnung durch ihre Unmittelbarkeit, denn nirgendwo wird das Spontane eines Einfalls, das Aufblitzen eines Motivs und der kreative Prozess besser sichtbar als in der Zeichnung.

Die Ausstellung „Das gezeichnete Leben" präsentiert eine Auswahl von rund 100 der schönsten und interessantesten Handzeichnungen aus der insgesamt 450 Blatt umfassenden „Brandes-Sammlung". Sie spannt den zeitlichen Bogen vom 16. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, zeigt Werke von deutschen Künstlern (u.a. Albrecht Dürer, Adolf Menzel, Max Liebermann), italienischen (Giulio Romano, G.B. Tiepolo), französischen (Claude Lorrain, Antoine Watteau) und niederländischen Meistern (Jan van Goyen, Adriaen van Ostade, Rembrandt, Jakob Isaak Ruisdael) und bietet einen repräsentativen Querschnitt durch die Gattungen Genre, Landschaft, Portrait, Seestück und Stillleben.

 

Öffentliche Führungen:

Sonntag, 23. September, 14. Oktober, 4. November, 18. November, 2. Dezember, 16. Dezember und 6. Januar 2019 jeweils 11 Uhr.

Mittwoch, 3. Oktober, 31. Oktober, 14. November, 28. November, 12. Dezember, 2. Januar 2019 jeweils 15 Uhr 

 

Happy Hour:

Wir bieten Ihnen eine Abendführung durch die Ausstellung und servieren zur Einstimmung einen Apéritif.

Eine verbindliche Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist erforderlich!

Telefon +49(0)7531/900 376 oder Mail an Martin.Henze@konstanz.de

Kostenbeitrag: 5,- Euro

Dienstag, 18. September, 9. Oktober, 6. November und 4. Dezember jeweils 19 Uhr
 

Vortrag:


Die Veduten von Johann Jakob Biedermann.
Donnerstag, 15. November, 19 Uhr mit Christian Féraud, lic. phil., Richterswil

Der Winterthurer Maler, Zeichner und Druckgraphiker Johann Jakob Biedermann (1763 - 1830) lebte einige Jahre in Konstanz und war mit Ignaz Heinrich von Wessenberg bekannt, der neun Gemälde von ihm erwarb. In der Zeit um 1800 schuf Biedermann kolorierte Umrissradierungen von Schweizer Orten und Landschaften. Auf dem zeitgenössischen Graphikmarkt wurden diese Blätter "um hohe Preise, doch nicht über ihrem seltenen Werth" gehandelt. Der Vortrag geht nicht nur der Fragen nach, worin dieser "Werth" gesehen wurde, sondern gibt Einblicke in den Prozess der Herstellung der Veduten von der Studie zum fertigen Bild, deren Verbreitung auf dem Graphikmarkt und fragt nach ihrem künstlerischen Stellenwert.

Heinrich Schmidt-Pecht. 1854-1945

Kunst, Keramik & Konflikte

 

 (Aus organisatorischen Gründen wird die Laufzeit der Ausstellung auf 2019 verschoben)

 

Neuer Termin: 19. Januar bis 28. April 2019 

  

Heinrich Schmidt-Pecht, 1854 in Konstanz geboren und dort 1945 gestorben, stellte sein Leben ganz in den Dienst der Kunst. Über ein halbes Jahrhundert zählte er zu den Persönlichkeiten, die das kulturelle Geschehen in der Bodenseestadt dominierten.

Nach einem Kunststudium in München, Nürnberg, Paris und Karlsruhe übernahm Schmidt-Pecht 1883 die lithographische Anstalt seines Vaters, gab diese jedoch 1906 auf und wandte sich mit seiner kunsthandwerklich begabten Frau Elisabeth der Herstellung von Kunstkeramik zu, mit der sie seit 1898 internationale Erfolge feierten. Der Erste Weltkrieg zwang sie zur Einstellung des Betriebs. Bereits 1887 war Schmidt-Pecht zum Ersten Vorsitzenden des Konstanzer Kunstvereins gewählt worden, 1889 übernahm er zudem die ehrenamtliche Leitung der Wessenberg-Galerie. In dieser Doppelfunktion kam ihm großer Einfluss zu: Er hatte nicht nur maßgeblichen Anteil an der kommunalen Ausstellungspolitik, sondern sollte auch die inhaltliche Ausrichtung der Sammlung der Wessenberg-Galerie über lange Zeit nahezu allein bestimmen.

56 Jahre stand Heinrich Schmidt-Pecht der Wessenberg-Galerie vor. Seine künstlerische Sozialisation war unter dem Eindruck von Historismus und Jugendstil erfolgt und dementsprechend setzte er auch die Schwerpunkte seiner Ankäufe. Seit seiner Studienzeit war er mit zahlreichen Künstlern bekannt und befreundet, unter anderem mit Julius Diez, Hans Garnjobst, Peter Halm, Ferdinand Keller, Ernst Kreidolf, Carl Theodor Meyer-Basel, Emil Strauß, Hans Thoma, Wilhelm Volz, Albert Welti und Ernst Würtenberger. Werke dieser Künstler suchte er für die ihm anvertraute Galerie zu gewinnen. Daneben kaufte er Gemälde vom am Bodensee ansässigen Künstlern wie Elise Brunner, Karl Einhart, Bruno Goldschmitt, Heinrich Lotter, Alexander Rihm oder Robert Weise. Der damals modernen Kunst wie Expressionismus oder Neuer Sachlichkeit stand er weitgehend ablehnend gegenüber. Nur zögernd erwarb er, seit den 1920er-Jahren durch die Einrichtung einer städtischen Ankaufkommission mehr gezwungen als freiwillig, Werke dieser Richtung verbundener Künstler wie Adolf Dietrich, Waldemar Flaig, Heinrich Herzig, Karl Hofer, Hans Purrmann, Rudolf Wacker oder Walter Waentig. Auch in der Zeit des „Dritten Reiches" blieb Heinrich Schmidt-Pecht seinem konservativen Kunstgeschmack treu, setzte sich aber zur Wehr, als die Nationalsozialisten 1937 sieben Werke aus der städtischen Sammlung als „entartete Kunst" beschlagnahmten. Da das Ehepaar Schmidt-Pecht kinderlos blieb, vermachte es seine eigene Sammlung der Stadt Konstanz und sollte damit die inhaltliche Schwerpunktsetzung auf der Kunst der Jahrhundertwende nochmals verstärken.

Unter dem Titel „Kunst, Keramik und Konflikte" stellt die Ausstellung nicht nur Heinrich Schmidt-Pechts vielfältiges Wirken dar, sondern zeichnet auch seine Beziehungen zu Künstlern nach und erforscht erstmals der Inhalt seiner eigenen Sammlung. Eine wichtige Quelle stellten Schmidt-Pechts Lebenserinnerungen dar, die bisher nur als Typoskript in wenigen Exemplaren existierten und nun in einer kommentierten und reich bebilderten Ausgabe neu herausgegeben werden. Diese „Erinnerungen aus einem langen Leben in der Heimatstadt Konstanz" zeichnen das facettenreiche Bild eines kunstbegeisterten und engagierten, aber keineswegs unumstrittenen Mannes und lassen zugleich ein interessantes Kapitel Konstanzer Stadt- und Kunstgeschichte lebendig werden.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


On the Road

Künstler auf Entdeckungstour

11. Mai - 1. September 2019

 

Reisen - schon immer waren Menschen unterwegs, um fremde Länder und unbekannte Orte zu erkunden. Vor allem Künstler begaben und begeben sich gern auf Entdeckungstour, und ihre Motivation zum Aufbruch war und ist so vielfältig wie die Kunst selbst. Den einen treibt die Sehnsucht nach einer besseren Welt, den anderen der Wunsch, den idealen Ort für das perfekte Bild zu finden. Neugier und der Hunger nach Inspiration verführen zum Aufbruch ins Unbekannte, aber auch die Suche nach dem eigenen Ich, dem dagegen mancher nur allzu gern entfliehen möchte.

 

Unsere Ausstellung beginnt im 19. Jahrhundert. Die Popularisierung von Reisezielen durch literarische Schilderungen weckte das Bedürfnis, diese fremden Orte selbst zu erkunden. Italien zum Beispiel war für seine Kunstschätze bekannt; für einen Künstler war eine Studienreise in „das Land, wo die Zitronen blühen" lange Zeit ein Muss. Dank zunehmender Technisierung ließen sich entfernte Ziele bald leichter und schneller erreichen, eine Entwicklung, die bis heute anhält. Doch nicht immer muss man in die Ferne ziehen, um Neues zu entdecken: Auch im Kopf lassen sich wunderbare Streifzüge unternehmen, denn der Phantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Und ist nicht das Leben selbst ein fortwährendes Aufbrechen zu neuen Ufern mit unbekanntem Ziel?

 

Unsere Sommerausstellung, die bis auf wenige Leihgaben Werke aus der eigenen Sammlung präsentiert, ergründet das Reisen und Unterwegssein in seinen vielfältigen Facetten und versammelt rund 70 Gemälde, Graphiken und Photographien von bekannten, aber auch weniger berühmten Künstlern aus den Jahren 1800 bis heute.

Spiegel der Malerei

Die druckgraphische Sammlung des Freiherrn von Wessenberg

14. September - 17. November 2019

 

Ignaz Heinrich von Wessenberg (1774 - 1860), erst Generalvikar, dann Verweser des Bistums Konstanz, war nicht nur ein sozial engagierter und reformerisch eingestellter Kirchenmann, sondern auch ein Dichter sowie ein großer Freund und Förderer der Kunst. Neben seiner Gemäldesammlung besaß Wessenberg eine umfangreiche Kollektion druckgraphischer Werke.

Wessenbergs Kupferstichsammlung umfasst bis auf wenige Ausnahmen sogenannte „Reproduktionsgraphik", d.h. Blätter, die bekannte Werke der Bildenden Kunst in Schwarzweiß-Abbildungen wiedergeben. Die Reproduktionsstecher versuchten, ein im Original farbiges Gemälde eines berühmten Künstlers allein mithilfe von Linien und Helldunkel möglichst genau wiederzugeben, so dass im Idealfall nicht nur das Motiv und die Komposition, sondern auch die unterschiedlichen Oberflächen und „Farben" deutlich werden. Die Hoch-Zeit der Reproduktionsgraphik war zwischen dem 17. und dem beginnenden 19. Jahrhundert. Für uns heute wenig vorstellbar, die wir in der allgegenwärtigen Bilderflut schier untergehen: Damals war ein Reproduktionsstich oft die einzige Möglichkeit der Vergegenwärtigung eines Werkes, es sei denn, man beauftragte einen Maler, eine Kopie eines Gemäldes zu fertigen, was jedoch ungleich teurer war.

Als Kirchenmann interessierte sich Wessenberg grundsätzlich für religiöse Themen. Als gebildeter Mensch sammelte er aber auch Graphiken mit Motiven aus der antiken Mythologie, sowie Darstellungen historischer Ereignisse. Niederländische, deutsche und italienische Genre- und Landschaftsdarstellungen, Architekturen und Portraitstiche mit Wessenberg bekannter und befreundeter Männer und Frauen ergänzen die Kollektion.

Man könnte sich fragen: Was interessiert uns heute diese antiquierte Reproduktionstechnik, allesamt schwarz-weiße Kopien von Gemälden, die man im Internet in Farbe sehen kann? Die Ausstellung beweist eindrücklich das Gegenteil! Wessenbergs druckgraphische Sammlung ist noch vollständig erhalten und stellt damit ein bedeutendes zeitgeschichtliches Dokument dar. Sie gibt aufschlussreiche Einblicke in die Sammlungsstrategien und die Kunstrezeption des 19. Jahrhunderts. Und führt die ungeheure Kunstfertigkeit der Stecher vor Augen, die im wahrsten Sinne des Wortes „gestochen scharf" arbeiteten. Einige der Druckgraphiken sind selbst wiederum kostbare Kunstwerke, und mancher Stich kommentiert und interpretiert das reproduzierte Werk auf eigene Weise.

In den vergangenen Jahren wurde Wessenbergs Kupferstichsammlung erfasst und wissenschaftlich bearbeitet. Die Ausstellung versammelt rund 80 der schönsten und interessantesten Blätter. Es erscheint ein von der Ernst-von-Siemens-Stiftung geförderter Katalog.


August Deusser. 1870 - 1942

Kunst für immer - und immer nur Kunst!

30. November - 19. April 2020

 

August Deusser wurde 1870 in Köln geborenen und verbrachte mit seiner Familie kriegsbedingt die Jahre 1939 bis zu seinem Tod 1942 im Insel-Hotel in Konstanz. Doch dieser Bezug zum Bodensee ist weniger der Grund, diesen Maler erstmals wieder seit vielen Jahren in einer Ausstellung zu würdigen als sein qualitätvolles künstlerisches Schaffen sowie seine herausragende Rolle als Kunstpolitiker.

 

August Deusser absolviere zunächst eine Lehre zum Dekorationsmaler und studierte von 1890 bis 1897 an der Düsseldorfer Kunstakademie. Ab 1895 war er Meisterschüler des Historienmalers Peter Janssen d. Ä. Schon früh zeigte sich Deussers Vorliebe für das Pferd- beziehungsweise Reiter-Motiv. Insbesondere die Darstellung von Kavallerie-Soldaten bei ihren militärischen Übungen faszinierte ihn. Nachdem sein erster großer Auftrag für ein historisches Wandbild in Kleve mit einem Eklat und der Vernichtung des Werkes endete, wandte sich Deusser einer realistisch ausgerichteten Landschafts- und Portraitmalerei zu.

1902 heiratete er die vermögende Malerin Elisabeth Eugenie Albert. Von nun an war er finanziell unabhängig und konnte sich ganz der Freilichtmalerei zuwenden. Zugleich begann sich Deusser kunstpolitisch zu engagieren. Durch die Mitgliedschaft in Ausstellungsjurys und die Gründung sezessionistischer Künstlervereinigungen setzte er sich entschlossen für eine Erneuerung der Kunst im Rheinland ein. Von zentraler Bedeutung wurde 1908 der Sonderbund, eine Ausstellungsinitiative, die er zusammen mit Julius Bretz, Max Clarenbach, Walter Ophey, Wilhelm Schmurr und anderen ins Leben rief. Bis 1911 fanden die jährlichen Ausstellungen des Sonderbund‘ in Düsseldorf statt und erregten aufgrund der neuartigen Präsentation und durch den Einbezug französischer Avantgardekünstler Aufsehen. Da die Stadt Düsseldorf eine weitere Ausrichtung der Ausstellung verweigerte, wurde die letzte, epochemachende Sonderbund-Ausstellung 1912 in Köln durchgeführt.

1917 wurde August Deusser außerordentlicher Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, doch 1924 musste er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen und 1930 die künstlerische Tätigkeit ganz aufgeben.

 

Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Antonie Deusser-Stiftung, Bad Zurzach in der Schweiz, und dem Museum Goch am Niederrhein entsteht, zeigt August Deussers künstlerische Entwicklung und legt den Schwerpunkt der Präsentation auf die für den Maler und Kunstpolitiker bedeutsamen Jahre 1908 bis 1912. Werke seiner engsten Weggefährten des Düsseldorfer Sonderbund‘ - Bretz, Clarenbach, Ophey und Schmurr - werden in die Darstellung einbezogen.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


 

Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts

Kabinettausstellung im 2. OG

 

Ab 10. November 2018

  

Ignaz Heinrich von Wessenberg sammelte nicht nur religiöse Kunst, sondern auch Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts. Vor allem Werke von Johann Jakob Biedermann, Joseph Mosbrugger und Johann Georg Volmar, mit denen er zum Teil persönlich bekannt war, gelangten in seine Kollektion. Biedermann und Mosbrugger scheint er durch Ankäufe und gezielte Aufträge regelmäßig unterstützt zu haben. Joseph Mosbrugger war gebürtiger Konstanzer und kehrte nach einem längeren Studienaufenthalt in München in seine Heimatstadt zurück. Biedermann stammte aus Winterthur, zog 1802 an den Bodensee, wo er bis 1807 und nochmals von 1814 bis 1824 in unmittelbarer Nachbarschaft von Wessenberg lebte.

Biedermann war ein Meister des kleinen Formats. In seinen Darstellungen verzichtete er auf Pathos und Hintergründigkeit. Seine Landschaftsbilder zeigen eine weitgehend unberührte, durchsonnte Natur, die von Kühen, Schafen und Hirten bevölkert wird. Auffallendes Merkmal seiner Bilder sind die glatte Maltechnik, eine gewisse Buntfarbigkeit und die klar umrissene Erscheinung der Landschaft.

Joseph Mosbruggers Gemälde folgen wiederkehrenden Schemata. Entweder eröffnet sich dem Blick von erhöhtem Standpunkt die weite Landschaft oder aber er nähert sich flach vom Wasser kommend dem Ufer. Auch in seinen Bildern dominiert die Naturidylle, doch die Staffageelemente wie ans Ufer gezogene Kähne, Frauen im Gespräch oder Bäume und Gesträuch sind letztlich austauschbar. Das „Hexenhäuschen bei Bregenz" ist zweifellos eine seiner spektakulärsten Kompositionen.

Mosbrugger besorgte nach Wessenbergs Tod 1860 die Inventarisierung von dessen Sammlung und erstellte einen ersten Führer durch die Galerie, der 1863 erschien.

Erworben mit Mitteln der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH (Logo)

Bild: Eigentum des Landes Baden-Württemberg. Erworben mit Mitteln der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH

Gestiefelt und gespornt -

Hans Meid und die Pferde

Kabinettausstellung im 2. Stock

 

Ab 7. Mai 2018

   

Hans Meid (1883 Pforzheim - 1957 Ludwigsburg) zählt zu den herausragenden deutschen Graphikern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Bereich der Druckgraphik, vor allem der Radierung, und der Buchillustration entwickelte er einen eigenen impressionistischen Stil und kann auf diesem Gebiet gleichberechtigt neben Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt genannt werden.

Hans Meids erzählerische Bildwelten entführen den Betrachter in Gegenwelten, er ist ein virtuoser Schilderer tagheller Heiterkeit und nächtlichen Schattendaseins. Er entführt uns an Orte und Zeiten, die vom expressiven Pathos des Barocks bestimmt sind, von der überschwänglichen Lebensfreude des Rokoko oder der existentiellen Abgründigkeit der Romantik. Galante Herren und schöne Damen in Schleifenkleidern bevölkern seine rückwärts gewandten Szenerien, aber auch immer wieder - Pferde.   

Seit Urzeiten war das Pferd enger Partner des Menschen. Es war unverzichtbar in der Landwirtschaft, verband Städte und Länder und entschied Kriege. Hans Meid lässt das edle Tier im schwungvollen Trab Kutschen durch sonnige Landschaften ziehen, Pferde galoppieren durch Zirkusarenen und dienen als vierbeiniges Turngerät flinker Artistinnen. Pferde werden bei amourösen Abenteuern zu Komplizen, im Krieg sind sie treue Kameraden und last but not least avancieren sie zum stolzen Sinnbild der herausragenden Stellung ihres Reiters, der gestiefelt und gespornt vom hohen Ross herab die Welt beherrscht.

Spätestens mit dem Ende des Ersten Weltkriegs endete in Europa der kentaurische Pakt zwischen Pferd und Mensch. Hans Meid jedoch hielt dem Pferd in seiner Kunst bis zuletzt die Treue. Eine kleine Auswahl seiner Pferdebilder finden Sie in unserer Kabinettausstellung.


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