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Ausstellungen 2018/2019


Zeitreise

Von 1900 bis heute in Bildern aus der Sammlung

Vernissage am Donnerstag, den 3. Mai, 19 Uhr

 

4. Mai bis 2. September 2018

 

Zur Ausstellung:

Was hat eine adrett gekleidete Dame mit der Zähne fletschenden Göttin Artemis zu tun? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Emil Thomas Porträt der Lotte Wollheim und Peter Diederichs Skulptur? Beide Kunstwerke trennen 68 Jahre und sie sind Teil einer ungewöhnlichen Zeitreise, die in den Jahren um 1900 beginnt und im Hier und Heute endet.

 

Die Sammlung der Städtischen Wessenberg-Galerie umfasst etwa 7000 Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier. Aus diesem reichen Fundus wurden für die Sommerausstellung „Zeitreise" rund 70 Werke ausgewählt. Im zeitlich geordneten Nebeneinander lassen sie eine Entwicklungsgeschichte der Kunst sichtbar werden, machen aber auch deutlich, dass es nicht DIE Kunst gibt, sondern eine Vielzahl an Stilen, Themen und Handschriften. In dieser „Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" trifft traditionelle Salonmalerei auf Werke der Avantgarde, steht Figuration neben Abstraktion, und behauptet sich regionales Kunstschaffen neben überregional bekannten Namen.

 

Unser abwechslungsreicher Streifzug durch die Geschichte der Kunst eröffnet zugleich den Blick auf politische, gesellschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Ereignisse. Diese dokumentieren wir in einer kleinen Zeitung zum Mitnehmen. Sie gibt nicht nur Aufschluss über die ausgestellten Werke und ihre Urheber, sondern informiert auch unterhaltsam über die Zeit, in der sie entstanden. Damit werden die Bilder und Plastiken als Zeit-Zeugen wahrnehmbar, womit sich ebenso spannende wie vielschichtige Assoziationsräume eröffnen, die zum Weiterfragen anregen.

 

Öffentliche Führungen:

Sonntag, 13. Mai, 3. Juni, 24. Juni, 1. Juli, 22. Juli, 5. August, 26. August und 2. September, jeweils 11 Uhr

Mittwoch, 16. Mai, 6. Juni, 27. Juni, 11. Juli, 1. August, 15. August und 29. August, jeweils 15 Uhr

 

Happy Hour:

Wir bieten Ihnen eine Abendführung durch die Ausstellung und servieren zur Einstimmung einen Apéritif.

Eine verbindliche Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist erforderlich!

Telefon +49(0)7531/900 913 oder Mail an ursula.benkoe@konstanz.de

Kostenbeitrag: 5,- Euro

Dienstag, 15. Mai, 5. Juni, 3. Juli, 25. Juli, 7. August und 28. August, jeweils 19 Uhr

 

Herausforderung Provenienzforschung

Museumssammlungen zwischen harmlosen Geschichten, alten Seilschaften und brisanten Fällen.

Vortrag von Fanny Stoye M.A. am Dienstag, den 12. Juni um 19 Uhr im Wolkensteinsaal im Kulturzentrum am Münster

Kostenbeitrag: 3,- Euro

 

Architektur entecken

Gehen Sie auf eine architektonische Zeitreise und erfahren Sie mehr über Geschichte und Architektur ausgwählter Bauten in Konstanz, die zwischen 1900 bis heute enstanden. Martin Henze, wissenschaftlicher Volontär der Städtischen Museen Konstanz lädt Sie zu einem 1,5-stündigen Rundgang durch die Konstanzer Innenstadt ein.

Begrenzte Teilnehmerzahl. Um Anmeldung wird gebeten, Tel. +49(0)7531 900 913 oder Mail an ursula.benkoe@konstanz.de

Donnerstag, 17. Mai, 14. Juni, 12. Juli, 26. Juli, 9. August und 3. August, jeweils 15 Uhr

Treffpunkt: Vor dem Eingang des Rosgartenmuseums


Das gezeichnete Leben

Meisterwerke aus der Sammlung Wilhelm Brandes

Vernissage am Freitag, den 14. September, 19 Uhr

 

15. September 2018 bis 6. Januar 2019

 

Handzeichnungen sind die verborgenen Kostbarkeiten einer Sammlung, denn aufgrund ihrer Empfindlichkeit werden sie nur selten ausgestellt. Die Städtische Wessenberg-Galerie besitzt einen hochrangigen, international anerkannten Zeichnungsschatz, den sie dem großzügigen Vermächtnis des dänisch-jüdischen Bankiers Wilhelm Brandes (1839-1907) verdankt.

Obwohl es wenige Medien in der Kunst gibt, die so einfach wie die Zeichnung sind,

ist wohl keines besser geeignet, das Leben in all seinen Facetten zu erfassen und abzubilden. Ein Stift und ein Blatt Papier genügen, und der Weg von der Idee zur Ausführung ist kurz. Doch die Zeichnung dient nicht nur dem Entwurf, sie kann auch das Ziel sein. Während einige Künstler autonome Werke schufen, diente die Zeichnung anderen lediglich zur Vorbereitung oder Anschauung. Doch in jedem Fall fasziniert die Zeichnung durch ihre Unmittelbarkeit, denn nirgendwo wird das Spontane eines Einfalls, das Aufblitzen eines Motivs und der kreative Prozess besser sichtbar als in der Zeichnung.

Die Ausstellung „Das gezeichnete Leben" präsentiert eine Auswahl von rund 100 der schönsten und interessantesten Handzeichnungen aus der insgesamt 450 Blatt umfassenden „Brandes-Sammlung". Sie spannt den zeitlichen Bogen vom 16. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, zeigt Werke von deutschen Künstlern (u.a. Albrecht Dürer, Adolf Menzel, Max Liebermann), italienischen (Giulio Romano, G.D. Tiepolo), französischen (Claude Lorrain, Antoine Watteau) und niederländischen Meistern (Jan van Goyen, Adriaen van Ostade, Rembrandt, Jakob Isaak Ruisdael) und bietet einen repräsentativen Querschnitt durch die Gattungen Genre, Landschaft, Portrait, Seestück und Stillleben.

Heinrich Schmidt-Pecht. 1854-1945

Kunst, Keramik & Konflikte

 (Aus organisatorischen Gründen wird die Laufzeit der Ausstellung auf 2019 verschoben)

 

Neuer Termin: 26. Januar bis 28. April 2019 

 

Heinrich Schmidt-Pecht, 1854 in Konstanz geboren und dort 1945 gestorben, verbrachte den größten Teil seines 91jährigen Lebens in seiner Heimatstadt und stellte dieses ganz in den Dienst der Kunst. Über ein halbes Jahrhundert zählte er zu jenen Persönlichkeiten, die das kulturelle Leben in der Bodenseestadt dominierten.

 

Nach einem Kunststudium übernahm Schmidt-Pecht 1880 die väterliche Druckerei, gab diese jedoch bald auf und wandte sich mit seiner Frau der Kunstkeramik zu, mit der sie internationale Erfolge feierten. Der Erste Weltkrieg zwang sie jedoch zur Einstellung des Betriebs. 1887 war Schmidt-Pecht zum Ersten Vorsitzenden des Konstanzer Kunstvereins gewählt worden, 1889 übernahm er zudem die ehrenamtliche Leitung der Wessenberg-Galerie. In dieser Doppelfunktion kam ihm großer Einfluss zu: Er hatte nicht nur maßgeblichen Anteil an der kommunalen Ausstellungspolitik, sondern sollte auch die inhaltliche Ausrichtung der Sammlung der Galerie über lange Zeit nahezu allein bestimmen.

56 Jahre stand Heinrich Schmidt-Pecht der Wessenberg-Galerie vor. Seine künstlerische Sozialisation war unter dem Eindruck von Historismus und Jugendstil erfolgt und dementsprechend setzte er auch die Schwerpunkte seiner Ankäufe. Seit seiner Studienzeit war er mit zahlreichen Künstlern bekannt, deren Werke er für die ihm anvertraute Galerie zu gewinnen suchte. Der damals modernen Kunst wie Expressionismus oder Neuen Sachlichkeit stand er weitgehend ablehnend gegenüber und erwarb nur zögernd, seit den 1920er-Jahren durch die Einrichtung einer städtischen Ankaufkommission mehr gezwungen als freiwillig, wenige Werke dieser Richtung verbundener Künstler. Auch in der Zeit des «Dritten Reiches» blieb Heinrich Schmidt-Pecht seinem konservativen Kunstgeschmack treu, setzte sich aber entschieden zur Wehr, als die Nationalsozialisten 1937 sieben Werke aus der städtischen Sammlung als «entartete Kunst» beschlagnahmten. Da das Ehepaar Schmidt-Pecht kinderlos blieb, vermachte es seine eigene Sammlung der Stadt Konstanz und sollte damit die inhaltliche Schwerpunktsetzung auf der Kunst der Jahrhundertwende nochmals verstärken.

 

Unter dem Titel «Ein Leben für die Kunst» stellt die Ausstellung nicht nur Heinrich Schmidt-Pechts vielfältiges Wirken dar, sondern zeichnet auch seine Beziehungen zu Künstlern nach und erforscht erstmals der Inhalt seiner eigenen Sammlung. Eine wichtige Quelle bei dieser Annäherung sind Schmidt-Pechts Memoiren, die bisher nur als Typoskript in wenigen Exemplaren existieren und in einer kommentierten und reich bebilderten Ausgabe neu herausgegeben werden. Diese «Erinnerungen aus einem langen Leben in der Heimatstadt Konstanz» zeichnen das facettenreiche Bild eines kunstbegeisterten und engagierten, aber keineswegs unumstrittenen Mannes und lassen zugleich ein interessantes Kapitel Konstanzer Kunstgeschichte lebendig werden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Niederländische Künstler in Wessenbergs Sammlung

Kabinettausstellung im 2. OG

 

Ab 7. Mai 2018

 

Wann genau Ignaz Heinrich von Wessenberg mit dem Aufbau einer eigenen Gemäldekollektion begann, ist nicht bekannt. Aus seinem Elternhaus hatte er Familienbildnisse und das eine oder andere Werk geerbt. Schon früh setzte er sich für die Förderung ihm bekannter, in Konstanz lebender Künstler wie Johann Jakob Biedermann, Marie Ellenrieder oder Joseph Mosbrugger ein. Mit seinem Rückzug ins Privatleben 1827 nahmen auch die Kunstankäufe zu, wobei er die meisten Bilder auf seinen zahlreichen Reisen erwarb.

Von den 141 noch vorhandenen Gemälden aus Wessenbergs Sammlung entfallen 42 auf italienische und 31 auf holländische bzw. flämische Maler, die alle aus dem 17. und 18. Jahrhundert datieren.  Während bei den italienischen Werken Bilder mit religiöser Thematik dominieren, sind bei den niederländischen Gemälden Landschaftsdarstellungen in der Mehrzahl, darunter auch italianisierende Szenen, die sich seinerzeit großer Beliebtheit erfreuten.

Unter den beiden religiösen Motiven sticht die Kopie nach Abraham Bloemarts „Anbetung der Hirten" hervor. Das großformatige Original befindet sich heute im Louvre. In seinem Buch „Die christlichen Bilder" erwähnt Wessenberg auch Bloamarts Bild, dessen figurenreiche und bewegte Komposition ihm offensichtlich aufgrund des gefühlsbetonten Ausdrucks gefiel. Allerdings bemängelte er das unschickliche Betragen von Marias Mann: „Tadel verdient die Figur des Joseph, der mit verdrüssiger Miene mit der einen Hand ein Horn des Ochsen hält, mit der anderen ihm das Haupthaar krault."

Bild: Eigentum des Landes Baden-Württemberg. Erworben mit Mitteln der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH

Gestiefelt und gespornt -

Hans Meid und die Pferde

Kabinettausstellung im 2. Stock

 

Ab 7. Mai 2018

   

Hans Meid (1883 Pforzheim - 1957 Ludwigsburg) zählt zu den herausragenden deutschen Graphikern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Bereich der Druckgraphik, vor allem der Radierung, und der Buchillustration entwickelte er einen eigenen impressionistischen Stil und kann auf diesem Gebiet gleichberechtigt neben Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt genannt werden.

Hans Meids erzählerische Bildwelten entführen den Betrachter in Gegenwelten, er ist ein virtuoser Schilderer tagheller Heiterkeit und nächtlichen Schattendaseins. Er entführt uns an Orte und Zeiten, die vom expressiven Pathos des Barocks bestimmt sind, von der überschwänglichen Lebensfreude des Rokoko oder der existentiellen Abgründigkeit der Romantik. Galante Herren und schöne Damen in Schleifenkleidern bevölkern seine rückwärts gewandten Szenerien, aber auch immer wieder - Pferde.   

Seit Urzeiten war das Pferd enger Partner des Menschen. Es war unverzichtbar in der Landwirtschaft, verband Städte und Länder und entschied Kriege. Hans Meid lässt das edle Tier im schwungvollen Trab Kutschen durch sonnige Landschaften ziehen, Pferde galoppieren durch Zirkusarenen und dienen als vierbeiniges Turngerät flinker Artistinnen. Pferde werden bei amourösen Abenteuern zu Komplizen, im Krieg sind sie treue Kameraden und last but not least avancieren sie zum stolzen Sinnbild der herausragenden Stellung ihres Reiters, der gestiefelt und gespornt vom hohen Ross herab die Welt beherrscht.

Spätestens mit dem Ende des Ersten Weltkriegs endete in Europa der kentaurische Pakt zwischen Pferd und Mensch. Hans Meid jedoch hielt dem Pferd in seiner Kunst bis zuletzt die Treue. Eine kleine Auswahl seiner Pferdebilder finden Sie in unserer Kabinettausstellung.


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