Im 2. Stock der Städtischen Wessenberg-Galerie werden ab dem 8. Dezember 2012 Landschaftsbilder des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung präsentiert.
Alle Bilder:
Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz:
Erworben mit Mitteln der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
Hans Meid
Leidenschaften - gemalt und radiert
Ab 30. Januar 2013 (2. Obergeschoß)
Hans Meid (1883 Pforzheim - 1957 Ludwigsburg) zählt zu den herausragenden deutschen Graphikern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als Meister der Radierung und der Buchillustration kann er in einem Atemzug mit Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt genannt werden.
Nach dem Studium an der Karlsruher Kunstakademie war Meid zunächst an der Meiβener Porzellanmanufaktur tätig, bevor er sich 1908 als freischaffender Künstler in Berlin niederlieβ und der Sezession beitrat. 1919 wurde er Lehrer an der Hochschule für die Bildenden Künste, 1927 Ordentliches Mitglied der Preuβischen Akademie der Künste und übernahm dort 1934 die Leitung des Meisterateliers für Graphik. Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte Meid an die Graphikklasse der Staatliche Kunstakademie Stuttgart.
Meid war ein Meister der Radiertechnik, der die Differenzierungsmöglichkeiten des Mediums effektvoll nutzte. In Verbindung mit seiner Vorliebe für dramatische und galante Szenen verdichten sich seine malerischen Darstellungen zu ebenso romantischen wie heiter-ironischen Stimmungsbildern.
Zur Eröffnung des Meid-Kabinetts im 2. Obergeschoß werden Radierungen - Akt-, Bade- und Liebesdarstellungen - aus den Privatsammlungen von Prof. F.H. Franken und Dr. Paul Franken gezeigt. Sie haben sich seit Jahren eingehend mit dem Werk des Künstlers befasst und sind Mitgründer der Hans-Meid-Stiftung. Die Stiftung bemüht sich besonders um die Förderung der graphischen Kunst. Aus dem Besitz von Paul Franken und seiner Frau erhielt die Wessenberg-Galerie Konstanz im Herbst 2012 als Schenkung ein herausragendes Gemälde des Künstlers, den 1911 entstandenen „Florentiner Halbakt". Auch die ausgestellten Radierungen sowie eine Reihe von Meid illustrierten Bücher sind eine Schenkung an die Galerie.
Öffentliche Führung am Sonntag, den 24. März um 15 Uhr
Einfach himmlisch!
Die Malerin Marie Ellenrieder. 1791 - 1863
18. Mai - 25. August 2013
Die Konstanzerin Marie Ellenrieder (1791-1863) zählt zu den bedeutendsten Malerinnen des 19. Jahrhunderts. Selbstbewusst und erfolgreich schlug sie einen für ihre Zeit ungewöhnlichen Lebensweg ein: Wie die meisten Künstlerinnen begann sie ihre Laufbahn als Miniaturmalerin. Doch ihr Talent wurde früh erkannt und so wurde sie 1813 als erste Frau zum Studium an der Münchner Kunstakademie zugelassen. Innerhalb kurzer Zeit avancierte sie zur gefragten Porträtistin. Ihre ausdrucksstarken Bildnisse von Bürgerlichen und Adeligen, von Männern, Frauen und Kindern, faszinieren durch die Frische der Auffassung und die psychologische Durchdringung. Auch im Genre der religiösen Kunst leistete Marie Ellenrieder Pionierarbeit: Ihre Altarbilder für die Kirche in Ichenheim/Ortenau von 1822 sind die ersten einer deutschen Künstlerin für eine katholische Kirche.
Um sich dem intensiven Studium der alten Meister zu widmen, reiste sie 1822 - 1824 nach Rom und Florenz. Doch größeren Eindruck als die Kunst von Fra Angelico, Perugino und Raffael machte auf sie die Begegnung mit dem in Rom wirkenden deutschen Künstlerkreis der Nazarener. In ihrem Schaffen und Lebensstil fand die Malerin verwirklicht, wonach sie selbst strebte: Die Verbindung von Leben, Glauben und Kunst. Von nun an widmete sie sich mehr und mehr religiösen Themen. 1827 verlieh ihr der Badische Kunstverein als erster Frau die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft, und Großherzog Ludwig I. ernannte sie 1829 zur badischen Hofmalerin. Mit ihrer Kunst war Marie Ellenrieder so erfolgreich, dass sie ein selbstständiges Leben führen konnte. Obwohl Baron Karl Christoph Röder von Diersburg jahrelang heftig um sie warb, blieb sie unverheiratet. Ihr gesamtes Leben ordnete sie dem Kunstschaffen unter und arbeitete bis zur Erschöpfung. Hoch verehrt starb Marie Ellenrieder 1863 in Konstanz.
Anlässlich ihres 150. Todestags widmen das Rosgartenmuseum und die Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz Marie Ellenrieder eine umfangreiche Ausstellung mit bedeutenden Gemälden, Kartons und Zeichnungen dieser außergewöhnlichen Malerin.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von 25,- Euro
Eintritt: 5,- Euro, ermäßigt 3,- Euro
Führungsgebühr Dienstag - Freitag: 40,- Euro
Samstag, Sonntag und ab 17.30 Uhr: 50,- Euro
Sonntag, 26. Mai, 30. Juni, 7. Juli, 14. Juli, 28. Juli, 11. August und 25. August, jeweils 11 Uhr. Am 25. August zusätzlich auch um 15 Uhr
Mittwoch, 22. Mai, 5. Juni, 19. Juni, 3. Juli, 31. Juli, 14. August und 21. August jeweils um 15 Uhr
Dienstag, 4. Juni, 2. Juli. 23. Juli, 6. August und 20. August, jeweils um 19 Uhr
Wir bieten Ihnen eine Abendführung durch die Ausstellung und servieren zur Einstimmung einen Apéritif. Eine verbindliche Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist erforderlich!
Tel. +49(0)7531/900 913 oder mail BenkoeU@stadt.konstanz.de
Kostenbeitrag; 7,- Euro
Dienstag, 25. Juni um 19 Uhr
Univ.-Prof. Dr. Michael Bringmann em.:
Von der Musik des Himmels zum Tod durch den Scharfrichter. Das legendäre Leben und Sterben der Hl. Cäcilie
Zunftsaal im Rosgartenmuseum Konstanz mit Apéritif
Eintritt: 5,- Euro
Sonntag, 16. Juni und 18. August, jeweils 11 Uhr
Mittwoch, 17. Juli um 15 Uhr
Bildbetrachtungen mit dem Theologen Robert Schatz, Konstanz und Galerieleiterin Barbara Stark
Um Anmeldung unter +49(0)7531/900 913 oder BenkoeU@stadt.konstanz.de wird gebeten.
Für Kinder im Vorschulalter bis zum jugendlichen Abiturienten, für Kindergärten und alle Schularten bieten wir ein abwechslungsreiches museumspädagogisches Programm.
Fordern Sie unseren Flyer an oder informieren Sie sich auf unserer Homepage oder nehmen Sie an der Einführung für Lehrer am Donnerstag, 6. Juni 2013 um 17 Uhr teil.
Rolf Escher
Erinnerungsräume. Von Berlin bis Venedig
7. September - 17. November 2013
Rolf Escher, 1936 in Hagen/Westfalen geboren, gilt als einer der herausragenden deutschen Zeichner und Druckgrafiker der Gegenwart. Der ehemalige Professor an der Fachhochschule Münster ist seit den 1960er-Jahren künstlerisch tätig. Escher stellte in zahlreichen renommierten Museen aus und zeigt in Konstanz rund sechzig seiner in den letzten Jahren entstandenen Graphiken.
Als Künstler geht Rolf Escher vom Sichtbaren aus, aber sein Realismus verharrt nicht beim vordergründig Wahrnehmbaren. Seine Aufmerksamkeit gilt der Dingwelt, doch der Blick durchdringt die Oberfläche, um das Magische im Wirklichen aufzuspüren. Eschers Thema ist der Raum ohne Mensch, den er in präzis gesetzten Linien, verwischten Konturen und zarten Aquarellfarben festhält. Städte, Paläste, Häuser, aber auch Gegenstände wie Koffer, Spiegel oder Stühle künden als abgenutzte, dem Verfall preisgegebene Hinterlassenschaften vom einstigen menschlichen Da-Sein.
In den letzten Jahren hat der Künstler Europa bereist. Verlassene Theater, alte Bahnhöfe, Treppenhäuser in aufgelassenen Villen, italienische Zeitungskioske, Klosterbibliotheken oder der Leinersaal des Rosgartenmuseums zählen zu den Schauplätzen, die er festgehalten hat und zu stillen Bildern von symbolhafter Ausdruckskraft verdichtet. Rolf Escher - ein zeichnender Metaphysiker, der mit einem ironisch-gebrochenen und zugleich liebevollen wie trauernden Blick auf die vom Menschen geschaffene Welt schaut und sie in seinen Blättern als Erinnerungsräume bewahrt.
Die andere Moderne
Kunst und Künstler in den Ländern am Rhein 1900 bis 1922
30. November 2013 - 23. Februar 2014
Unter den Kunst- und Kulturzeitschriften der Jahrhundertwende kam den Rheinlanden besondere Bedeutung zu. Die Zeitschrift erschien erstmalig im Oktober 1900 und bezog sich, wie ihr Name sagt, auf ein geografisches Gebiet. Damit wollte man der kulturellen Vorherrschaft von Berlin und München entgegentreten. Künstler aus den Anliegerstaaten des Rheins, von seiner Quelle bis zur Mündung, fanden in den Rheinlanden ein Forum. Das Kunstgeschehen am Bodensee, in Basel und Straβburg stand ebenso im Fokus wie das in Karlsruhe, Bonn, Köln, Düsseldorf u.a. Ab 1904 wurde die Rheinlande zum offiziellen Publikationsorgan des Verbands der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein.
Während der 22 Jahre ihres Bestehens setzte sich Die Rheinlande vor allem mit der bildenden Kunst auseinander, äusserte sich aber auch zu neuen Entwicklungen in Literatur, Architektur, Kunstgewerbe, Musik und Theater. Obwohl sie sich gegenüber den aktuellen Reformbewegungen der Jahrhundertwende aufgeschlossen zeigte, war die ästhetische Ausrichtung der Zeitschrift anfangs eher konservativ; ab 1907 begann sie sich der Avantgarde zu öffnen. Schon früh wurde z.B. über Adolf Hölzel, die rheinischen Expressionisten, über Giovanni Giacometti oder Cuno Amiet berichtet.
Die Ausstellung, die von drei Museen gemeinsam erarbeitet wird, erinnert an die länderübergreifende kulturelle Bedeutung der Rheinlande und untersucht ihre Bedeutung als kunsthistorisches Zeitdokument. Rund 120 ausgewählte Gemälde, Grafiken und Plastiken von mehr als 40 Künstlern, von Karl Albiker bis Ernst Würtenberger, geben anschaulich Einblick in eine spannungsvolle Epoche des Um- und Aufbruchs. Zugleich setzt jedes Haus einen regionalen Schwerpunkt, der in Konstanz die Bereiche Schweiz, Bodenseeraum und Stuttgart umfasst.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
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