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Unser Jahresprogramm 2011/2012

Lichtmaler
Kunstphotographie um 1900. Bilder einer Privatsammlung
3. Dezember 2011 bis 5. Februar 2012

 

Eine besondere Episode in der Geschichte der Photographie ist in wunderbaren Bildern zu entdecken: die „Kunstphotographie um 1900". Lange waren die Beziehungen zwischen Photographie und Kunst kaum das, was man als Wahlverwandtschaft bezeichnen würde. Bildende Kunst und Photographie lieferten sich einen erbitterten Kampf und waren doch viel enger miteinander verbunden, als es den Anschein hatte. Während die Kunstwelt die Photographie lange nicht als ihresgleichen anerkennen wollte, entwickelte die Photographie eine neue, seinerzeit unerhörte Bildsprache. Sie lieferte damit, gerade auch für Maler, neue Ansichten der Natur. Gleichzeitig experimentierten Amateurphotographen mit aufwändigen Techniken wie dem Gummidruck, um besondere malerische Wirkungen hervorzurufen.

Die Ausstellung erkundet diese verschlungene Geschichte wechselnder Blicke und wandernder Bilder anhand von Originalphotographien, aber auch seltenen Dokumenten, die aus einer Privatsammlung stammen. Dabei erweist sich die lange als Edelkitsch verpönte Kunstphotographie als eine nachgerade experimentelle wie avantgardistische Erkundung neuer Bildformen.

 

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Literatur-Kunst-Medien der Universität Konstanz.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von 15,- Euro

 

Öffentliche Führungen:

Sonntag, den 18. Dezember, 8. Januar, 22. Januar und 5. Februar, jeweils um 11 Uhr

Mittwoch, den 14. Dezember, 28. Dezember, 4. Januar und 25. Januar, jeweils um 15 Uhr

 

Happy Hour:

Dienstag, den 13. Dezember und 17. Januar, jeweils um 19 Uhr

 

Lesung:

Dienstag, den 10. Januar und Dienstag, den 31. Januar, jeweils um 19 Uhr

War die Kunstphotographie um 1900 Photographie oder Kunst? Oder gar beides? Darüber war man sich um die Jahrhundertwende ganz und gar nicht einig. An diesen beiden Abenden werden Originaltexte des Piktorialismus vorgetragen, die einen ebenso anschaulichen wie vergnüglichen Zugang zu jener spannenden Phase der Photographie eröffnen.

 

Anmeldung unter Tel. 07531/900 913 oder BenkoeU@stadt.konstanz.de ist aufgrund der beengten Raumverhältnisse erforderliche. Der Eintritt ist frei.

 

 

Mit dem Neuen Testament durch das Jahr
Dezember 2011 bis November 2012

 

Der Grundstock der Sammlungen der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz geht auf das Vermächtnis es 1860 verstorbenen Bistumsverweser Ignaz Heinrich von Wessenberg zurück. 2009 wurde seine nachgelassene Gemäldekollektion von der Baden-Württtemberg-Stiftung erworben und konnte damit als Dauerleihgabe für Konstanz erhalten werden.

 

Als Geistlicher sammelte Wessenberg bevorzugt religiöse Darstellungen. Ein Dutzend Gemälde, die Themen aus dem Neuen Testament behandeln, werden ab Dezember 2011 für ein Jahr im zweiten Stock der Wessenberg-Galerie gezeigt.

 

Diesen Bilderschatz möchten wir Ihnen gern näher bringen und laden Sie zu Werkbetrachtungen und Themeneinführungen in die Wessenberg-Galerie ein.

 

Sonntag, den 18. Dezember um 15 Uhr: Weihnachten: Die Geburt Christi

Sonntag, den 4. März um 15 Uhr; Johannes der Täufer

Sonntag, den 1. April um 15 Uhr; Ostern: Christus am Ölberg und Grablegung Christi

Sonntag, den 16. September um 15 Uhr; Die Erweckung des Lazarus

Sonntag, den 21. Oktober um 15 Uhr; Der Apostel Petrus

Sonntag, den 11. November um 15 Uhr; Maria, die Gottesmutter

 

Eintritt 3,- / 2,- Euro ermässigt
Die einzelnen Themen können auch von Schulklassen oder Gruppen gebucht werden. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Dr. Barbara Stark, Tel. 07531/900 376 oder StarkB@stadt.konstanz.de
 

   

  

Eros, Traum und Tod. Zwischen Symbolismus und Expressionismus. Die frühe Grafik von Karl Hofer, Wilhelm Laage und Emil Rudolf Weiß

25. Februar bis 22. April 2012

 

Vernissage: Freitag, 24. Februar um 19 Uhr

 

Um 1896 lernten sich die Studenten Karl Hofer (1878 - 1955), Wilhelm Laage (1868 - 1930) und EmilRudolf Weiß (1875 - 1942) an der Karlsruher Kunstakademie kennen. Ihr Interesse an zeitgenössischer Kunst und Literatur, und das aufwühlende Gefühl, sich in einer Situation des gesellschaftlichen und geistigen Umbruchs zu befinden, brachte sie zusammen. Sie verband Freundschaft und eine zeitweilig intensive Werkgemeinschaft - eine programmatisch ausgerichtete Künstlergruppe bildeten sie jedoch nicht.

 

In regem Austausch entwickelten sie ihr ausdrucksstarkes Frühwerk und bedienten sich bevorzugt der druckgrafischen Techniken Holzschnitt, Radierung und Lithografie. Liebe und Tod, Einsamkeit, Melancholie und Angst, das Verhältnis zwischen Mann und Frau waren die Leitthemen ihrer sich zwischen Symbolismus und Protoexpressionismus bewegenden Bildsprache. Frühzeitig setzten sie sich mit Künstlern wie James Ensor, Paul Gauguin, Max Klinger, Edvard Munch, Felix Vallotton u.a. auseinander. Ihre Kunst, die ebenso expressive wie surreale Elemente aufweist, beeinflusste wiederum jüngere Künstler, vor allem die „Brücke"-Maler. Der Winterthurer Großkaufmann Theodor Reinhart erkannte das Potential der drei Karlsruher und zählte zu ihren ersten Förderern.

 

Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen entsteht, zeigt rudn 100 Werke von Karl Hofer, Wilhelm Laage und Emil Rudolf Weiß, ergänzt durch ausgewählte Grafiken von anderen einflussreichen Künstlern jener Zeit.

 

Es erscheint ein Katalog

 

Öffentliche Führungen

Sonntag, den 4. März, 18. März, 1. April und 22. April, jeweils 11 Uhr

 Mittwoch, den 7. März, 21. März, 4. April und 18. April, jeweils 15 Uhr

 

Happy Hour

Dienstag, den 6. März, 3. April und 17. April, jeweils um 19 Uhr (Anmeldung erforderlich unter 07531/900 913)

 

Lesung am Dienstag, den 13. März um 19 Uhr

Dr. Andreas Gabelmann, Kunsthistoriker, Radolfzell

 Gustav Klimt und das ewig Weibliche

 Gustav Klimt (1862 - 1918), gefeierter wie umstrittener Pionier der Wiener Morderne um 1900, rückte wie kein zweiter Maler seiner Zeit die Darstellung des Weiblichen mit allen Facetten in den Mittelpunkt seines Schaffens.

Andreas Gabelmann stellt seine anlässlich Klimts 150. Geburtstag erschienene Publikation vor. Er beleuchtet die Motiv- und Stilentwicklung des Künstlers und präsentiert in Bild und Wort jene Frauen, die für Klimt bedeutsam waren - sei es als Muse oder Geliebte, Lebenspartnerin oder Auftraggeberin.

Eintritt 3,- Euro


Ilse Heller Lazard (1884 - 1934). Im Halbschatten der Zeit

6. Mai bis 26. August 2012

 

Vernissage: Sonntag, 6. Mai um 11 Uhr

 

Ilse Lazard, 1884 in Metz geboren, stammte aus einer großbürgerlichen jüdischen Familie. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Louise (Loulou) ging sie 1904 nach München, um privaten Kunstunterricht zu nehmen. Ilse Lazard, die das Münchner Bohème-Leben auskostete, zog nach einer kurzen Ehe nach Dresden, um bei Johann Walter-Kurau ihre Ausbildung fortzusetzen und schließlich nach Berlin, wo sie in einer privaten Malschule u.a. von Lovis Corinth unterrichtet wurde. 1915 lernte sie den zehn Jahre jüngeren Bildhauer Ernst Heller kennen und folgte ihm 1916 in seine Schweizer Heimat Eglisau am Rhein. Nach der Heirat 1918 lebte das Paar zunächst in Zürich, übersiedelte Ende 1919 aber nach Rom und 1927 nach Paris.

 

Als Malerin feierte Ilse Heller-Lazard 1919 mit ihren zumeist kleinformatigen Gemälden erste Erfolge. Ihre Werke bestechen durch Reduktion des Motivs, markanten Farbauftrag und Lösung des Kolorit' vom Naturvorbild. Doch die Künstlerin zog sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. 1934 starb sie mit erst 49 Jahren an den Folgen einer Operation.

 

Ilse Heller-Lazards Werk, das erst vor wenigen Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, zeugt von ungewöhnlicher Gestaltungskraft und der eigenwilligen Auseinandersetzung mit den Kunstströmungen jener Zeit. Zugleich steht das Leben dieser Frau beispielhaft für eine Künstlerinnengeneration, die mutig mit herkömmlichen Konventionen brach und sich mit der Hinwendung zur Kunst bewusst für ein Leben jenseits bürgerlicher Normen entschied.

 

Zur Ausstellung ist eine Publikation erhältlich.

Der Sturm (1910 - 1932). Expressionistische Grafik

8. September bis 25. November 2012

 

Vernissage: Freitag, 7. September um 19 Uhr

 

Mit seiner Zeitschrift „Der Sturm", die von 1910 bis 1932 erschien, und der gleichnamigen Galerie, die er 1912 in Berlin eröffnete, verhalf Herwarth Walden vor 100 Jahren dem Expressionismus zum Durchbruch.

 

Der von Waldens erster Frau, der Dichterin Else Lasker-Schüler stammende Name „Der Sturm" war Programm: Sowohl die Zeitschrift als auch die Galerie waren Experimentierbühnen für die avantgardistische Moderne in den Bereichen Literatur, Musik und Kunst. Die bekanntesten Maler stellten in der „Sturm"-Galerie ihre Arbeiten aus oder schufen für die Zeitschrift Originaldruckgrafiken, neue künstlerische Strömungen wie Kubismus oder Futurismus fanden in Deutschland hier ihre bedeutendste Förderung. Herwarth Walden verstand es, unterschiedlichste künstlerische Temperamente an sich zu binden - die „Brücke"-Maler fanden im „Sturm" ebenso ein Forum wie die Mitglieder des „Blauen Reiter", Künstlerinnen wie Jacoba van Heemskerck, Maria Uhden oder Nell Walden waren vertreten, aber auch die europäischen Konstruktivisten und die rebellischen Wiener um Oskar Kokoschka.

 

Die Ausstellung zeigt rund hundert Originaldruckgrafiken und Dokumente aus einer Schweizer Privatsammlung und lässt eine der stürmischsten und spannendsten Epochen der deutschen Kunstgeschichte lebendig werden.

 

Zur Ausstellung ist eine Publikation erhältlich.

Die Rheinlande. Zeitschrift und Künstlervereinigung 1900 - 1922

8. Dezember 2012 bis 3. März 2013

 

Vernissage: Freitag, 7. Dezember um 19 Uhr

 

Unter den Kunst- und Kulturzeitschriften der Jahrhundertwende kam den Rheinlanden besondere Bedeutung zu. Die Zeitschrift erschien erstmalig im Oktober 1900 und bezog sich, wie ihr Name sagt, auf ein geografisches Gebiet. Damit wollte man der kulturellen Vorherrschaft von Berlin und München entgegentreten und den Blick weiten, indem man unter die „Rheinlande" sämtliche Anliegerstaaten des Flusses zählte. Das Kunstgeschehen am Bodensee, in Basel und Straßburg stand ebenso im Fokus wie das in Karlsruhe, Bonn, Köln, Düsseldorf u.a. Während der 22 Jahre ihres Bestehens setzte sich Die Rheinlande vor allem mit der bildenden Kunst auseinander, äußerte sich aber auch zu neuen Entwicklungen in Literatur, Musik, Theater, Architektur und Kunstgewerbe. Obwohl sie sich gegenüber den aktuellen Reformbewegungen der Jahrhundertwende aufgeschlossen zeigte, war die ästhetische Ausrichtung der Zeitschrift anfangs eher konservativ; ab 1907 begann sie sich der Avantgarde zu öffnen.

 

Die Ausstellung, die von vier Museen gemeinsam erarbeitet wird, erinnert an die länderübergreifende kulturelle Bedeutung der Rheinlande und untersucht sie in ihrer Funktion als Zeitdokument. Ausgewählte Gemälde, Grafiken und Plastiken von Karl Albiker, August Babberger, Eduard von Gebhardt, Hans Meid, Wilhelm Trübner und vielen mehr zeichnen ein anschauliches Bild der in der Zeitschrift vertretenen Künstler. Zugleich setzt jedes Haus einen regionalen Schwerpunkt, der in Konstanz die Bereiche Schweiz, Bodenseeraum und Stuttgart umfasst.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


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