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Tag des offenen Denkmals 2018

„Entdecken, was uns verbindet“ – so lautet das deutschlandweite Motto des Tags des offenen Denkmals 2018 am Sonntag, den 09. September. Damit reiht sich der diesjährige Denkmaltag in die vielfältigen Aktionen des Europäischen Kulturerbejahres (ECHY) ein, die unter der Überschrift „Sharing Heritage“ stehen. Der Blick auf das gemeinsame kulturelle Erbe – idealer Anlass für die Nachbarstädte Konstanz und Kreuzlingen, ihren zahlreichen institutionellen und persönlichen Verbindungen seit dem frühen Mittelalter nachzuspüren und die verschiedenen Aspekte einer gemeinsamen Vergangenheit anhand konkreter baulicher Zeugnisse zu beleuchten.

Eröffnet wird die diesjährige Veranstaltung um 11:00 Uhr an der Kunstgrenze, Uferweg Klein-Venedig, von Dorena Raggenbass, Vize-Stadtpräsidentin der Stadt Kreuzlingen und Karl Langensteiner-Schönborn, Bürgermeister der Stadt Konstanz. Für die musikalische Umrahmung sorgt Bernd Konrad am Saxophon.
Bei schlechtem Wetter findet die Eröffnungsveranstaltung im benachbarten SBW Talent Campus in Kreuzlingen statt.


Plan für den Tag des offenen DenkmalsNeues FensterPlan für den Tag des offenen Denkmals Plan für den Tag des offenen Denkmals© Herman Bentele

Die Klöster Petershausen und Kreuzlingen - Orte des Konstanzer Kirchenkranzes

Der um 600 gegründete Konstanzer Bischofsitz mit seiner Kathedrale auf dem linksrheinischen Münsterhügel war Zentrum einer in verschiedene Richtungen ausstrahlenden Sakrallandschaft. Besondere Impulse verlieh ihr der später heiliggesprochene Bischof Konrad. Nach dem Vorbild der römischen Patriarchalkirchen umgab er seine Bischofskirche mit einem Kranz kirchlicher Stiftungen. Sein Nachnachfolger, der ebenso von späteren Generationen zu den Altären erhobene Gebhard II., gründete im Jahr 983 jenseits des Rheins das Kloster Petershausen und unterstellte es der Benediktinerregel.

Element des frühmittelalterlichen Konstanzer Kirchenkranzes war auch ein Hospiz, angeschlossen an das Mauritiusstift am Münster. Mit der Aufgabe, Pilger und Arme zu versorgen, darf seine Lage entlang der Hauptstraße in den Thurgau vermutet werden, etwa beim Münster an der Wessenbergstraße oder weiter südlich im Umfeld eines bischöflichen Fronhofs als Keimzelle der späteren Vorstadt Stadelhofen. In topographischer Hinsicht stellen die früh- und hochmittelalterlichen Stiftungen Keimzellen der Siedlungsentwicklung seit dem späten Mittelalter dar. So markiert die Gründung von Petershausen den ersten Brückenschlag der bischöflichen Stadt über den Rhein, der in eine spätmittelalterliche Vorstadtbildung mündete und letztlich den Kern der umfangreichen Siedlungstätigkeit des neuzeitlichen Konstanz seit dem 19. Jahrhundert auf dem Bodanrück darstellt.

Nach langen Jahrzehnten der hermetischen Absperrung als Kaserne wurde der Petershauser Klosterbezirk in den 1980er Jahren zur „Neuen Mitte" aufgewertet und mit städtischen Aufenthaltsqualitäten versehen. Dennoch ist der klösterliche Ursprung wenigstens für den flüchtigen Betrachter heute kaum noch spürbar, denn es fehlt das Herzstück: die nach einem Klosterbrand um 1160 errichtete romanische Klosterkirche wurde 1832 komplett abgerissen. Einzig einige Reste des bedeutenden Figurenportales blieben erhalten und gelangten in das Badische Landesmuseum nach Karlsruhe. Seit 2018 erinnert eine am historischen Ort platzierte freie Nachbildung des Steinportals in COR-TEN-Stahl an den längst verschwundenen Sakralbau.

Ganztägig geöffnet.

Führungen: 12:30, 14:00, 15:30, 17:00 mit Treffpunkt an der Portalskulptur

Konstanz, Benediktinerplatz 5

Die ehemalige Prälatur des Klosters Petershausen, Luftbild
Die ehemalige Prälatur des Klosters Petershausen

Der älteste erhaltene Teil des Klosters Petershausen ist die bis in das frühe 16. Jahrhundert zurückreichende, im 17. Jahrhundert erweiterte Prälatur entlang der Spanierstraße mit prachtvoller Renaissanceausstattung. Mit diesem herrschaftlichen Bau hat sich zugleich ein Abschnitt des mittelalterlichen Kreuzgangs mit kunstvollen spätgotischen Schlingengewölben erhalten.

Ganztägig geöffnet

Führungen: 12:30, 14:00, 15:30 Uhr

Konstanz, Benediktinerplatz 6

Die Grundsteinlegung der heutigen Kirche St. Ulrich und Afra in Kreuzlingen erfolgte am 4. Juli 1650 und die Weihe am 26. Oktober 1653. Mit dem Bau der Ölbergkapelle 1760-1762 erhielt die Kirche ein weiteres Schmuckstück mit 281 geschnitzten Arvenfiguren. Abt Prosper Donderer ließ ab 1765 den gesamten Kirchenraum im Rokoko-Stil umbauen.

Wohl einschneidendstes modernes Ereignis für die gesamte Klosteranlage war der Brand vom 19./20. Juli 1963. Die eben restaurierte Kirche brannte bis auf die Ölbergkapelle, den Chor und den Turmstock nieder. Auch die Klosterflügel waren in Mitleidenschaft gezogen. 1963-1967 wurden die verwüsteten Gebäude wieder aufgebaut, rekonstruiert und die Kirche anschließend durch Papst Paul VI. zur Basilica minor erhoben.

Ganztägig geöffnet.

Führungen: 14:00, 15:30 Uhr

Kreuzlingen, Hauptstr. 85

Konventbau des Klosters Kreuzlingen
Konventbau des Klosters Kreuzlingen

Die Konventbauten des Augustinerstifts in Kreuzlingen erstellten die Baumeister und Architekten Michael Beer von Au und Jakob Sayler zwischen 1665 und 1692. Abt Prosper Donderer ließ 1764 auch das Kloster teilweise im Rokoko-Stil umbauen.

Seit 1850, nach der Säkularisierung, dienen die Konventbauten der pädagogischen Maturitätsschule (ehem. Thurgauisches Lehrerseminar). Größter baulicher Eingriff in die barocke Klosteranlage war nach der Umnutzung der Abbruch des Bibliothekflügels 1854, der damit den einzigen geschlossenen Hof neben der Kirche zur Hauptstraße hin öffnete. Eine Schulerweiterung erfolgte zudem 1970-1972 durch Esther und Rudolf Guyer.

Führungen: 14:00, 15:30 Uhr mit Treffpunkt Eingang Hauptstraße, Bronzetür

Kreuzlingen, Hauptstr. 87

Grenzüberschreitende Stationen auf dem Jakobsweg

Konstanz - als ehemaliger Bischofssitz geistliches Zentrum der Bodenseeregion - steht seit jeher im Zentrum christlicher Pilgerströme. Gelegen an wichtigen Verkehrswegen war die Stadt bereits im Mittelalter Sammelpunkt für süddeutsche Wallfahrer, welche von hier aus in die großen Pilgerstätten der Christenheit aufbrachen. Besondere Bedeutung kommt der Bodenseemetropole bis heute als Zielort des Oberschwäbischen Pilgerweges und Ausgangsort des Schwabenweges zu, welcher in das schweizerische Einsiedeln führt und über weitere Stationen die deutschen Länder mit den französischen Routen des Jakobswegs verknüpft. Somit ist die ehemalige Bischofsstadt am Bodensee über ein Netz von Pilgerpfaden mit dem knapp 2.000 Kilometer entfernt liegenden Santiago di Compostela, der Grabstätte des Apostels Jakobus, verbunden.

Die Allmannsdorfer Lorettokapelle wurde aufgrund eines Gelübdes der Konstanzer Bürgerschaft nach überstandener Belagerung durch die Schweden im 30jährigen Krieg erbaut und schließlich 1638 geweiht.

Sie ist die erste Station, welche die Wallfahrer seit der Frühneuzeit aufsuchen, wenn sie von Ulm kommend in Meersburg über den Bodensee setzen. Über den Lorettosteig war dieses hoch über der Bodanrückspitze gelegene Heiligtum einst direkt mit der Staader Schiffsanlegestelle verbunden.

Ganztägig geöffnet.

Führungen: 12:30, 14:00, 15:30, 17:00 Uhr

Konstanz, Lorettosteig 23

Louis Thümling nach Zeichnung von C. Dykerhoff; Münster von Nordwesten; 1856; Stahlstich koloriert
Louis Thümling nach Zeichnung von C. Dykerhoff; Münster von Nordwesten; 1856; Stahlstich koloriert© Rosgartenmuseum Konstanz

In der Krypta des Münsters Unserer Lieben Frau befinden sich gleich zwei bedeutende Heiligengräber: der seit 904 in Konstanz verehrte römische Märtyrer Pelagius liegt dort neben dem 975 verstorbenen und 1123 heiliggesprochenen Bischof Konrad zur letzten Ruhe gebettet.

Bischof Konrad hat seinen Bischofsitz mit einem Kranz an kirchlichen Stiftungen ausgestattet, verlieh diesen bedeutende Patrozinien und machte das allmählich sich entwickelnde Konstanz zum „zweiten Rom". Teil des Kirchenkranzes ist die Stiftskirche St. Mauritius direkt neben dem Münster - aufgrund ihrer Form Mauritiusrotunde genannt.

Inspiriert von einer Pilgerreise in die Heilige Stadt ließ Konrad neben seiner Bischofskirche kurz nach 940 eine Nachbildung der Grabeskirche errichten und stattete sie mit der Schenkung einer Mauritiusreliquie seines Freundes Bischof Ulrich von Augsburg aus. Im Zentrum der Rundkirche platzierte er das „Grab Christi". So wurde das „zweite Rom" auch noch zu einem „zweiten Jerusalem" erhoben.

Ganztägig geöffnet.

Führungen ins Dachwerk und zu den Pilgerstätten: 12:30, 14:00, 15:30, 17:00 Uhr. Nähere Informationen hierzu finden Sie vor Ort.

Konstanz, Münsterplatz 2

Zahlreiche Herbergen für die Pilger säumten den Jakobsweg. Eine davon ist das Haus „Zum Englischen Gruß" im einst eigenständigen Dorf Emmishofen. Es entstand vermutlich im späten 16. oder 17. Jahrhundert und verfügte bis ins 20. Jahrhundert über einen mit „Einsiedler-Zimmer" bezeichneten Raum. Die Fassade zierte ein barockes Wandgemälde mit dem englischen Gruss (Verkündigung der Frohbotschaft an Maria).

Nachdem das Gebäude 1993 fast ausbrannte, wurde es umfassend restauriert und umgebaut. Die Arbeiten brachten Reste einer ursprünglich sehr reichen Ausstattung zu Tage. Neben grau bemaltem Sichtfachwerk, Renaissancemalereien und einer feingliedrigen Rokokostuckdecke kann als Prunkstück die Stuckdecke im 2. Obergeschoss aus dem späten 18. Jahrhundert gelten. Sie zeigt in der mittleren Kartusche den hl. Georg im Kampf mit dem Drachen und in den Eckkartuschen die vier Elemente Luft, Wasser, Feuer und Erde (letztere zerstört). Seit der Restaurierung ziert der barocke Hausname in goldenen Lettern wieder den Bau.

Führungen (nur mit Voranmeldung): 12:30, 14:00 Uhr

Voranmeldung bis Do., 06.09.2018 bei: Ueli Wepfer, info@architekturforumKK.org

Kreuzlingen, Bernrainstrasse 1

Die Kirche St. Stephan in Kreuzlingen
St. Stephan, Kreuzlingen

1901 erfolgte die Grundsteinlegung und am 7. Juli 1903 schließlich die Kirchweihe von St. Stefan als neuen und näher am Dorf gelegenen Kirche von Bernrain.

Der neobarocke Kirchenbau besticht noch heute durch sein aufwändig gestaltetes Äußeres, welches sich zur ursprünglichen Pilgerstraße hin orientiert: Granitsockel, Wandzonen mit Kammputz, Lisenen und Fenstergewände in Backstein und Bauschmuck in Sand- und Kunststein, dazu ein hochaufragender Turm ergeben eine imposante Erscheinung. Eine Besonderheit im original erhaltenen Innern ist die liturgische Ausstattung in Majolika, die in der nahe gelegenen Keramikfabrik Burkart hergestellt wurde.

Ganztägig geöffnet.

Führungen: 15:30, 17:00 Uhr

Kreuzlingen, Bernrainstrasse 10

Um 1384 stiftete der Konstanzer Leinweber Johann Kräntzli für sein Seelenheil die Heilig-Kreuz-Kapelle mit einem Kruzifix und übergab sie am 24. Juli 1388 noch unvollendet der Stadt Konstanz. Die Kapelle avancierte im Folgenden zum Wallfahrtsort und zog neben Pilgern vor allem auch Konstanzer Bürger an.

Bereits die äußere Form der Kapelle zeugt von etappenweisen Vergrößerungen in den letzten 600 Jahren. Seine heutige Ausdehnung bekam das Gebäude nach der Erweiterung 1829/30. Die längsrechteckige Saalkirche besitzt einen polygonalen östlichen Chorabschuss sowie eine südlich an den Chor angebaute Marienkapelle. Letztere wurde wohl um 1460 als Sakristei errichtet.

Geöffnet bis 15:30 Uhr.

Führungen: 12:30, 14:00 Uhr

Kreuzlingen, Bernrainstr. 71

Jakobsmuschel
Jakobsmuschel© Peter Eich, www.jakobsweg.de

Zum grenzüberschreitenden Jakobsweg wird eine Radtour mit Führungen an den Stationen angeboten.

Sie startet um

12:00 Uhr an der Loretto-Kapelle mit Ziel Heilig-Kreuz-Kapelle Bernrain, und um

15:00 Uhr an der Heilig-Kreuz-Kapelle Bernrain mit Ziel Lorettokapelle.

Zeugnisse Konstanzer Patrizier und Domherren diesseits und jenseits der Grenze

Die engen Beziehungen zwischen Kreuzlingen und Konstanz lassen sich für das Mittelalter und die Frühneuzeit vor allem an der Oberschicht, zu deren Kennzeichen eine vergleichsweise hohe Mobilität zählt, veranschaulichen. Die Grenzen zwischen Landadel, auch dem thurgauischen, und städtischem Patriziat waren fließend. Der Landadel drängte ins Konstanzer Bürgerrecht, was zu einem besonderen Schutzstatus führte. Bezeichnenderweise bestand die ehrwürdige Gesellschaft „Zur Katz" auch aus thurgauischen Familien. Das Konstanzer Patriziat erwarb gerne bereits bestehende Landsitze, was wiederum mit hoheitlichen Rechten verbunden war.

Ein prachtvolles geistliches Anwesen bestimmt bis heute den nördlichen Stadteingang hinter dem Rheintorturm. Anstelle des in die Torgasse verlegten bischöflichen Spitals wurde unter Dompropst Markus Sittich von Hohenems, dem späteren Salzburger Erzbischof, 1609 die Dompropstei errichtet, repräsentativer Wohnsitz des höchsten bischöflichen Beamten.

Um 1750 fand unter Dompropst Johann Ferdinand Truchsess von Waldburg-Wolfegg ein grundlegender Umbau statt, welcher der Propstei ihr heutiges spätbarockes Gepräge verlieh. Wesentlicher Bestandteil repräsentativer Sitze geistlicher Würdenträger ist die Hauskapelle. Die der Hl. Maria Magdalena geweihte Kapelle der Dompropstei zeigt sich mit ihren zierlichen Stuckornamenten und den farbintensiven Deckenbildern des Konstanzer Malers Franz Ludwig Herrmann in feiner spätbarocker Baugestalt, wobei die eingezogenen Stützen eine nicht ganz passende statische Sicherung der 1960er Jahre darstellen.

Seit 1985 dient der Sakralraum der russisch-orthodoxen Prokopiusgemeinde.

Führung in der Kapelle: 14:00 Uhr

Konstanz, Rheingasse 20

Der Domdekaneihof am Münsterplatz 9
Münsterplatz 9

Durch den Verlust der Hofummauerung im frühen 19. Jahrhundert ist heute nicht mehr ohne weiteres ersichtlich, dass die beiden Anwesen Münsterplatz 7 und 9, jeder für sich ein beeindruckendes Bauvolumen aufweisend, die 1275 erstmals urkundliche erwähnte Kurie der Konstanzer Domdekane gemeinsam bildeten.

Im Zuge der Restaurierung des Treppenhauses im Domdekaneihof in den Jahren 2015/16 wurde eine besondere Wandfassung wiederentdeckt: eine in größerem Umfang noch erhaltene Darstellung zweier alttestamentlicher Szenen an der östlichen Außenwand des Vestibüls, die sich anhand stilistischer Vergleiche in das frühe 16. Jahrhundert datieren lassen. Die fragmentarisch erhaltenen Wandbilder wurden weitgehend konservierend, d. h. ohne restaurierende Übermalungen in ihrem historischen Bestand gesichert.

Ganztägig geöffnet.

Führungen: 12:30, 14:00, 15:30, 17:00 Uhr

Konstanz, Münsterplatz 9

„Im Schatten des Münsters", in der Münzgasse entstand in nur drei Jahren die eigentliche Versammlungsstätte Geschlechtergesellschaft „Zur Katz", das Haus „Zur Katz". Mit seiner Rustikafassade darf es als Frühwerk der Renaissancearchitektur nördlich der Alpen bezeichnet werden. Bemerkenswert ist eine bereits 1444 in die offene Erdgeschosshalle eingestellte sekundäre Stützkonstruktion, die ein bestehendes Wegerecht und damit die mittige Durchfahrt zu berücksichtigen hatte. Einem Brand 1869 fiel insbesondere der Festsaal im Obergeschoss zum Opfer. Der Wiederaufbau führte zur Geschossunterteilung der Halle, zu neuen Raumstrukturen und zu einem flachen Satteldach.

Ganztägig geöffnet.

Führungen: 12:30, 14:00, 15:30 Uhr mit Treffpunkt Sankt-Stephansplatz 41

Konstanz, Sankt-Stephans-Platz 41 - Katzgasse 3

Schwarzacher Hof, Zollernstraße 4
Schwarzacher Hof, Zollernstraße 4

In der Zollernstraße, einem spätmittelalterlich bebauten Straßenzug innerhalb der aufgeschütteten Konstanzer Flachwasserzone, befindet sich mit dem Schwarzacher Hof ein auffallend großes Stadtpalais.

Um 1360 entstand, angefügt an das um einige Jahre ältere östliche Nachbarhaus, ein hoher dreigeschossiger Steinbau, der zum westlichen Nachbarn zunächst eine möglicherweise als Hofeinfahrt genutzte Lücke freiließ. Der Palais wurde, immer im aktuellen Stil der Zeit, ausgebaut, geändert und erweitert.

Führungen (nur mit Voranmeldung): 12:30, 14:00, 15:30, 17:00 Uhr

Voranmeldung bis Do., 06.09.2018 bei: Christiane Heynen, christiane.heynen@konstanz.de

Konstanz, Zollernstr. 4

Das „Schloss Seeburg" am Fuße des Hörnlibergs am Kreuzlinger Seeufer wurde als Landsitz erbaut . Es steht heute in einer großen öffentliche Parkanlage mit wertvollem historischem Baumbestand. Seine Gründung geht auf den Konstanzer Patrizier Johann Jakob Atzenholz Zollikofer zurück, der um 1598 ein erstes Schloss mit dem Namen „Neuhorn" errichtete.

Nach einer bewegten Geschichte mit Bränden und Säkularisierung erwarb der Handelsmann Gottfried Ferdinand Ammann im Jahr 1857 das nun als „Seeburg" bezeichnete Gebäude und sicherte sich nach und nach sämtliche umliegende Liegenschaften. Er schuf damit ein ausgedehntes Privatanwesen am See und zugleich die Grundlage für die heutige, einzigartige öffentliche Parkanlage am Bodensee. 1958 kaufte die Stadt Kreuzlingen das Anwesen und sicherte damit ein wichtiges Naherholungsgebiet am See, das rege auch von den Konstanzer Nachbarn genutzt wird.

Führungen: 14:00, 15:30, 17:00 Uhr

Kreuzlingen, Seeweg 5

Schloss Bernegg in Kreuzlingen
Schloss Bernegg in Kreuzlingen

Das Schloss Bernegg, ein weiterer Kreuzlinger Landsitz eines Konstanzer Stadtbürgers, befindet sich auf der Anhöhe oberhalb des historischen Dorfkerns von Emmishofen. Der Nordflügel der heutigen Anlage wurde wohl um 1600 errichtet. Erbauer dürfte ein reicher Konstanzer Stadtbürger gewesen sein, als erster überlieferter Besitzer ist der Konstanzer Bürger Wolfgang Sättelin bekannt.

Das Schloss Bernegg ist bis heute im Besitz der Familie Merhart, die 1767 in den rittermäßigen Reichsadel gehoben wurden und seither das Prädikat „von Bernegg" tragen.

Am Tag des offenen Denkmals können im Privathaus die museal erhaltenen Räume mit Ahnensaal, Bibliothek und Hauskapelle besichtigt werden.

Führungen (nur mit Voranmeldung): 14:00, 15:30, 17:00 Uhr

Voranmeldung bis Do., 06.09.2018 bei: Ueli Wepfer, info@architekturforumKK.org

Kreuzlingen, Berneggstrasse 6

Der Bodensee als Wasserstraße - historische Ökonomiebauten am Seeufer

Seit dem Mittelalter sind sie Bestandteil der Uferszenerie und verorten die Siedlungen rund um den See - die unmittelbar am Wasser errichteten Speicherbauten und Kaufhäuser, wie sie sich in Rorschach, Meersburg, Überlingen oder Konstanz erhalten haben. Sie künden von der über Jahrhunderte währenden ökonomischen Bedeutung des Bodensees als bevorzugter Wasserstraße, ehe im 19. Jahrhundert die Städte und Dörfer rings um den See durch die Eisenbahn landseitig verbunden wurden.

In Konstanz zeugt das Kaufhaus am Hafen, im Volksmund auch "Konzil" genannt, von Wohlstand und Wirtschaftskraft der spätmittelalterlichen Reichsstadt. Der in die seeseitige Stadtmauer eingebundene Großbau wurde 1388-91 vom städtischen Werkmeister Heinrich Arnold für den Fernhandel mit Oberitalien errichtet. Seine Hauptfassade ist nicht der Stadt, sondern dem See zugewandt, über den die Kaufleute von der Mündung des Alpenrheins her mit Schiffen gefahren kamen. Dabei muss man sich die ursprüngliche Wirkung noch wesentlich dominanter als heutzutage vorstellen. Vor den Aufschüttungen des 18. Jahrhunderts standen die vier massigen Strebepfeiler aus Buckelquadern direkt im flachen Wasser. Der Stapelplatz für die Handelsware, war nämlich inselartig dem Baukörper vorgelagert, so dass das Kaufhaus direkt von Lädinen aus über den heute verlorenen Ladeerker beschickt werden konnte. Im 19. Jahrhundert nahm der Speicherbau das staatliche Zollamt auf. Ausdruck dieses Wandels ist die dem Bau vorgelagerte „Patronentasche", seit 1910 Ort einer Gastronomie.

Führungen: 12:30, 14:00, 15:30, 17:00 Uhr

Konstanz, Hafenstraße 2

Das Seemuseum in Kreuzlingen
Seemuseum, Kreuzlingen

Die Kornschütte wurde um 1680 als Großkellerei und Lagerhaus des Klosters Kreuzlingen errichtet. Bereits 1716/17 erfolgte eine größere Renovation, bei der das gesamte Holzgefüge ersetzt wurde, denn vermutlich war das Gebäude bereits 30 Jahre nach seiner Vollendung in baufälligem Zustand. Nach der Säkularisierung des Klosters im frühen 19. Jahrhundert diente das Gebäude der Landwirtschaftlichen Schule und ging später in private Hand über. 1863 vereinte August F. Ammann-Volkart die Seeburgliegenschaft mit der Kornschütte und gab beiden Liegenschaften um 1895 ihr heutiges historistisches Aussehen. 1954 übernahm die Stadt das Gut und überließ 1988 die Kornschütte der Stiftung Seemuseum, die das Gebäude renovierte und zum Museum umnutzte.

Ganztägig geöffnet.

Führungen: 14:00, 15:30, 17:00 Uhr

Kreuzlingen, Seeweg 3

Konstanzer und Kreuzlinger Industriearchitektur nach 1900

Die im ausgehenden 18. Jahrhundert einsetzende Industrialisierung ist ein nationale Grenzen sprengendes Phänomen - das kann auch im deutsch-schweizerischen Grenzraum, in Konstanz und Kreuzlingen beobachtet werden. In Konstanz wird die Industrialisierung von calvinistischen Glaubensflüchtlingen aus Genf eingeleitet: Im durch die josephinischen Reformen säkularisierten Dominikanerkloster auf der Konstanzer Insel gründete Jacques Louis Macaire de L'Or die erste Konstanzer Indiennefabrik.

Das Textilgewerbe sollte für die Industrialisierung in Konstanz zunächst bestimmend bleiben, entscheidende Impulse kamen weiterhin von der Genfer Kolonie auf der Dominikanerinsel. Auf dem Landgut der Schneckenburg am Seerhein gründete Johann Georg Schlumberger eine weitere Indiennefabrik, aus der sich ab 1812 die Stoffdruckerei der aus dem schweizerischen Aarau stammenden Gebrüder Gabriel und Ludwig Herosé entwickelte. Damit war zugleich der Grundstein für das erste Konstanzer Industriegebiet am Seerhein gelegt.

Die das heutige Bild noch prägende Erweiterung und Neugestaltung der Fabrikanlage der Fa. Stromeyer am Seerhein geschah ab 1905 und wurde durch einen Brand auf dem Werksgelände 1910 noch forciert. Philipp Jakob Manz - einer der renommiertesten deutschen Industriearchitekten seiner Zeit - realisierte ein architektonisch wie funktional aufeinander abgestimmtes Ensemble aus Fabrikationshallen, Magazinen und Verwaltungsbauten. Straßennamen und Hausnummern verwiesen sinnfällig auf die geschlossene bauliche Einheit - Stromeyersdorf eben, oder - wie eine Firmenfestschrift verkündet - „das erste Dorf am deutschen Rhein".

1989 musste Stromeyer nicht zuletzt aufgrund der Konkurrenz aus Fernost am Traditionsstandort Konstanz die Produktion einstellen. Das leergezogene Fabrikareal am Seerhein fiel schließlich im Zwischenerwerb an die Stadt. Bis in unsere Tage entsteht hier auf Grundlage eines stadtökologisch orientierten Modellprojektes ein Gewerbegebiet unter dem überlieferten Namen „Stromeyersdorf".

Führungen: 15:30, 17:00 Uhr mit Treffpunkt Bleicherstraße 8

Konstanz, Bleicherstr. 8

Villa Reichle in Kreuzlingen
Villa Reichle, Kreuzlingen

Begünstigt durch den Bau der Eisenbahn siedelte sich auch in Kreuzlingen Industrie an. Neben Fabriken, die Tonwaren, Hüte, Zeltplanen, Ziegel, Feuerwerkskörper und Öfen herstellten, gab es auch die Schuhfabrik Raichle an der Schützenstraße 33/35. Sie wurde 1909 durch Louis Raichle gegründet und produzierte bis 1995 am Standort Kreuzlingen. Bekannt wurde die Firma vor allem durch ihre Wander- und Skischuhe. Von der ursprünglichen Fabrikanlage von 1909 der Architekten Weideli und Kressibuch überdauerte bis heute lediglich die Villa. Das zweigeschossige Gebäude mit imposanter Fassadengestaltung - darunter kannelierte Lisenen und ein Scheinportikus mit Halbsäulen am Haupteingang - wurde 1915 erbaut. Es hat bis heute einen umfassenden historischen und qualitätsvollen Baubestand beibehalten. Sogar ein bauzeitliches Badezimmer blieb bestehen.

Führungen (nur mit Voranmeldung): 14:00, 15:30, 17:00 Uhr

Voranmeldung bis Do., 06.09.2018 bei: Ueli Wepfer, info@architekturforumKK.org

Kreuzlingen, Schützenstrasse 37

Trennendes und Verbindendes - Grenzräume zwischen Konstanz und Kreuzlingen

Es gibt sichtbare und unsichtbare Grenzen. Sichtbar werden sie durch Mauern, Wälle und Zäune. Derzeit haben Grenzzäune weltweit Konjunktur. Grenzen beeinflussen zuallererst das Leben der Grenzbewohner, und sie sagen - zum Zweiten - etwas aus über die Beziehungen zwischen zwei Staaten oder zwischen Staatenbund und Drittstaaten. Sie werden selektiv wahrgenommen, in Europa etwa von EU-Bürgern und Schweizern anders als von Migranten. Auf einer dritten Ebene betreffen sie Flüchtlinge, die aus politischen oder ethischen Gründen aus einem Land fliehen wollen (z.B. in der Revolution von 1848 oder während des Dritten Reiches). Die Grenze erreichen ist das eine, vom anderen Land aufgenommen werden ist das andere. Und in einer vierten Ebene hat die Grenze Konsequenzen für die aktuellen Migrationen, die in Afrika oder Asien entstanden sind. Das Verhältnis Konstanz-Kreuzlingen, das Verhältnis von Schweizern und Deutschen, europäische Regelungen und die internationale Flüchtlingspolitik treffen hier zusammen. Währungsschwankungen und Zollbestimmungen beeinflussen die Verkehrs- und Käuferströme sowie das Nachbarschaftsverhältnis.

Die Grenze um Konstanz ist 1831, 1878 und 1938 präzisiert und verändert worden, sei es durch die Einführung der Schweizer Eisenbahnlinien 1878 oder durch Abgrenzungsbemühungen im Dritten Reich. Zwischen Konstanzer Bucht und Seerhein wurden die unterschiedlichsten Formen von Grenzzäunen verwendet, hinter denen sich verschiedene Zielsetzungen verbargen, sei es die Verhinderung des Nachrichtenflusses oder die Abweisung von Flüchtlingen, z.B. während des Dritten Reiches.

Das Döbele und das Tägermoos können als besondere Beispiele für die Verflechtung von Konstanz mit Kreuzlingen bzw. dem Thurgau gelten.Die Einbeziehung der Schweiz in das Schengen-Abkommen hat die Grenze durchlässig und die Zäune überflüssig gemacht. Kunstgrenze und Wall sind an ihre Stelle getreten.

11:30 Uhr, im Anschluss an die Eröffnung: Radtour Grenzräume, von der Kunstgrenze zum Seerhein

15:30 Uhr: Spaziergang Grenzräume, vom Emmishofer Zoll zur Kunstgrenze auf Klein-Venedig

Grenzbeziehungen - Grenzgeschichten

Archäologisches Landesmuseum

Ganztätig geöffnet.

Führungen für Kinder 11:00 und 14:00 Uhr mit Anna-Lisa Rosenthal

„Mit Spaten, Stift und Pinsel - einmal Archäologe und Archäologin sein" - eine Ausgrabungskampagne für Kinder

Konstanz, Benediktinerplatz 5

 

Rosgartenmuseum

Ganztägig geöffnet.

Führung 14:00 Uhr auf Schweizerdeutsch: „Charakterköpfe - diesseits und jenseits der Grenze"

Führung 15:30 Uhr durch die Sonderausstellung: „Die Grenze im Krieg, Konstanz in der NS-Zeit"

Konstanz, Rosgartenstraße 3/5

 

Museum Rosenegg

Ganztägig geöffnet.

Führungen 14:00 und 15:30 Uhr durch die Ausstellung „Hüben und Drüben"

Kreuzlingen, Bärenstrasse 6

Die historische Fähre "KONSTANZ"

Zusätzlich zum Programm der Städte Konstanz und Kreuzlingen beteiligt sich der Verein "Rettet die MEERSBURG ex KONSTANZ e.V." am Tag des offenen Denkmals und macht die historische Fähre der Öffentlichkeit zugänglich.

Wäre der Verein "Rettet die MEERSBURG ex KONSTANZ e.V." nicht gewesen, wäre die Region um ein wunderbares Denkmal ärmer. Das 1928 erstmals in Betrieb genommene Fährschiff "KONSTANZ" war kurz vor der Verschrottung, als sich der Verein im Jahr 1993 bildete. Der Name ist Programm, und so fand das zwischenzeitlich unter Denkmalschutz gestellte technische Kulturdenkmal 1996 ein taugliches Trockendock unter der neuen Rheinbrücke in Konstanz und somit eine vorübergehende Bleibe.

Viel Einsatz unter unmittelbarer Regie des Vereins war nötig, um aus dem Wrack eine Perle zu machen. Auch der Anleger wurde wiederentdeckt und restauriert.

Nun kümmert sich der Verein um den Erhalt der Fähre. Um das Schiff ausfahren zu können muss die Technik regelmäßig gewartet werden, kleinere und größere Ausbesserungsarbeiten fallen immer wieder an. Ein Denkmal will eben nicht nur gerettet sondern auch unterhalten werden.

Weitere Informationen finden Sie in den lokalen Broschüren und www.historische-faehre-konstanz.de.

Geöffnet von 12.00 bis 18.00 Uhr.

Die Fähre liegt im Hafen Konstanz.


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Downloads

Plakat Tag des offenen Denkmals 2018
Plakat Tag des offenen Denkmals 2018
Plakat TdoD [PDF, 8836 kb]

Das Plakat des gemeinsamen Tags des offenen Denkmals 2018 in Konstanz und Kreuzlingen

Infoblatt TdoD [PDF, 1297 kb]

Das Informationsblatt für den Tag des offenen Denkmals in Konstanz und Kreuzlingen 2018

Zusätzlich zu ausgelegten Leporellos gibt es in diesem Jahr eine gemeinsam gestaltete Broschüre mit ausführlicheren Informationen zu den einzelnen Objekten. Diese steht hier zum Herunterladen zur Verfügung.

Broschüre TdoD [PDF, 2542 kb]

Die Broschüre zum Tag des offenen Denkmals 2018

Anmeldung

Der Kontakt für die Anmeldungen ist für
Kreuzlingen:
Ueli Wepfer, info@architekturforumKK.org
Konstanz: Christiane Heynen, christiane.heynen@konstanz.de

Da es sich um limitierte Plätze handelt, bitten wir um Verständnis, wenn die Führungen belegt sind.
Anmeldeschluss ist Donnerstag, 06.09.2018.