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Wettbewerb Jungerhalde Allmannsdorf

Pflegeeinrichtung und Gemeinbedarfsfläche Jungerhalde Nord in Allmannsdorf


Der Wettbewerb „Gemeinbedarfsfläche Jungerhalde Nord" in Konstanz wurde am 30.10.2015 entschieden. Damit wurde die Grundlage für die Umsetzung des 1. Bausteins des Rahmenplans „Allmannsdorf Ortsmitte" gelegt. Die Wettbewerbspläne der Preisträger stehen rechts zum Download bereit.


1. Preis

Architekturbüro Johannes Kaufmann, Dornbirn mit I+R Dietrich  Wohnbau GmbH, Lindau und silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG, Ulm

2. Preis

Harter + Kanzler, Freiburg mit Ed. Züblin AG, Friedrichshafen und Landschaftsarchitektur bbz, Christian Bauer, Freiburg 

3. Preis

 BFK Architekten, Stuttgart mit Wolfer& Goebel Bau GmbH, Stuttgart und greenbox Landschaftsarchitekten, Köln 

4. Preis

Architekturlokal, Ravensburg mit F.K. Systembau GmbH, Münsingen und Landschaftsarchitektur Sylvia Brack, Leutkirch


1. Preis

Architekturbüro Johannes Kaufmann, Dornbirn mit I+R Dietrich Wohnbau GmbH, Lindau und silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG, Ulm


1. Preis: Innenraumperspektive, Lageplan

1. Preis: Südansicht

Aus dem Protokoll des Preisgerichts zum 1. Preis:


„Das Konzept konzentrierter Baukörper und fließender Freiräume ist eine erfolgreiche Strategie zur qualitätvollen Bewältigung der Entwurfsaufgabe. Zum einen führt der Entwurf  großzügige und im jetzigen Zustand belassene Freiräume an die Wohnbebauung heran und zum anderen sind die Baukörper der Altenpflegeeinrichtung und der Kindertagesstätte präzise gesetzt. In dem Zusammenhang ist insbesondere die Kindertagesstätte als städtebaulicher Schlussstein in der nach Norden gerichteten Blickachse der Jungerhalde positiv zu erwähnen. Allerdings wäre eine verstärkte Beziehung zwischen Kita und Schule wünschenswert.
Die Altenpflegeeinrichtung und die Kindertagesstätte sind durch einfache und angemessene Freianlagen entlang der Jungerhalde miteinander verbunden. Der Vorschlag der Verfasser, die vorhandene Vegetation weitgehend zu belassen und/oder keine gestalterische Aussage zu treffen, wird im Preisgericht kontrovers diskutiert.
Die Stellplätze für die neuen Einrichtungen werden in unkomplizierter Weise an der Jungerhalde angeboten, der Vorschlag, die Stellplätze für die Schule und die Halle von der Sepp-Biehler-Straße aus zu erschließen, widerspricht den Zielen des Rahmenplans.
Der Baukörper der Altenpflege als in sich überlagernde Quader bietet städtebauliche Vorteile, da die Vor- und Rücksprünge einen angenehmen Vorplatz und eine harmlose Verzahnung mit der Landschaft anbieten. Gleichzeitig scheint die Form des Baukörpers das Abbild einer innovativen und überzeugenden inneren Gebäudetypologie zu sein. Auch hier werden zwei horizontale Ringerschließungen um eine zentrale vertikale Erschließung im gleichen Fügungsprinzip überlagert. Der Vorteil zeigt sich in einem großzügigen, öffentlichen Treppenhaus, von dem alle „Familien" erschlossen werden. Der Verzicht auf weitere Treppenhäuser scheint möglich. Unter Umständen sollte von den Wohngruppen noch eine zweite Erreichbarkeit des zentralen Treppenhauses angeboten werden.
Die Grundrisse für die „Familien" sind sehr gut entwickelt. Aufenthaltsbereiche, Belichtung und vielfältige Blickbeziehungen werden angeboten und bieten für die Bewohner eine sehr angenehme Aufenthaltsqualität. Die Grundrisstypologie bietet die Struktur für optimierte Arbeitsabläufe des Personals. Das Raumprogramm wird genau eingehalten. Lediglich muss auf den fehlenden Nachweis rollstuhlgerechter Zimmer hingewiesen werden. Auch ist der Begegnungsraum deutlich zu klein und bedarf einer Verbesserung im Gefüge des Grundrisses.
Die Baukonstruktion ist intelligent gewählt. Die Stahlbetonkonstruktion erfüllt die Anforderungen an das Tragwerk, der GK Innenausbau lässt Flexibilität und Veränderbarkeit zu und die vorgefertigte Holzfassade ist ein sehr guter Beitrag zum nachhaltigen Bauen.
Günstige Flächenwerte lassen günstige Investitions- und Unterhaltskosten erwarten. Lediglich die Geschosshöhe erscheint zu großzügig gewählt.
Der architektonische Ausdruck des Entwurfs ist einfach, schlüssig und trotzdem in seiner minimalistischen Grundhaltung von hoher Qualität.
Insgesamt überzeugt der Entwurf durch seine konsistente Qualität im Städtebau, Freiraum, Funktion und Gestalt."


2. Preis Harter + Kanzler, Freiburg mit Ed. Züblin AG, Friedrichshafen und Landschaftsarchitektur bbz, Christian Bauer, Freiburg


2. Preis: Visualisierung

2. Preis: Übersichtsplan


2. Preis: Lageplan

Aus dem Protokoll des Preisgerichts zum 2. Preis:

Die Verzahnung mit der Landschaft ist gelungen. Die Ausarbeitung mit neuangelegtem Biotopbereich und der Freifläche der Kita schaffen funktional wie auch gestalterisch die städtebauliche Integration der neuen Baukörper in hoher Qualität. Die Freiräume bieten hohe Aufenthaltsqualitäten und sind in Lage und Proportion richtig konzipiert. Die Symmetrie der zwei Baukörper wirkt klassizistisch. Die Gebäude sind ebenso gut differenziert ausgearbeitet und spiegeln die hohe gestalterische wie auch funktionale Qualität dieses Entwurfs wieder. Der Grundriss ist sehr übersicht-lich aufgebaut. Der Haupteingang ist gut auffindbar und großzügig gestaltet. Schön wäre es, wenn in diesem Bereich mehr als die reine Verteilung in die beiden Baukörper erfolgen würde. Positiv bewertet wird, dass vom Eingangsbereich schon eine Blickbeziehung zum Gemeinschaftsraum besteht, welcher über Eck von zwei Seiten günstig belichtet ist. Die Privatheit der Bewohnerzimmer ist ideal umgesetzt, ohne direkte Möglichkeit zum Einblick. Die Zimmer sind mit 23,8 m² (inklusive Bäder mit 5,8 m²) großzügig ausgelegt. Der Begegnungsraum ist ebenso großzügig ausgelegt. Die Wirtschaftlichkeit ist zu prüfen und muss gewährleistet werden.

Die Loggien der umlaufenden Terrassen bieten für die Bewohnerzimmer einen hohen Mehrwert für die Wohnqualität. Die differenzierte und sehr ansprechende Fassadengestaltung mit den vertikalen Lamellen ist gelungen. Die Verbindung der zwei Baukörper über alle Geschosse ist konsequent gelöst und gewährleistet kurze Wege.

Die Kita in L-Form bietet funktional gute Grundrisse mit richtig zugeordneten Freiräumen. Die Zweigeschossigkeit bedingt, dass die Abstände nach Süden und Osten gering erscheinen. Durch den Höhenversprung des Geländes muss die Erdgeschosssituation in der weiteren Bearbeitung überprüft werden. Die Kita stellt dennoch eine überzeugende Lösung mit Entwicklungspotential dar.

Der Gesamtentwurf ist städtebaulich wie auch architektonisch eine sehr gute Lösung und erfüllt die funktionalen Anforderungen. Die Ausarbeitung ist erfreulich und bietet viele Antworten auf die gestellte Aufgabe.


3. Preis

BFK Architekten, Stuttgart mit Wolfer& Goebel Bau GmbH, Stuttgart und greenbox Landschaftsarchitekten, Köln


3. Preis Innenraum/Stimmungsbild

3. Preis Lageplan

Aus dem Protokoll des Preisgerichts zum 3. Preis:

Grundsätzlich sehr positiv beurteilt wird die Platzsituation, die von der Pflegeeinrichtung  zur Kita überleiten soll. Dieser Ansatz, durch einen gemeinsamen Vorplatz eine freiräumliche Fuge nach Norden zu schaffen, wird jedoch konterkariert durch den Parkplatz an der prominenten Stelle am Übergang zur Landschaft. Dieser Parkplatz entwertet die Zugangssituation zur Kita.

Der Aktionsraum Kita, der i.d.R. eingezäunt ist, überfrachtet diese gemeinsame Plattform. Kritisch wird die Positionierung und baukörperliche Ausgestaltung der Kita gesehen, die den geplanten nachbarschaftlichen Kontext im Süden und den Verlauf der Topographie wenig berücksichtigt. Die Differenzierung der Gruppenräume der Kita in einer langen Rechteckform ebenso die Orientierung der Freiräume nach Norden erscheinen schwierig.

Sehr positiv beurteilt wird die Anordnung der Wohngruppen jeweils um Innenhöfe, sodass durchaus angenehme und klar strukturierte Bewegungsräume entstehen.

Erstaunlich ist, dass trotz des entstehenden Eindrucks großer baulicher Kompakt-heit die mit Abstand größte Bruttogeschossfläche aller Wettbewerbsbeiträge generiert wurde. Dies liegt daran, dass der Eingangsbereich zusammen mit dem Veran-staltungsraum überdimensioniert ausgelegt ist, die Individualräume größer als erforderlich gestaltet wurden und in Teilbereichen die Erschließungsflächen in den Wohngruppen zu weitläufig sind.

Besonders die Anordnung und Nutzbarkeit des Veranstaltungsraums und die architektonische- räumliche Qualität wird kritisch hinterfragt, da er entgegen der Topo-graphie vertieft angelegt und an 2 Seiten ausschließlich mit Nebenräumen flankiert wird.

Die Anbindung der Obergeschosse über das Eingangsfoyer ist nicht selbstverständlich und räumlich unattraktiv. Das zentrale Treppenhaus liegt in einer Dunkelzone. Die Gäste-WC befinden sich direkt gegenüber der Haupterschließung.

Die Anordnung der Küchen-, Ess- und Wohnbereiche mit Blick in die freie Landschaft wird positiv gesehen.


4. Preis

Architekturlokal, Ravensburg mit Landschaftsarchitektin Sylvia Brack, Leutkirch und F.K. Systembau GmbH, Münsingen



Aus dem Protokoll des Preisgerichts zum 4. Preis:

Städtebaulich positiv bewertet wird der großzügige Grünzug zwischen Kita und Pflegeeinrichtungen. Der Eingangsbereich der Kita ist dem Schulbetrieb eindeutig zugeordnet. Dies erscheint im vorliegenden Entwurf sinnvoll und richtig. Negativ bewertet wird die geschlossene Wirkung der Pflegeeinrichtung gegenüber dem Landschaftsschutzgebiet. Entlang der Jungerhalde sind die Raumfolgen stark strukturiert und in ihrer Wirkung unruhig. Die Außenanlagen sind gut durchgearbeitet. Die Zuordnung der geschlossenen Gartenbereiche zu den Wohngruppen wird angenehm bewertet. Für den internen Pflegebetrieb wird die Hofbildung zwischen Wohnhäusern und Gemeinschaftsraum begrüßt.

Die Staffelung der Gebäude mit ein bis drei Geschossen nimmt Rücksicht auf die angrenzende Bebauung und schafft einen differenzierten und lebendigen Charakter. Die Fassaden sind der Aufgabe entsprechend zurückhaltend gestaltet. Die Verbindungsbrücke zwischen den Gebäuden ist ein Fremdkörper und wirkt sich negativ auf die gesamte Erscheinung aus. 

Die Erschließung über den „Dorfplatz" (Vorplatz) ist organisatorisch, funktionell und gestalterisch gut gelöst. Der Zugang zu den Wohnbereichen durch das Treppenhaus wirkt zunächst etwas eng und unfreundlich. Die innere Erschließung der Wohnungen ist sinnvoll als Rundlauf gelöst und bietet den Bewohnern alternative Rückzugsmöglichkeiten, Treffpunkte und kurze Wege.  Das Raumprogramm ist größtenteils funktional umgesetzt. Der offene Pflegearbeitsbereich ist zu offen und bietet keine hygienischen Voraussetzungen für den alltäglichen Umgang mit z.B. Medikamenten und Pflegemitteln.

Der Müllraum ist für den internen Betrieb ungünstig gelegen.

Das vorgeschlagene Energiekonzept mit einem möglichen Passivhausstandard ist schlüssig.


Ansprechpartner:

Nils Jansen


Ansprechpartnerin:

Renate Gauß




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