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Ausstellungen 2016


Das Tägermoos - Ein deutsches Stück Schweiz

Sonderausstellung des Rosgartenmuseums Konstanz

 

16. Juli bis 30. Dezember 2016

 

Seit Jahrhunderten bestimmt die deutsche Stadt Konstanz über ein kleines Stück Schweiz mit: Das so genannte „Tägermoos", ein 150 Hektar großes Grünland mit Gemüsefeldern, Gewächshäusern, einem Badeplatz am Rhein und Kleingärten jenseits der Landesgrenze. Diese paradiesisch gelegene Exklave gehört der Stadt, liegt aber auf Schweizer Staatsgebiet. Konstanzer Gemüsegärtner aus dem traditionsreichen Stadtteil Paradies bestellen Felder in der Schweiz, fahren ohne Ausweis über die Grenze und zahlen deutsche Steuern.

Grundlage dieses staatsrechtlichen Kuriosums ist bis heute ein Staatsvertrag aus dem Jahr 1831.Die Ursprünge dieser einmaligen Grenzverhältnisse liegen jedoch weit zurück. Vor etwas mehr als 500 Jahren verlor die freie Reichs- und Bischofsstadt Konstanz ihr natürliches Hinterland: Die kriegerischen Eidgenossen hatten den Thurgau besetzt und nach dem so genannten „Schwaben- oder Schweizerkrieg" ihrem Herrschaftsgebiet endgültig einverleibt. Damit rückten die Grenzen der Eidgenossenschaft bis an die äußeren Stadtmauern von Konstanz heran. Die Stadt behielt jedoch ihr Eigentum und die einfachen Hoheitsrechte über ihr verloren gegangenes Hinterland. Das Tägermoos wurde „Untertan zweier Herren" und damit eine Quelle jahrhundertlanger Konflikte. In zwei Weltkriegen entfremdeten sich die Nachbarn, das Tägermoos drohte Konstanz 1945 gar verloren zu gehen.

Weithin berühmt wurde das äußerst fruchtbare Schwemmland durch den Gemüsebau der Bauern aus dem Konstanzer Stadtteil Paradies: Kohlköpfe, Zwiebeln und anderes Gemüse wurden schon im 18. Jahrhundert auf die Märkte der Nord- und Ostschweiz verschickt. Geräucherte Felchen und Blässhühner aus dem Seerhein galten als Spezialität auf deutschen und Schweizer Bürgertischen. Bis heute sind die teils in Bio-Qualität angebauten Gemüse-Erzeugnisse sehr gefragt, nicht zuletzt als Bestandteil der berühmten „Biotta"-Säfte, die am Rande des Tägermoos produziert werden.

Unsere Ausstellung stellt dieses wundersame deutsche Stück deutsch-schweizerischer Nachbarschaft vor: Auf Bildern früherer Künstler, auf einmaligen Fotodokumenten aus der Zeit um 1900 und in eindrückliche Aufnahmen der heutigen Fotografin Hella Wolff-Seybold. Kuriose Gerätschaften der frühen Technisierung der Landwirtschaft und zeitlos spannende Geschichten um kriegerische Eidgenossen, mutige Thurgauerinnen, gefährlichen Sülibirrenmost, das große Schmuggeln und die tägliche Arbeit im Feld illustrieren das wechselvolle Leben beidseits der Grenze.

 

Zur Ausstellung erscheint im Südverlag Konstanz ein reich illustriertes, anschaulich geschriebenes Buch voller Geschichten über das Tägermoos, 192 Seiten, 19,90 €

 

Kooperationspartner: Kreuzlingen, Tägerwilen, Gottlieben, Biotta AG Tägerwilen, Ernst Möhl AG, Schwarz Außenwebung

Gefördert von der Sparkasse Bodensee, Hepp Optik Konstanz und der Museumsgesellschaft Konstanz

Mit Unterstützung durch den Lotteriefonds des Kantons Thurgau


Das Rahmenprogramm

Öffentliche Führungen
Jeden Dienstag um 16 Uhr
Sonntagstermine siehe Tagespresse und www.konstanz.de
Gruppenführung jederzeit auf Anmeldung

Führungen für Schulklassen und Jugendliche ab 12 J.
Jederzeit auf Nachfrage.

 

Samstag, 16. Juli, 11.30-17 Uhr
Konstanzer Museumsfest. Motto: "Alemannische Landküche"
Eröffnung der Ausstellung "Das Tägermoos" und Museumsfest mit Kurzführungen, zwei Flohmärkten und der Köchevereinigung "Die Konzilköche" u. a. mit Jürgen Veeser, "Adler" Stahringen, Manfred Hölzl, "Konzil", Maurizio Cannestrini, "Pinocchio" Konstanz. (Rosgartenmuseum, Wessenberg-Galerie, Hus-Haus)

 

Freitag, 1. Juli und Freitag, 29. Juli, jeweils 16 Uhr
"Galgen und Gemüse"
Eine Flurbegehung zu Schauplätzen des Tägermoos mit abschließendem Fischknusperli-Essen im Gartenlokal der "Badi" Tägerwilen. Für stark Gehbehinderte leider nicht geeignet. Personalausweis ist mitzubringen.
Treffpunkt: St. Martinskapelle im Paradies, Grießeggstraße. Kosten p. Person inkl. Fischknusperli u. 1 Getränk: 30,- €, Anmeldung unter: Ursula.Benkoe@konstanz.de oder Tel. 07531 / 900-913

 

Dienstag, 26. Juli, 17 Uhr
Im Tägermoos: vom Seerhein zum Döbele
Tour mit Fahrrad, Treffpunkt Gottlieber Zoll, Eine Grenzexkursion mit Historiker Dr. Arnulf Moser. Kosten p. Person: 8,- €, Anmeldung unter: Ursula.Benkoe@konstanz.de oder Tel. 07531 / 900-913

 

Freitag, 22. Juli und Freitag, 2. September, jeweils 17 Uhr
Klein, aber selbständig
Historischer Spaziergang durch Gottlieben. Mit Barbara Kohler-Hippenmeyer. Kosten p. Person inkl. Erfrischung: 10,- €  Anmeldung unter: ines.stadie@konstanz.de oder Tel. 07531 / 900-914. Treffpunkt: Parkplatz am Dorfeingang

 

Donnerstag, 16. Juni, 19 Uhr und Donnerstag, 15. September, 18 Uhr
Tägerwilen Denkmäler und Geschichten
Ein unterhaltsamer Spaziergang durch 100 Jahre Dorfgeschichte mit Bruno Sutter. Kosten p. Person inkl. Erfrischung: 10,- € Anmeldung unter: ines.stadie@konstanz.de oder Tel. 07531 / 900-914. Für stark gehbehinderte nicht geeignet. Treffpunkt: Vorplatz Bahnhof Tägerwilen-Dorf (Anreise mit ÖPNV möglich)

 

Montag, 26. September, 18.30 Uhr
"Geschichten aus dem Grenzland"
Ein unterhaltsamer literarisch-musikalischer Abend über die Grenzverhältnisse am Bodensee. Bodman-Haus Gottlieben. Eine Veranstaltung des Rosgartenmuseums Konstanz und der UBS Kreuzlingen. Einzelkarte: 10,- €, Kartenreservierung erforderlich unter: Ursula.Benkoe@konstanz.de oder Tel. 07531 / 900-913

 

Mittwoch, 3. August, 17 Uhr
Kleingärten im Döbeli
In Kooperation mit dem Verein Gartenfreunde Döbeli Konstanz bieten wir einen Spaziergang auf verschlungenen Wegen durch die Kleingärten an. Es erwarten Sie Einblicke in verschiedene Gärten sowie Gespräche mit ihren Betreibern. Kosten pro Person inkl. einer Erfrischung 8,- €. Anmeldung bis 1. August unter Tel. 07531/900 914 oder ines.stadie@konstanz.de

 

9. November, 19 Uhr Rosgartenmuseum
Das Tägermoos als internationaler Konfliktstoff 1945-1955
Dr. Arnulf Moser, Historiker, Zunftsaal Rosartenmuseum. Anmeldung: Ursula.Benkoe@konstanz.de oder Tel. 07531 / 900-913

Erweiterung der Dauerausstellung, Teil I


Glaubenskämpfe, Kunst im 17. Jahrhundert, Aufbruch in die neue Zeit

Historische Räume mit unbekannten Spitzenstücken aus dem Depot neu gestaltet: Die Konstanzer Reformation und Gegenreformation, Lebenskultur und Kunsthandwerk des 17. Jahrhunderts. Die Revolution von 1848 und die Modernisierung von Konstanz bis 1865.

 

Erweiterung der Dauerausstellung, Teil II


Neue Ein- und Ausblicke

Wiederherstellung historischer Räume des Museums

Die historische Guldinast-Stube entsteht in ihrer ursprünglichen Gestalt, ausgestattet als Schatzkammer mit Spitzenstücken der regionalen Kunst und des Kunsthandwerks des 16. - 18. Jahrhunderts. Der alte Täfersaal ersteht wieder als Präsentationsraum für die Kunst und die Lebenskultur des 18. und 19. Jahrhunderts am Bodensee: Ellenrieder, die Künstlerfamilie Mosbrugger, Möbel und Kunsthandwerk der Zeit in stimmungsvoller Umgebung.

 

Eine Stadt wird protestantisch: Die Konstanzer Reformation des 16. Jahrhunderts und die Gegenreformation, mit Kunstwerken und Zeugnissen dieser besonders bewegten Epoche der Stadtgeschichte. Neugestaltung des "Bischofszimmers".

Erweiterung der Dauerausstellung, Teil III

Bischof, Rat & Recht - Konstanz als Bischofs- und freie Reichsstadt

Ab 25. Mai 2012

 

Neugestaltung der Dauerausstellung zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte

  

Konstanz war einst die Hauptstadt des größten deutschen Bistums, als freie Reichsstadt ein kleines Staatswesen und eine europäische Handelsmetropole. Ein neu gestalteter Saal der Dauerausstellung lässt die bischöfliche und reichsstädtische Zeit, die zuweilen blutige Rechtspflege und die Nachbarschaft zu den Eidgenossen mit herausragenden Objekten und anschaulichen Geschichten lebendig werden. Mit Leihgaben aus dem Konstanzer Münsterschatz und eigenen Sammlungsbeständen. Zwei täuschend lebensecht wirkende Stadtbewohner des 16. Jahrhunderts begrüßen die Gäste: Der Stadtwächter Ueli und die Marktfrau Anna geben mit ihren originalgetreuen Gewändern und Gerätschaften einen spannenden Eindruck von Kleidung, Ausrüstung und Lebensalltag in der spätmittelalterlichen Reichsstadt.

Neugestaltung der Dauerausstellung Teil IV


Ab Juli 2013

 

„Eine Hauptstadt der Sünde"

 Konstanz in Reformation und Gegenreformation

 

Fast ein Jahrhundert nach dem Feuertod des böhmischen Reformators Jan Hus während des Konzils (1415) in Konstanz erlangte die Stadt mit der Reformation noch einmal überregionale Bedeutung: Die Umgestaltung des Gemeinwesens zur „Heiligen Stadt" und die weite Bündnispolitik des Rats ließen Konstanz zu einem Zentrum der oberdeutsch-schweizerischen Reformation werden. Die Konstanzer „Zuchtordnung" von 1531, in der von der täglichen Kleidung bis zum Baden im See nahezu alle Lebensbereiche streng reglementiert wurden, gewann sogar Vorbildcharakter für andere Städte. Im Oktober 1548 kapitulierte das gänzlich isolierte Konstanz gegenüber dem katholischen Kaiser, die bisherige Reichsstadt wurde zur vorderösterreichischen Landstadt degradiert. Die nun einsetzende Gegenreformation restaurierte die alte Ordnung, Protestanten wurden vertrieben oder unter strenge Aufsicht gestellt. Im so genannten „Bischofszimmer" des Museums zeigen wir ausgesuchte Kunstobjekte der Zeit, Alltagsgegenstände und andere Zeugnisse dieser dramatischen Epoche in der Geschichte der bisherigen Reichs- und Bischofsstadt.

 

 


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