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Konstanz feiert drei Tage Papstwahl

HABEMUS PAPAM – Mit einem dreitägigen Festwochenende erinnerte die Stadt an den Höhepunkt des Konstanzer Konzils vor 600 Jahren.


Der 1417 in Konstanz gewählte Papst Martin V. nannte sich nach dem heiligen Martin von Tours, an den um den 11. November, dem Martinstag, überall mit Laternenumzügen gedacht wird. Den Auftakt für das Festwochenende machte darum ein großer Martinsumzug mit Martinispiel zum Gedenken den päpstlichen Namensvetter. 3.500 Kindergartenkinder zogen mit ihren Eltern, Geschwistern und leuchtend bunten Lampions in einem Sternmarsch durch die Konstanzer Altstadt zum Münsterplatz.

 

Der Festakt im Konzilgebäude, die Prozession und der Ökumenische Festgottesdient im Konstanzer Münster bildete die Höhepunkte des Wochenendes. Die kostenfreien Zählkarten für den Eintritt waren schon nach kurzer Zeit vergeben. Der Konstanzer Oberbürgermeistern Uli Burchardt und die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Dr. Susanne Eisenmann, begrüßten die Gäste zum Festakt. „Indem wir an bedeutsame vergangene Ereignisse erinnern, eröffnen wir uns Verständnis für die Gegenwart - und bestenfalls auch Impulse für die Zukunft“, sagte Eisenmann in ihrer Ansprache. Kurt Kardinal Koch hielt als päpstliche Sondergesandte im Anschluss den Festvortrag und übermittelte Grüße von Papst Franziskus aus Rom. In einem Rückblick betonte er den besonderen Stellenwert des Konstanzer Konzils, das das Christentum wieder unter einem Papst vereinte.

 

In den Fußspuren des Papstes

In einer feierlichen Prozession ging die gesamte Festgesellschaft gemeinsam zum Münster. Es war der gleiche Weg, den der frischgewählte Papst 600 Jahre zuvor mit großem Gefolge zurücklegte. Den ökumenischen Festgottesdienst im Münster hielten Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und Erzbischof Stephan Burger. Die Predigt des evangelischen Landesbischofs über Petrus, als Stellvertreter Christi, belegte den ökumenischen Gedanken und die Verbundenheit der Kirchen. Für den musikalischen Rahmen sorgt die Münstermusik zusammen mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz. Das Gedenken des historischen Ereignisses wurde zum Anlass zweier besonderer Uraufführungen: Der deutsche Jazz-Musiker Bernd Konrad komponierte für die Messe ein Sanctus und Gloria.

 

Ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie bot der „Schauplatz Papstwahl“ am Nachmittag. An verschiedenen Konzilorten in der Stadt fanden Führungen, Kurzvorträge und ein Poetryslam statt. Am „Papst-O-Mat“ konnte jeder selbst testen, ob er oder sie zum Papst geeignet ist. Sollte das Papstamt doch nicht die neue Bestimmung sein, konnten sich die Besuchern noch beim Papst-Schrei-Wettbewerb beweisen.

 

Die Festlichkeiten endeten mit einem Pontifikalamt durch Kurt Kardinal Koch. Das Pontifikalamt ist in der katholischen Kirche eine heilige Messe, die nur von einem Träger der Pontifikalien, beispielsweise Mitra oder Bischofsring, durchgeführt werden. Kurt Kardinal Koch ging in seiner Predigt ebenfalls auf Petrus und die biblische Schlüsselstelle zum Ursprung des Papstamtes ein. Als Botschafter des Vatikans verlas der Apostolische Nuntius Erzbischof Nikola Eterović im Anschluss einen Brief von Papst Franziskus aus Rom.

 

Das Kinziljubiläum

Am 11. November 2017 jährte sich die Wahl von Papst Martin V. zum 600. Mal. Das Konstanzer Konzil ging mit seinem Konklave als einzige gültige Papstwahl nördlich der Alpen in die Geschichte ein. Mit ihr wurde das fast 40 Jahre dauernde Große Abendländliche Schisma beendet und die Kirchen wieder vereint. Die Konzilstadt Konstanz und die Ökumenische Projektgruppe Konziljubiläum erinnerten gemeinsam mit weiteren Partnern vom 10. bis 12. November 2017 an das einzigartige Ereignis der Stadtgeschichte.



Zuletzt aktualisiert am: 15.11.2017

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