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Erster Spatenstich für neues NABU-Bodenseezentrum

Umweltstaatssekretär Baumann überreicht Bescheid über eine Million Landesförderung - "Die gute und enge Einbindung der Stadt Konstanz in die Projektentwicklung ist ein wichtiges Erfolgskriterium für das neue Zentrum“, sagte OB Burchardt.



Spatenstich für das neue NABU-Bodenseezentrum (v. l. n. r.: Uli Burchardt (Oberbürgermeister Stadt Konstanz), Dr. Andre Baumann (Staatssekretär im Umweltministerium BW), Uwe Prietzel (NABU-Landesgeschäftsführer BW), Dr. Wolfgang Zoll (Bürgermeister Gemeinde Reichenau), Christian Müller (Architekturbüro Braun + Müller)) © Stadt Konstanz, Pressebüro

Mit dem feierlichen ersten Spatenstich haben heute (3. August) die Bauarbeiten für das neue Bodenseezentrum des NABU Baden-Württemberg am Bahnhof Reichenau begonnen. „Ich freue mich sehr, dass wir nach einer intensiven Vorbereitungs- und Planungszeit jetzt in die nächste Phase starten und dem Ziel der Eröffnung 2018 einen großen Schritt näher kommen", sagte NABU-Landesgeschäftsführer Uwe Prietzel. Stellvertretend für eine große Bandbreite von Projektpartnern sprach er Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann seinen Dank für die Unterstützung des neuen Kompetenzzentrums für Naturschutz, Landschaftspflege und Naturerlebnis aus.

Der Umweltstaatssekretär nahm den Spatenstich zum Anlass, dem NABU den Bescheid über die im Jahr 2009 zugesagte Landesförderung in Höhe von einer Million Euro zu überreichen. „Der NABU leistet seit vielen Jahrzehnten eine wichtige Arbeit bei der Pflege und Betreuung der landesweit hochwertigen Schutzgebiete in der Bodenseeregion und ist für die Naturschutzverwaltung ein wichtiger Partner", sagte Baumann. „Das NABU-Naturschutzzentrum am Bodensee wird die Pflege und Betreuung der wunderbaren Schutzgebiete der Region befördern und ist Zentrum für die wichtige Umweltbildungsarbeit. Darum ist das Geld gut investiert." Baumann betonte die Nähe des entstehenden Naturschutzzentrums Bodensee zum Europadiplomgebiet Wollmatinger Ried, das „zum ökologischen Tafelsilber Deutschlands und Europas" zähle.

„Neben der Planung und den Finanzen muss auch die Zusammenarbeit vor Ort passen. Genau das ist hier der Fall. Ein wichtiger Meilenstein vor dem heutigen Spatenstich war die Unterzeichnung des Erbpachtvertrags Anfang Mai", führte NABU-Landesgeschäftsführer Prietzel aus. In dem Vertrag ist festgeschrieben, dass die Stadt Konstanz und die Gemeinde Reichenau je zur Hälfte Eigentümerin des dem NABU zur Verfügung gestellten Grundstückes sind. „Wir können auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem NABU zurückblicken. Die gute und enge Einbindung der Stadt Konstanz in die Projektentwicklung ist ein wichtiges Erfolgskriterium für das neue Zentrum", ergänzte der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt. Wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Zollausführte, hat die Gemeinde Reichenau ihre Planungen für den Verkaufs- und Infopunkt (Arbeitstitel „Reichenauer Markthalle") auf dem Gelände neben dem NABU-Zentrum intensiviert: „Wir gehen davon aus, dass beide Seiten voneinander profitieren werden und sehen klare Synergieeffekte sowohl bei der Errichtung als auch später im Betrieb." Reichenau und Konstanz zählen neben dem Land zu den wichtigsten Projektpartnern des NABU.

„Jetzt können wir endlich loslegen", sagte der NABU-Landesgeschäftsführer. Auch für Besucherinnen und Besucher werde jetzt sichtbar, was lang im Voraus geplant wurde: Den Anfang machen die Aufstellung des Bauzauns und die Einrichtung der Baustelle. Dann sind vorbereitende Erdarbeiten nötig, damit ab September die Arbeiten für die Tiefgründung beginnen können. „Die ersten Gewerke haben wir auch schon vergeben. Ziel ist, die Gebäudehülle des dringend benötigten Neubaus vor Einbruch des Winters dicht zu haben", erläuterte Prietzel. Dabei legt der NABU Wert auf hohe Baustandards. So sollen etwa FSC- oder PEFC-Hölzer, eine Cellulose-Dämmung sowie Vogelschutzglas zum Einsatz kommen. Auf beiden Dächern des Zentrums wird eine Photovoltaikanlage zur Stromversorgung der Wärmepumpe und zur Abdeckung des Eigenbedarfs installiert. „Wenn alles nach Plan läuft, können wir hier ab dem zweiten Halbjahr 2018 unsere Kräfte und Kompetenzen für die Bodenseenatur bündeln. Von hier aus betreuen und pflegen wir künftig über 2.500 Hektar Schutzgebiete. Und hier wird die Anlaufstelle für alle sein, die mehr über die Bodenseenatur und ihren Schutz erfahren möchten."


Hintergrund: Das neue NABU-Bodenseezentrum


Das Zentrum besteht aus zwei separaten Gebäuden. Ein drittes, vom NABU unabhängiges Gebäude möchte die Gemeinde Reichenau hinzufügen, um es als Verkaufs- und Infopunkt zu nutzen (Arbeitstitel „Reichenauer Markthalle"). Die NABU-Gebäude sind zweigeschossig und beherbergen vier Nutzungseinheiten: Im nördlichen Bau sind Büros untergebracht sowie der Ausstellungsbereich. Im südlichen Bau befinden sich die Werkstatt für die Landschaftspflege sowie ein einfacher Wohnbereich, in dem freiwillige Helferinnen und Helfer (Freiwilliges Ökologisches Jahr, Bundesfreiwilligendienst) unterkommen. Neben dem hauptamtlichen Personal der bisherigen Zentren wird auch der NABU-Bezirksverband Donau-Bodensee ins neue Zentrum einziehen. Zugleich werden vom neuen Standort aus die ehrenamtlichen Aktiven der NABU-Gruppen der Region betreut - allen voran die Aktiven aus Konstanz, Radolfzell, Singen und Stockach. Den Bau, dessen Fassaden von Tannenholz und Glas geprägt sein werden, plant das Architekturbüro Braun + Müller aus Konstanz, das als Sieger aus dem vorgeschalteten Wettbewerbsverfahren hervorging.


Zeit- und Kostenplan

Der Neubau ist notwendig, weil die altgedienten NABU-Zentren Mettnau und Wollmatinger Ried nicht länger zur Verfügung stehen. Aus dem Zentrum Mettnau musste der NABU bereits ausziehen, für das Zentrum Wollmatinger Ried wurde der Mietvertrag gekündigt. Eröffnen möchte der NABU das Zentrum im zweiten Halbjahr 2018. Insgesamt kalkuliert der NABU mit Kosten von rund drei Millionen Euro. Das Land fördert den Bau mit einer Million Euro, eine weitere Million finanziert der NABU selbst aus Rücklagen und bereits erhaltenen Spenden. Für das letzte Drittel sucht der NABU noch weitere Unterstützerinnen und Unterstützer.

 

 

 

 



Zuletzt aktualisiert am: 03.08.2017

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