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Gastspiel „Abgefahren. Romer.“ feiert Premiere

„Abgefahren. Romer.“ von Gerd Zahner wurde im November 2016 in der Zimmerbühne (Konstanz/Niederburg) uraufgeführt und begeistert aufgenommen. Nun hat es am 21.6. um 20 Uhr in der Werkstatt des Theater Konstanz als Gastspiel Premiere.



© Helmut Bär

Zwischen Stürmen und Flaute, Delfinangriffen, Durst und Sehnsucht ist Stille - und Paddelschläge - und die Stille danach. Die Heimat. Die Frau Marie. Paddelschläge. Angst. Deutschland. Krieg. Träume. Halluzinationen. Erinnerungen. Paddelschläge.

„Abgefahren. Romer." ist ein Stück über Kapitän Franz Romer, der als Sohn einer Bauernfamilie 1899 in Dettingen am Bodensee geboren wurde. Romer hat immer wieder die Herausforderung gesucht. Im April 1928 stach er in Lissabon in einem Faltboot in See, um den Atlantik zu überqueren. New York war sein Ziel. Niemand glaubte an seinen Erfolg, viele hielten ihn für völlig verrückt. Doch nach 58 Tagen und zwei Notlandungen, die ihm das Leben retteten, erreichte er, völlig erschöpft und von Salz zerfressen, die den Antillen zugehörige Insel St. Thomas. Dort feierte man ihn als zweiten Lindbergh. Nach einer Erholungspause setzte er seine Seereise nach New York fort, geriet jedoch in einen heftigen Hurrikan. Vorher hatte er noch eine knappe Meldung nach Deutschland abgesetzt: „Abgefahren. Romer". Seine Spur verlor sich. Nachdem er 1937 für tot erklärt wurde, verblassten nach und nach die Erinnerungen an dieses gescheiterte Abenteuer. Auch wenn Romer selbst in Dettingen als dessen bekanntester Sohn alles andere als ein „Vergessener" ist.

Autor Gerd Zahner schrieb - wie in vielen seiner Stücke - wider das Vergessen. Anna Hertz leiht Romer ausdrucksstark ihre Stimme und lässt den außergewöhnlichen Seemann auf seiner großen Fahrt lebendig werden. Kongenial unterstützt durch Jazz-Drummer Patrick Manzecchi.

Bekannt wurde Zahner u.a. durch seine Theaterstücke „Flüsterstadt" über die SS-Kaserne in Radolfzell, „Boger" über den Haupttäter in Auschwitz, der im Singener Gefängnis verstarb, „Garni" über den Exorzismus an der Grenze zum 21. Jahrhundert, „Ich bin James Joyce, mein Name ist George" über Joyce's Sohn, der seine letzten Jahre in der Rosenau in Konstanz verbrachte, „In den Wiesen der Aach", als der Terrosrismus der RAF Singen erreichte, und nicht zuletzt durch „Grenzüberschreitungen" -  Geschichten, die sich im Grenzgebiet zur Schweiz abspielten.



Zuletzt aktualisiert am: 02.06.2017

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