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Kinder des Lichts – 1.000 Stimmen für Jesiden

Ein Ausstellungsprojekt von Jesidinnen und Designstudenten der Hochschule Konstanz vom 16. März bis 16. April 2017


Vernissage: Mittwoch, 15.3. 2017, 19 Uhr, mit Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, Wolkensteinsaal im Kulturzentrum am Münster


Schirmherr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann


Projektpartner: Stadt Konstanz - Amt für Schulen, Bildung und Wissenschaft

 

Mit dem Völkermord an den Jesiden seit 2014 droht einer der ältesten Religions-gemeinschaften die Vernichtung. Ein halbe Million Jesiden ist auf der Flucht, Tausende sind noch in den Händen des IS oder werden vermisst. Designstudentinnen der Hochschule Konstanz haben nun zusammen mit jesidischen Frauen aus dem Nordirak eine Ausstellung erarbeitet. »Ziel der Ausstellung ist es, den Opfern des Völkermordes eine Stimme zu geben und auch ihre Familien im Nordirak zu unterstützen«, sagt Designprofessorin Judith M. Grieshaber, die das Projekt leitet. Dafür wurden in mehreren Workshops in den Werkstätten der HTWG kunstvoll gestaltete Designobjekte hergestellt. Die Geschichten der Frauen werden in einer eigenen Ausstellungszeitung erzählt.

 

Die meisten der jesidischen Frauen wurden von der baden-württembergischen Landesregierung nach Deutschland gebracht. Diese hat 2014/15 in einer wohl einmaligen Aktion rund 1.000 Frauen und Mädchen aus dem Nordirak in den Südwesten geholt. Rund ein Dutzend von Ihnen haben an der Ausstellung mitgewirkt.


Doch wer sind diese Menschen und was ist das für eine Religion, deren Anhänger seit Karl May oft fälschlicherweise als Teufelsanbeter bezeichnet werden? In einer optisch und akustisch poetisch anmutenden Inszenierung können Besucher die bedrohte Welt der Jesiden kennen lernen und erfahren, was die Arche Noah mit dem Heiligtum der Jesiden zu tun hat . Viele Geschichten, Bräuche und Symbole dürften Besuchern aus dem Christentum, dem Islam oder dem Judentum bekannt vorkommen. Doch trotz mancher Gemeinsamkeiten waren die Jesiden über Jahrhunderte immer wieder Tod und Verfolgung ausgesetzt und manches erinnert an die Verbrechen an den Juden zu Zeiten des Nationalsozialismus oder dem Völkermord an den Armeniern 1915.


Neben den öffentlichen Führungen werden extra Führungen für Schulklassen angeboten, Lehrer erhalten eine Literaturliste mit nützlichen Links. »Völkermord ist leider nicht mehr nur ein Thema für den Geschichtsunterricht«, sagt die Journalistin Kerstin Conz, die als Lehrbeauftragte an dem Projekt beteiligt war. »Mit dem IS im Nordirak hat das Thema Völkermord eine völlig neue Aktualität bekommen.«

 

Zur Vernissage wird Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan erwartet. Der Trauma-Therapeut und Orientalist von der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen hat zahlreiche Veröffentlichungen zum Jesidentum geschrieben und die Landesregierung bei der Hilfsaktion beraten. Er war viele Male im Irak und hat dort zusammen mit der Universität Dohuk ein Zentrum für Psychotherapie aufgebaut, um Therapeuten vor Ort ausbilden und traumatisierte Menschen in ihrer Heimat behandeln zu können.


Öffentliche Führungen:
So. 19.3., So. 2. 4. jeweils 15 Uhr

Aktuelle Infos:
www.bildungsturm.konstanz.de



Zuletzt aktualisiert am: 09.03.2017

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