Hauptnavigation | Inhaltsbereich | Seitenfunktionen
Volltextsuche







Inhaltsbereich

30 Jahre Partnerschaft: Konstanz besucht Lodi

In diesem Jahr feiert die Stadt Konstanz mit ihrer italienischen Partnerstadt Lodi 30jähriges Jubiläum. Im Sommer besuchte bereits eine italienische Delegation Konstanz. Nun reisten die Konstanzer nach Italien und begingen gemeinsam in Lodi den zweiten Teil der Feierlichkeiten.


Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt, der kommissarische Bürgermeister von Lodi, Mariano Savastano, und der Oberbürgermeister von Fontainebleau, Frédéric Valletoux, nach der Erneuerung der Unterschriften zur Städtepartnerschaft.
Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt, der kommissarische Bürgermeister von Lodi, Mariano Savastano, und der Oberbürgermeister von Fontainebleau, Frédéric Valletoux, nach der Erneuerung der Unterschriften zur Städtepartnerschaft.© Stadt Konstanz

Das Programm war dicht gepackt: Nach einer Stadtführung mit dem Partnerschaftsverein Lodi ARCIL, begrüßte Bischof Maurizio Malvestiti die offizielle Delegation aus Konstanz. Er versprach, zum Ende der Konzilsfeierlichkeiten selbst nach Konstanz zu reisen. Der Begrüßung folgte der Besuch zweier Ausstellungen, in denen Konstanzer Künstler mitwirkten. In „Oldrado da Ponte", im ehemaligen Kloster San Cristoforo war ein Werk von Gabriele Chemnitz-Bunten vertreten. Sie erhielt darüber hinaus eine Auszeichnung durch das Partnerschaftskomitee ARCIL.

 

Konstanzer Kunst in Lodi

Die drei Konstanzer Fotografen Franzis von Stechow, Ilja Mess und Stefanie Scheurell sowie Colin Wiebking aus Winterthur stellten ihre Werke im Rahmen des „Festival della Fotografia Etica" im „Spazio Costanza" aus. Franzis von Stechows Arbeiten stammen aus dem Jahr 1964 und zeigen das Leben in der süditalienische Stadt Matera, inspiriert von Carlo Levis Buch »Christus kam nur bis Eboli«. Ilja Mess‘ arbeitet freiberuflich unter anderem für das Konstanzer Stadttheater und die Philharmonie. Seine Aufnahmen entstanden im Rahmen künstlerischer Produktionen. Stefanie Scheurell fotografierte ihre an Demenz erkrankte Großmutter, die sie über einen Zeitraum von sieben Jahren in unterschiedlichen Kostümierungen portraitierte. Ihre Werke sind auch noch in Konstanz bis zum 26. Oktober im Seniorenzentrum für Bildung + Kultur zu sehen. Colin Wiebking ist mit 19 Jahren der jüngste der Fotografen. Er widmet sich größtenteils Nacht-, Landschafts- und Architektur-Fotografien.

Höhepunkt der Feier war die Erneuerung der Städtepartnerschaften von Lodi mit Konstanz und Fontainebleau. Auch mit ihrer französischen Partnerstadt feierte Lodi Jubiläum. Konstanz stand Pate, als vor fünf Jahren die Städtepartnerschaft zwischen Lodi und Fontainebleau geschlossen wurde. Freundschaft, Solidarität und der Glaube an ein vereintes Europa standen damals wie heute im Mittelpunkt. Oberbürgermeister Uli Burchardt betonte dabei gerade die Bedeutung der Jugend für die Zukunft und das Fortbestehen der Partnerschaften und für Europa, die im nächsten Jahr auch im Zentrum des Europakonzils stehen wird. Dort werden Jugendliche aus allen vier europäischen Partnerstädten in Konstanz zu Gast sein.

 

Konstanz, der achte Stadtteil von Lodi

Ein weiterer Höhepunkt des Wochenendes folgte im Anschluss: Das Palio di Lodi - ein traditioneller Wettkampf zwischen den Vierteln einer Stadt. Konstanz, ehrenhalber achter Stadtteil von Lodi, war mit einem Team des Fanfarenzuges Kamelia Paradies vertreten. Der Wettkampf besteht aus drei Disziplinen: Ringstechen, Fohlenlauf und einem Pferderennen - aber nicht mit lebenden Tieren, sondern mit ihren selbstgebauten Ebenbildern. Die pferdeähnlichen Konstruktionen aus Eisen werden von jeweils zwei Wettkämpfern geschoben und es gewinnen die Schnellsten.

Im Auditorium der Banca Populare, einem Gebäudekomplex, der vom bekannten italienischen Architekten Renzo Piano entworfen wurde spielte das Europäischen Jugendorchester sein erstes Konzert. Das Orchester besteht aus jeweils acht Musikern aus den Partnerstädten Richmond, Fontainebleau, Lodi und Konstanz. Organisiert wurde das Konzert von der Musikschule Accademia Gerundia aus Lodi. Michael Schwering, Leiter der Musikschule Konstanz, erhielt in diesem Rahmen eine Auszeichnung für sein Engagement in den letzten 30 Jahren für die Partnerschaft, die Musik und die Jugend.

Das Jubiläumswochenende wurde durch einen Besuch der „Cattedrale Vegetale", der Baumkathedrale von Giuliano Mauri, einem Künstler aus Lodi, abgerundet. Diese Kathedrale wäre die dritte und größte ihrer Art von Mauri gewesen. Jedoch verstarb der Künstler, bevor er das Werk selbst ausführen konnte. Mit Hilfe von Briefen und Entwürfen führen nun seine beiden Söhne sein Werk fort. Die Kathedrale besteht aus insgesamt 108 Holzsäulen die zusammen die fünf Schiffe des Gebäudes bilden. In den Holzsäulen wird jeweils eine ein Jahr alte Eiche gepflanzt, die in den nächsten Jahrzehnten das Kirchendach formen werden. Das Werk ist jedoch nicht nur äußerlich an einen gotischen Sakralbau angelehnt. Die Kathedrale soll ein Ort für Begegnungen werden, für Konzerte und Versammlungen, für Menschen jeden Glaubens. Damit greift sie in künstlerischer Weise die Gedanken auf, die auch hinter der Städtepartnerschaft zwischen Lodi, Fontainebleau und Konstanz stehen.



Zuletzt aktualisiert am: 07.10.2016

Ende Inhaltsbereich