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Schwimmende Geschichte

Die Motorbarkasse Gustav Prym ging vor 100 Jahren in Konstanz in Betrieb. Mit einer Rundfahrt nach Konstanz wurde jetzt ihr Jubiläum gefeiert.


Die Gustav Prym, ein Stück Konstanzer Schifffahrtsgeschichte, kehrte zum 100-Jährigen Jubiläum in ihre alte Heimat zurück. Eigner Karl Sailer aus Bodman erfüllte sich damit einen Traum: Denn vor genau 100 Jahren, am 21. August 1916, führte die Jungfernfahrt der Motorbarkasse Gustav Prym nach Bodman. „Jetzt haben wir die Tauffahrt umgekehrt", freute sich Karl Sailer. 1916 befanden sich an Bord der damalige Oberbürgermeister Dietrich, Stadträte und der Namensgeber Gustav Prym aus Stolberg, Unternehmer und Weiterentwickler des Druckknopfs, der sich in Konstanz niedergelassen hatte. Für seine großzügigen Spenden ehrte die Stadt Prym unter anderem als Taufpate.

 

Zum 100-jährigen Jubiläum begrüßte Sailer den Nachfahren Gustav Pryms, Stephan Prym, unter den Mitfahrern. „Ich war heute das erste Mal auf dem Schiff. Es ist toll, dass Karl Sailer und seine Mithelfer so viel Fleiß, Zeit und Geld hineingelegt haben, um das Schiff zu erhalten. Ihnen gebührt riesiger Dank", so Stephan Prym. Stadtrat Andreas Ellegast und Baubürgermeister Karl-Langensteiner-Schönborn würdigten den Einsatz Sailers mit einem Empfang in der Historischen Bilderhalle im Rathaus. „Die Schifffahrt ist für Konstanz ein wichtiger Wirtschafts- und Tourismusfaktor. Daran erinnern ‚Zeitzeugen‘ wie die Gustav Prym", sagte Karl Langensteiner-Schönborn.

 

Die Indienststellung der Gustav Prym markierte den Beginn des Schiffstourismus und Personenverkehrs in Konstanz. Als Fährboot für bis zu 50 Personen verkehrte es zunächst zwischen Hafen und Seestraße, dann im Pendelverkehr zwischen Hallenbad, Pulverturm und Hörnle. Auch Ausfahrten zur Reichenau, Mainau und zur Haltnau bei Meersburg standen auf dem Programm. Nach einem kurzen Einsatz im Zweiten Weltkrieg als Zollgrenzschiff wurde es 1963 außer Dienst gestellt, da Benzinmotoren-Antriebe für die Personenbeförderung nicht mehr zugelassen waren. Die Freiwillige Feuerwehr Konstanz baute es 1964 zum Feuerlöschboot „Prym" um und benutzte es bis 1985. Vor der endgültigen Verschrottung retteten es Karl Sailer und drei weitere Mitglieder des „Deutschen Dampfschiff-Vereines", die das Boot zufällig auf dem Lagerplatz entdeckt hatten. 1986 wurde der Schiffsrumpf nach Bodman transportiert. Durch den Einbau einer Dampfmaschine wurde aus der Motorbarkasse ein Salon-Dampfschiff, das seit 1999 für Ausflugsfahrten gechartert werden kann.


An alter Heimat: Die Gustav Prym legte am Pulverturm zu kleinen Rundfahrten anlässlich ihres Jubiläums ab.© K. Stei

Technische Daten:

Indienststellung: 21.08.1916
Neubau: 1986-1997
Heimathafen: Konstanz (D)
ab 2009 Bodman (Baden-Württemberg)
Eigner: Stiftung Historische Schifffahrt Bodensee
ab 2009 Karl Sailer
Erbauer: Deurer und Kaufmann, Hamburg
Länge: 12,50 m
Breite: 3,18 m
Tonnage: 8,5 t
Tiefgang: 0,95 m
Maschinenleistung: 19 PS (bis 1964 30 PS)
Geschwindigkeit: 14,0 km/h
Tragkraft: 12 Personen (bis 1964 50 Personen)

 



Zuletzt aktualisiert am: 22.08.2016

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