Hauptnavigation | Inhaltsbereich | Seitenfunktionen
Volltextsuche







Inhaltsbereich

Sprudel-Sprinter und Hörnle-Hopper: Konstanz startet TINK Transportrad-Mietsystem

Getränke holen, den Großeinkauf erledigen, mit Kind und Kegel zum Baden fahren - wo bislang häufig das Auto zum Einsatz kam, gibt es in Konstanz jetzt eine attraktive Alternative: öffentliche Transporträder, die einfach und kostengünstig gemietet werden können. Möglich wird das durch die Beteiligung der Stadt am bundesweiten Modellprojekt TINK - Transportrad Initiative Nachhaltiger Kommunen. Sie startete nebst der zweiten Modellstadt Norderstedt nun das größte Transportrad-Mietsystem in Deutschland.


Uli Burchardt, Oberbürgermeister der Stadt Konstanz, gab das offizielle Start-Klingeln für das neue Transportrad-Mietsystem der Stadt. Dabei konnte er auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, da er selbst schon solche Räder gefahren ist. „Wir dürfen ruhig ein bisschen stolz sein, dass wir in Konstanz mit TINK zu den Vorreitern in Deutschland gehören und vom Bund gefördert werden. Ich bin sicher, dass Lastenräder in der Zukunft als Alternative zum Auto eine wichtige Rolle fürs Leben in der Innenstadt spielen werden und ich wünsche mir, dass ganz viele KonstanzerInnen das bald ausprobieren und genießen. Tolle Geschichte!", so der Oberbürgermeister.

Für den Konstanzer Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn steht die Verkehrsentlastung ganz oben auf der Agenda: „Das Fahrrad ist in der Stadt das optimale und viel­fach nützliche Verkehrsmittel. Um die Attraktivität noch mehr zu steigern, entwickeln wir im Rahmen unseres Handlungsprogramms Radverkehr die Fahrradinfrastruktur kon­sequent weiter." Das neue Transportrad-Mietsystem ergänzt dieses Programm um den innovativen Aspekt des gemeinsamen Nutzens statt einsamen Besitzens.

<br />
Im Anschluss an die feierliche Eröffnung wurden die TINK Räder in einem großen Transportrad-Corso zu ihren Stationen gebracht. Dabei fuhren auch OB Uli Burchardt, Walter Marco Walter, nationaler Projektleiter von TINK, und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger auf den TINK Rädern oder eigenen Rädern mit.

Das TINK-Mietsystem startet an 12 Stationen. Die öffentliche Transporträder können einfach und kostengünstig gemietet werden.

Anlässlich der Eröffnung der TINK Systeme sagt Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI): „TINK ist für uns ein vielversprechendes Modellprojekt, das wir gerne unterstützen. Zum ersten Mal richten zwei Städte flächendeckende und komfortable Ausleihsysteme für Trans­port­räder ein. Das macht die Nutzung von Transporträdern populärer und zeigt die unterschätzten Potentiale von Lastenrädern als umwelt- und klimafreundliche Verkehr­smittel. Ich wünsche dem Projekt einen guten Start und hoffe, dass es bald viele Nach­ahmer gibt". Das BMVI fördert das Vorhaben aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans in Höhe von rund 357.000 Euro.

 

Besonders wichtig sei eine gute Vernetzung zwischen dem neuen Mietradsystem und dem öffentlichen Verkehr, damit die Menschen auch wirklich ohne Auto mobil sein können, erklärte Dr. Norbert Reuter, Geschäftsführer der Konstanzer Stadtwerke. Die Stadtwerke unterstützen TINK zusammen mit weiteren Organisationen als ideeller Partner. Ab Frühjahr 2017 ist vorgesehen, auch ein Mietsystem für normale Fahrräder in Konstanz zu installieren, was technisch auf TINK abgestimmt werden soll.

 

Marco Walter, nationaler Projektleiter von TINK, erläuterte, dass das Projekt auch um­welt­psychologische und verkehrswissenschaftliche Forschungsfragen beantworten wolle. Es ginge unter anderem darum, herauszufinden, ob ein solches Angebot tat­säch­lich zu Veränderungen in der Verkehrsmittelwahl führen kann und welche Faktoren dies begünstigen. Gemeinsam mit Dominik Langer von der Firma fahrradspezialitaeten, welche das Mietradsystem im Auftrag der Stadt Konstanz betreibt, erläuterte er die Details des neuen Mobilitätsangebots.

 

Mietsystem startet an 12 Stationen

24 stabile Transporträder an 12 Mietstationen stehen den Konstanzer Bürgerinnen und Bürgern sowie den Gästen der Stadt für zunächst zwei Jahre zur Verfügung: 16 davon sind wendige Zweiräder mit großer Kiste, dazu kommen acht Dreiräder für noch größere und schwerere Lasten. Zum Schmunzeln anregen sollen die eingängigen Slogans auf den Boxen wie „Sprudel-Sprinter", „Kinder-Kutsche" oder „Party-Pickup". Für regionalen Bezug sorgen der „Hörnle-Hopper" und der „Schänzle-Shuttle". Das Anmieten ist einfach und kostengünstig: einmal registriert ist die erste Stunde Transportrad mieten am Tag für die Nutzerinnen und Nutzer kostenfrei, danach werden 1 Euro für jede weitere halbe Stunde berechnet. Maximal kostet ein Rad 9 Euro pro 24 Stunden. Stationen befinden sich in den Stadtgebieten Altstadt, Paradies und Petershausen-West in der Nähe von großen Wohnanlagen, möglichst auch mit Bezug zum öffentlichen Verkehr. Dort können sie zu jeder Zeit angemietet werden und müssen nach Benutzung wieder an einer der Stationen zurückgestellt werden. Die Anmietung erfolgt über einen Bordcomputer am Rad, der nach Eingabe eines Codes ein elektronisches Schloss aufschließt. Der Code kann über eine App, das Internet, eine SMS oder über die telefonische Hotline angefordert werden. Für die häufigere Nutzung können die Räder auch mittels eines elektronischen Chips geöffnet werden, der gegen eine Pfandgebühr von 5 Euro erhältlich ist. Weitere Stationen und Räder sollen folgen, wenn sich hierfür Sponsoren finden. Unterstützung zugesagt hat bereits das LAGO Shopping Center.

 

Transportrad-Corso zur Eröffnung

Im Anschluss an die feierliche Eröffnung wurden die TINK Räder in einem großen Transportrad-Corso zu ihren Stationen gebracht. Dabei fuhren auch zahlreiche Bürger­innen und Bürger auf den TINK Rädern oder eigenen Rädern mit.  

Ausführliche Testfahrten zum Systemstart

Da das Transportrad-Mietsystem in Konstanz eine technische Neuentwicklung ist, für das es bislang keine Vorerfahrungen gibt, wird ein Teil der Räder zunächst ausführlich getestet. Während die Hälfte der Räder ausgestattet mit Bordcomputern zur vollauto­matischen Ausleihe für Kurzzeitnutzungen sofort für alle zur Verfügung steht, wird die andere Hälfte zunächst von Konstanzer Testfahrerinnen und -fahrern über mehrere Tage Probe gefahren, um die unterschiedlichen Erfahrungen direkt in die weitere Verbesserung des Systems einfließen zu lassen.

 

Ideelle Partner unterstützen das Projekt

Bereits mit Start des Mietradsystems haben mehrere ideelle Partner aus der Region ihre Unterstützung des Projekts zugesagt: die Konstanzer Wohnungs­baugesellschaft, die Konstanzer Stadtwerke, das Studierendenwerk SEEZEIT, die Mobilitätszentrale Konstanz, die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs und der Carsharing-Anbieter Stadtmobil.  

Bundesweites Modellprojekt

TINK, die Transportrad Initiative Nachhaltiger Kommunen, möchte eine umwelt­freundliche Mobilität in Deutschland voranbringen. Konstanz ist neben Norder­stedt in Schleswig-Holstein eine von zwei Modellstädten, in denen dazu ein Konzept zur gemein­schaftlichen Nutzung von Transporträdern entwickelt und erprobt wird. Nationale Projektpartner sind neben den beiden Städten die e-fect eG und die InnoZ GmbH. Gefördert wird TINK von August 2015 bis Juli 2018 durch das Bundes­minis­terium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans 2020 (NRVP). Das Konzept soll in Zukunft auf weitere Kommunen übertragen werden.  

Alle TINK Stationen in Konstanz im Überblick:

  1. Bürgerbüro, Untere Laube
  2. Stephansplatz
  3. Bahnhofsplatz
  4. Döbelestraße (neben Bushaltestelle)
  5. Europahaus (SEEZEIT)
  6. FRISTO Getränkemarkt, Feldstraße
  7. Schulthaißstraße, gegenüber Fahrradspezialitäten
  8. Gartenstraße/ Brauneggerstraße
  9. Treffpunkt Petershausen
  10. Markgrafenstraße/ Allemannenstraße
  11. St.-Gebhard-Str./ Von-Emmich-Str.
  12. Bahnhof Petershausen Kontakt:

 


Kommunaler Koordinator :

Sebastian Nadj


Nationaler Koordinator: Marco Walter (e-fect eG)

Tel. +49 7531 9026426






Zuletzt aktualisiert am: 29.07.2016

Ende Inhaltsbereich