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Graffiti-Aktion in der Marktstätten-Unterführung

Oben rauscht der Autoverkehr, unten zeigen sieben Künstler aus sieben Nationen Graffiti-Kunst: Aus der Marktstätten-Unterführung wird bis November eine Open-Air-Galerie


Rund eine Million Menschen nutzen im Jahr die Marktstätten-Unterführung, schätzt Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn. Das mache sie zu einem DER Aufenthaltsräume der Stadt. Allerdings eilten die meisten Menschen nur durch, die schmucklose Unterführung lädt nicht zum Verweilen ein. Die Graffiti-Aktion „Signals Under Traffic" will dies ändern. Sieben Künstler gestalten die Unterführung mit Graffiti-Bildern. Der türkische Kommunikationsdesigner Emin Hasirci organisiert das viertägige Kunstprojekt vom 1. bis 4. Mai 2016 in seiner Wahlheimat. Mit seiner Masterarbeit „Re-Inventing Public Space" hatte er bereits die Konstanzer Stadtentwicklung untersucht und sich mit dem Kunst-Projekt Wintersteig Graffiti-Art einen Namen gemacht.

 

Signal für Kultur im öffentlichen Raum

„Es ist uns wichtig, ein gesellschaftspolitisches Signal zu setzen. Über der Unterführung fließt der Verkehr und darunter liegt ein trister, grauer Ort, ein großer öffentlicher Raum ohne Gesicht. Uns geht es darum zu zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht nur ökonomisch oder ökologisch gesehen werden muss, sondern auch im kulturellen Zusammenhang als gestaltete Nachhaltigkeit", erklärte Emin Hasirci bei der Eröffnung der Graffiti-Aktion am Sonntag, 1. Mai. Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn würdigte das Engagement Hasircis als „spektakuläres Event und als einen wichtigen Auftrag für ein großes urbanes Projekt. Es zeigt, was wir im öffentlichen Raum gestalten können."

 

Bis November sind die Bilder zu sehen und machen die Unterführung „zu einer Open-Air-Galerie". Danach sollen die Sanierungsarbeiten in der Unterführung beginnen, als Auftakt für die Sanierung und Umgestaltung der Marktstätte. „Die Kunst-Aktion ist ein großer Gewinn für die Stadt. Mein Wunsch wäre es, auch in Zukunft hier Kunst zu zeigen", betonte Karl Langensteiner-Schönborn. Nach Ende der Aktion sollen die Werke für einen guten Zweck versteigert werden.

 


Begleitend zur Graffiti-Kunst lädt die Installation „Before I die, i want to...“ der Amerikanerin Candy Chang dazu ein, niederzuschreiben, was man vor seinem Tod noch erleben möchte.© Stadt Konstanz

Breites Spektrum an Graffiti-Kunst

Besonders interessant sei die Vielfalt der Graffiti-Kunst, die im Laufe der nächsten Tage entstehen werde, so Langensteiner-Schönborn. Renommierte Künstler aus sieben Nationen sprayen und bemalen die großen Wandflächen, jeder in seinem eigenen Stil und motivisch frei. Emin Hasircis gute Verbindungen in die Kunst-Szene haben dies ermöglicht. Neben ihm selbst sind der Schweizer Fabian Florin (Bane), der hier lebende Syrer Kamiran Haji (Kamiran), der Italiener Antonello Piccino (Macs), der Franzose Nicolas Legér (Nilko), der Isländer/Zypriote Yiannis Hadjipanayis und der Deutsche Daniel Westermeier (Mr. Woodland) vertreten.

 

In den vier Tagen finden auch täglich Workshops für Interessierte statt. „Sie sind alle ausgebucht", freut sich Emin Hasirci. Außerdem erhalten die Teilnehmer einen Einblick in die Entstehung eines „Masterpiece", wie ein Graffiti-Kunstwerk im Szenejargon genannt wird. Begleitet wird die Aktion durch die Installation „Before I die, i want to..." der Amerikanerin Candy Chang direkt am Eingang zur Unterführung. Die Passanten können vom 1. bis 7. Mai mit Kreide den Satz ergänzen und so mitteilen, was sie vor ihrem Tode noch erleben möchten.



Zuletzt aktualisiert am: 02.05.2016

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