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Wohnbebauung statt Krankenhaus

Ergebnisse des Architektenwettbewerbs für das Vincentius-Areal stehen fest


Das Vincentius-Krankenhaus wird im Zuge der Integration in das Klinikum Konstanz von der der heutigen Lage an der Unteren Laube auf das Grundstück in der Luisenstraße im Stadtteil Petershausen verlegt. Das Areal an der Laube soll nach dem Umzug des Krankenhauses an seinen neuen Standort im Frühjahr 2018 einer Wohnnutzung zugeführt werden. Die Vincentius AG als Eigentümerin plant das frei werdende Areal zu vermarkten und den erzielten Erlös in die Finanzierung des Neubaus in der Luisenstraße zu stecken. Für die Umsetzung hat die Vincentius Krankenhaus AG in Abstimmung mit der Stadt Konstanz einen Wettbewerb für Investoren und Planer ausgelobt.

 

Das Preisgericht hatte am 10. Juli einen Tag lang 28 anonymisierte Entwürfe in zwei Runden begutachtet und ausführlich diskutiert und beraten. Von Bedeutung für die Bewertung waren städtebauliche Aspekte auf diesem rund 8000 Qudratmeter großen Areal zwischen Paradies, Altstadt und Seerhein, der Umgang mit dem historischen Altbau des Vincentius-Areals, der erhalten bleiben soll, sowie der einstigen Schottenkapelle, die Freiraumplanung, die Schaffung von ausreichend Wohnraum und damit verbunden die Wirtschaftlichkeit und Attraktivität, aber auch Nachhaltigkeit des zukünftigen Wohnungsbaus.

 

Das Ergebnis des Preisgerichts, in dem neben externen Fachleuten auch Vertreter des Gesundheitsverbunds Landkreis (GLKN), der Stadt Konstanz und Konstanzer Gemeinderäte saßen, stand am späten Freitagabend fest und wurde am Montag, 13. Juli, unter der Leitung von GLKN-Geschäftsführer Rainer Ott, zugleich Vorstand der Vincentius Krankenhaus AG, und dem Konstanzer Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn öffentlich präsentiert. Die Jury hatte je einstimmig einen ersten und zweiten sowie zwei vierte Plätze vergeben.

 

Am meisten hatte der Entwurf des Konstanzer Investors Timo Doser und des Architekten-Duos Jutta Braun und Christian Müller, ebenfalls Konstanz, überzeugt. Sie hatten eine schlichte Blockrandbebauung gewählt, wie es dem Charakter der Bebauung im Paradies entspricht. Rund 100 Wohnungen verschiedener Größe gruppieren sich dabei um einen großzügigen Innenhof. Dabei gingen die Planer nicht bis an die möglichen Grundstücksgrenzen, sondern achteten die Gegebenheiten vor Ort, ließen beispielsweise in der Schottenstraße Vorgärten zu, und bildeten einen geräumigen Platz rund um die Schottenkapelle, der als Querverbindung zwischen dem Stadtteil Paradies und der Laube mit angrenzender Altstadt dient. Nicht nur die Einfachheit der Idee ist überzeugend, auch die Ausführung ist hochwertig, lobte die Jury.


Auch der zweitplatzierte Entwurf der Gemeinschaft LBBW Immobilien mit Jo. Franzke Architekten aus Frankfurt gefiel der Jury außerordentlich gut. Auch hier wurden alle Vorgaben gelungen umgesetzt, so Langensteiner-Schönborn am Montag. Er hob bei der Präsentation in der zukünftigen Konstanzer Stadthalle „Bodenseeforum" die Qualität der eingereichten Arbeiten hervor und die große Anzahl an Entwürfen, beides keine Selbstverständlichkeit.

 

Das Preisgericht empfahl dem Grundstückseigentümer und der Stadt Konstanz basierend auf den prämierten Entwürfen weiter zu arbeiten. Der städtbauliche Vertrag, der derzeit erarbeitet wird, wird die Vorschläge dieser Entwürfe aufgreifen. Zudem findet auch das Handlungsprogramm Wohnen der Stadt Konstanz Berücksichtigung, das mit 20 Prozent geförderten und zehn Prozent preisgedämpften Wohnungen für bezahlbaren Wohnraum und eine gute soziale Durchmischung in neuen Wohnquartieren sorgen will.

 

Alle Arbeiten und Entwürfe waren vom 11. bis 14. Juli öffentlich ausgestellt, zahlreiche Bürger nutzten die Möglichkeit, sich ein Bild von der künftigen Wohnbebauung auf dem Vincentius-Areal zu machen.



Zuletzt aktualisiert am: 15.07.2015

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