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Denkmalpflege in der Konstanzer Altstadt

Stiftung Stadtbild zeichnet die Sanierung des Hauses „Zum roten Stern" mit einer Bronzeplakette aus



(Von links) Martin Bächle (Architekturbüro Bächle-Meid), Klaus Keller-Uhl (Ehrenmitglied der Stiftung), Frank Mienhardt (Leiter der städtischen Denkmalpflege), Angela Büsing (Vorstand der Stiftung), Karin Meid-Bächle (Architekturbüro Bächle-Meid), Dr. Christiane Reichel, Prof. Dr. Martin Reichel (Eigentümer des Hauses), Hartmut Rohloff (Stiftungsrat), Ilse Friedrich (Stiftungsrätin), Eugen Stemmer (Stiftungsrat) und Winfried Koeder (Vorstand der Stiftung) bei der Auszeichnung des Hauses „Zum roten Stern". Nicht mit auf dem Bild ist Projektleiter Manuel Riesterer.© Stadt Konstanz - Pressebüro

Am Dienstag, den 16. Dezember 2014 überreichten die Mitglieder der Stiftung Stadtbild Konstanz dem Ehepaar Dr. Reichel eine Bronzeplakette für die Sanierung des Altstadthauses „Zum roten Stern". Das Mietshaus befindet sich seit dem Jahr 2012 im Besitz der Familie. Die behutsame Sanierung konnte kürzlich nach zwei Jahren Arbeit abgeschlossen werden.

 

Bemerkenswert an der Restaurierung sei neben der Baugeschichte des Hauses auch der Umgang mit der Bausubstanz, so Frank Mienhardt, Leiter der städtischen Denkmalpflege. Die historische Nutzung der Räumlichkeiten konnte nicht mehr abschließend nachvollzogen werden. Bekannt ist: Das Haus in der Paradiesstraße 9 war wohl seit jeher ein Wohnhaus mit Anteilen an gewerblicher Nutzung. Eventuell beherbergte es einst ein Gasthaus mit angeschlossener Brauerei, auch eine Nutzung für die Fleischverarbeitung ist denkbar. Das Objekt besteht aus einem Komplex aus Vorder- und Hinterhaus, welche beide zeitgleich in den Jahren 1350-1360 errichtet wurden. Gebaut wurde massiv aus Stein, später kam an einigen Stellen Fachwerk hinzu. Bemerkenswert ist zudem, dass die Dachkonstruktion gänzlich erhalten geblieben ist.

 

Veränderungen sind beispielsweise aus der Barockzeit nachgewiesen und im 19. Jahrhundert wurde die Außentreppe im Innenhof zugefügt. Bodentiefe Fenster im Obergeschoss, einst Türen, sind Zeugnis davon, dass hier eine Brückenverbindung in Form einer Laube zwischen dem Vorder- und dem Hinterhaus existierte. Die Bohlenwände in der Stube zeigen Malereien sowohl aus dem Mittelalter, als auch auch dem Früh- und Spätbarock. Die Tapeten der späteren Jahre wurden an Belegstellen erhalten und zeigen in mehreren Schichten die Veränderungen auf, die über die Zeit hinweg an den Räumen vorgenommen wurden. Der grünlich-graue Farbanstrich des 19. Jahrhunderts wurde von den Fenstern und Einfassungen im 1. Obergeschoss auch auf die Decke übertragen, so dass ein stimmiges Gesamtbild entstand. Der Turmcharakter des Hinterhauses blieb gewahrt. Hier finden sich Bohlenwände aus dem Vorderhaus wieder, die als Baustoff schon zu früheren Zeiten „recycelt" wurden.

Prof. Dr. Martin Reichel und das mit der Planung und Ausführung beauftragte Konstanzer Architekturbüro Bächle Meid seien bei der Sanierung sehr behutsam mit der Substanz des Gebäudes umgegangen. Man habe sich eng mit der Denkmalpflege abgestimmt und dabei, beispielsweise bei den Balkonen im Innenhof, auch interessante moderne Akzente gesetzt, wurde bei der Auszeichnung betont.

 

Ein Stück Heimat(geschichte)
Wie wertvoll das Konstanzer Objekt für die Denkmalpflege ist, zeigt sich auch darin, dass das Haus als „Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung" im Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg verzeichnet ist. Durch die zwei Jahre intensive Arbeit an dem Haus, so Prof. Dr. Reichel, fühle er sich Konstanz als Stadt nochmals verbundener. Alle Beteiligten haben mit viel Freude für das Haus gearbeitet und er habe große Unterstützung erfahren. Umso mehr freut es ihn, dass das Objekt auch beim Denkmalschutz Aufmerksamkeit gefunden hat. Konstanz ist für die Zugezogenen inzwischen zur Heimat geworden.

 

Die Stiftung Stadtbild Konstanz
Die Stiftung Stadtbild wurde 1981 als unabhängige Organisation gegründet. Die heutige Stiftung ging aus dem Arbeitskreis Denkmalpflege hervor. Vorsitzender des Stiftungsrats ist Oberbürgermeister Uli Burchardt. Die Mitglieder der Stiftung haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Denkmalpflege in der Konstanzer Altstadt zu unterstützen und zu fördern. Regelmäßig prämiert die Stiftung stadtbildprägende Restaurierungsprojekte innerhalb der Altstadt mit einem Zuschuss. Gleichzeitig soll auch die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf erhaltenswerte Bausubstanzen gelenkt werden. Dem dient beispielsweise die Verleihung von Plaketten, wie nun das Haus „Zum roten Stern" eine erhielt.

 



Zuletzt aktualisiert am: 18.12.2014

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