Hauptnavigation | Inhaltsbereich | Seitenfunktionen
Volltextsuche







Inhaltsbereich

Konstanz Vorreiter im Klimaschutz

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller hat mehrere Städte - darunter Konstanz - Landkreise sowie Gemeinden mit dem European Energy Award (eea) ausgezeichnet. „Die Auszeichnung ist Anerkennung und Anspron zugleich", freut sich Oberbürgermeister Uli Burchardt, der das Thema Nachhaltigkeit weiter stärker will.


Neben Konstanz wurden die Städte Kornwestheim, Lörrach, Mengen, Ulm und Waiblingen, die Landkreise Alb-Donau-Kreis, Biberach, Bodenseekreis, Freudenstadt, Reutlingen, Rottweil, Sigmaringen und Zollernalbkreis, sowie die Gemeinden Baienfurt, Karlsbad, Kißlegg und Meckenbeuren mit dem European Energy Award (eea) ausgezeichnet. „Ein fortschrittsorientiertes Land wie Baden-Württemberg kann sich von fossilen Energieimporten unabhängiger machen", sagte Umweltminister Franz Untersteller bei Verleihung am 18. März in Kornwestheim.

 

Besonderes Augenmerk legt Konstanz auf die Qualität des öffentlichen Personennahverkehrs. So fördern z. B. die Taktzeiten sowie die Ausstattung und Anzahl der Haltestellen die Nutzung des ÖPNV. Auch das Fuß- und Radwegenetz ist sehr gut ausgebaut. Die Stadt Konstanz kooperiert grenzüberschreitend mit anderen Kommunen der Region. Mit neun anderen Städten plant sie als Vorreiter im Klimaschutz im Rahmen des von Interreg geförderten Projekts „2000-Watt-Gesellschaft in der Bodenseeregion" ihre Energiezukunft. Die 2000-Watt- Gesellschaft sieht vor, den Primärenergiebedarf bis zum Jahr 2050 auf 2000 Watt pro Kopf sowie den Ausstoß von Treibhausgasen auf eine Tonne pro Kopf und Jahr zu senken.

Die Teilnahme am European Energy Award wurde 2007 beschlossen. Die Stadtwerke Konstanz, die ein umfangreiches Beratungsangebot zur Verfügung stellen und darüber hinaus Anlagen-Contracting und Bürgerbeteiligungen für Photovoltaikanlagen anbieten, sind im Eigentum der Stadt Konstanz und ein sehr wichtiger Partner bei allen Klimaschutzaktivitäten.

 

Untersteller: "Wir müssen Vorbild sein" 

Franz Untersteller wies darauf hin, dass Baden-Württemberg alleine die drohende Erwärmung des Weltklimas zwar nicht aufhalten könne. „Als fortschrittsorientierte Industrienation müssen wir aber Vorbild sein und einen intelligenten, das heißt in erster Linie sparsamen, Umgang mit fossilen Brennstoffen pflegen", betonte der Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. „Auch die Krise in der Ukraine zeigt, wie wichtig es für unseren Wohlstand ist, dass wir uns von Energieimporten unabhängiger machen."

 

"Kommunale Projekte wirken direkt in die Bürgerschaft hinein"

Um dies zu erreichen, müssten die Themen Klimaschutz und Energie in jedem Landkreis und in jeder Stadt und Gemeinde im Land so präsent sein wie in denjenigen Kommunen, die am European Energy Award teilnehmen, sagte Minister Untersteller. „Kommunale Projekte wirken direkt in die Bürgerschaft hinein. Daher haben wir die Vorbildwirkung der öffentlichen Hand ins Klimaschutzgesetz des Landes aufgenommen und deswegen unterstützen wir die Kommunen dabei, diese Vorbildfunktion auszufüllen."


Zum European Energy Award

 

Der European Energy Award (eea) ist ein europäisches Qualitätsmanagement-system und Zertifizierungsverfahren, das der Energieeinsparung, der effizi-enten Nutzung von Energie und der Steigerung des Einsatzes regenerativer Energien in Kommunen dient. Die Klimaschutzaktivitäten der Kommune werden hierbei erfasst, bewertet, geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft, um Potenziale des nachhaltigen Klimaschutzes identifizieren und nutzen zu können.

 

Das wichtigste Werkzeug des eea-Programms ist ein Maßnahmenkatalog, der die Bereiche Kommunale Liegenschaften, Ver- und Entsorgung, Mobilität, Ent-wicklungsplanung, interne Organisation und Kommunikation beinhaltet. Zudem bilden die teilnehmenden Städte, Gemeinden und Landkreise in ihrer Kommune ein Energie-Team, das bei der Umsetzung durch einen externen eea-Berater unterstützt wird.

 

Erfolge der kommunalen Energiearbeit werden nicht nur dokumentiert, sondern auch ausgezeichnet. Werden 50 Prozent der möglichen Punkte erreicht, erhalten Kommunen und Landkreise den European Energy Award. Werden 75 Prozent der maximal möglichen Punkte erreicht, erfolgt nach Bestätigung durch einen internationalen Auditor die Auszeichnung in Gold.

 

Insgesamt nehmen in Baden-Württemberg momentan 78 Städte und Gemein-den sowie fünfzehn Landkreise am „European Energy Award" teil. Deutschlandweit sind es derzeit rund 260 Städte und Gemeinden sowie 30 Landkreise, europaweit etwa 1.100 Städte und Gemeinden.

Am European Energy Award teilnehmende Kommunen mit bis zu 10.000 Ein-wohnern erhielten vom Umweltministerium einen Zuschuss von jeweils 8.000 Euro, Kommunen mit einer Größe von 10.000 bis 50.000 Einwohnern haben je 10.000 Euro und Städte mit über 50.000 Einwohnern haben einen Zuschuss von 12.000 Euro erhalten. Kommunen, die am eea teilnehmen, erhalten außerdem im Rahmen des Programms „Klimaschutz-Plus" einen höheren Fördersatz für investive Maßnahmen.

 

Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft berät die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH interessierte und teilnehmende Kommunen über den European Energy Award und gibt praktische Hilfestellung für das Zertifizierungsverfahren.

 



Zuletzt aktualisiert am: 21.03.2014

Ende Inhaltsbereich

EEA im Netz

Weitere Informationen zum European Energy Award sind im Internet unter www.kea-bw.de/eea erhältlich.