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"Eine ganz besondere Form des Engagements"

OB Uli Burchardt besuchte die Freiwillige Feuerwehr Konstanz, wo er einst selbst als Feuerwehrmann ausgebildet wurde.


„Ich bin der Feuerwehr persönlich sehr verbunden", bekannte Oberbürgermeister Uli Burchardt anlässlich des Jahresabends der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz in der Litzelstetter Halle. Er war einige Jahre lang Mitglied der Allensbacher Feuerwehr. Seine Grundausbildung als Feuerwehrmann habe er bei der Feuerwehr Konstanz erhalten, berichtete der OB.

 

Teurer Wohnraum und fehlende industriele Arbeitsplätze nannte Kommandant Dieter Quintus als einige der Gründe, warum etliche Feuerwehrleute aus Konstanz wegziehen. Derzeit sei die Personalentwicklung bei den ehrenamtlichen Aktiven zwar positiv, allerdings hätten dieses Jahr bereits sieben außerhalb von Konstanz einen guten Job erhalten, erklärte er. Zudem wollten zwei Feuerwehrangehörige nicht mehr nach Singen zur Arbeit pendeln und hätten dort in der Umgebung einen viel günstigeren Wohnraum bezogen, ergänze Quintus.

 

Auch OB Burchardt sieht großen Handlungsbedarf bei der Schaffung von Wohnraum. „Wir haben damit schon angefangen", erinnerte er. Dies sei tatsächlich eines der drängendsten Aufgaben sowohl für die städtischen Eigenbetriebe und die Feuerwehr sowie andere Unternehmen. Gerade für die 30- bis 40-Jährigen sei die Lage besonders problematisch. „Das ist die wichtigste Altersgruppe für die Wertschöpfung", begründete der OB.

 

Den Feuerwehrfrauen und -männern dankte Burchardt, dass sie Menschen im Notfall uneigennützig helfen und sie unterstützen. Sie würden dafür sorgen, dass sich die Bürger wohlfühlen und in Sicherheit leben könnten. Als Freund und Verfechter des bürgerschaftlichen Engagements wolle er dieses nach besten Kräften weiterhin fordern und fördern. Der Feuerwehrdienst sei eine ganz besondere Form des Engagements, „vorbildlich im besten Sinne", erklärte der Oberbürgermeister.

 

Heribert Baumann, Ortsvorsteher von Litzelstetten, bezeichnete die Feuerwehr als den Inbegriff des bürgerschaftlichen Engagements. Sie sei unverzichtbar im Teilort und ein wichtiger Knotenpunkt im Sozialgefüge einer Stadt. „Dank Ihnen können wir ruhiger schlafen", lobte er die Feuerwehrleute.

 

Kreisbrandmeister Marco Buess kündigte an, dass der in Konstanz stationierte Gerätewagen Gefahrgut bald ersetzt würde. In Planung sei zudem ein zentrales Dienstleistungszentrum für die Feuerwehren im Landkreis. Arbeiten an Atemschutzgeräten und Schläuchen sollen dort verrichtet werden. Da die heutige Atemschutzübungsanlage in Radolfzell spätestens im Jahr 2015 den modernen Anforderungen nicht mehr genügen wird, soll sie dort ebenfalls integriert werden, erklärte Buess.

Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr feierte am Jahresabend sein 60-jähriges Bestehen. Mit Schwarzlichtshow, Trommeln auf Eis, Stücken von John Philip Sousa und „Memory" aus dem Musical Cats, um nur einige zu nennen, zeigten die Frauen und Männer ihr Können. Der Auftritt erfolgte unter der bewährten Leitung von Michael Koch, der seit 40 Jahren dem Spielmannszug vorsteht.

Geehrt wurden für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst: Heinrich Fuchs, Ludwig Fuchs, Reinhard Mayer, Albert Meßmer, Manfred Queck, Bruno Romer und Roland Trummer; für 25 Jahre: Günter Dude, Markus König, Matthias Menge, Thomas Noll, Jürgen Okle, Sascha Reuter, Hendrik Roggendorf und Winfried Romer und für 15 Jahre: Markus Becking, Marcel Guy und Lars Heilmann. Auszeichnungen der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände gab es für folgende Mitglieder des Spielmannszuges: 10 Jahre: Jasmin Koch und Max Mayer; 5 Jahre: Manuela Mauz und Angelo Russo.


 

Feuerwehrerinnerungen des OB

Faulturm: Vor kurzem besichtigte OB Burchardt die Entsorgungsbetriebe. EBK-Chefin Ulrike Hertig zeigte ihm auch den Faulturm. „Hier war ich schon mal", erinnerte sich Burchardt, als er auf der Gittertreppe stand. Bei seiner Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr sei er dort hinaufgestiegen. „Das war das körperlich Anstrengendste was ich je gemacht habe", verriet er rückblickend. Damals sei er 20 Jahre alt gewesen, heute könne er das nicht mehr, sagte der 41-Jährige.

Drehleiter: Bei der Grundausbildung zum Feuerwehrmann wurden die Anwärter gefragt, wer die 30 Meter hohe Drehleiter hinaufsteigen möchte. „Mit meiner großen Klappe habe ich sofort ‚Ich!‘ gerufen", erzählte Burchardt weiter. Als er am oberen Ende angekommen sei, habe das schmale Leiterteil recht ordentlich geschwankt, berichtete er und beschreibt mit Händen und Bewegungen des Oberkörpers anschaulich die Situation. Das Seerheincenter sei klein und die Autos seien noch kleiner erschienen, als er hinunter geschaut habe. „Du Rindvieh musst wieder runter", habe er zu sich gesagt und die Erkenntnis gewonnen, dass hochzuklettern anderes sei als oben zu sein.

Dorfbrunnen: Nach der bestandenen Prüfung zur Leistungsspange beim Kreisfeuerwehrtag in Orsingen sei er auf der Heimfahrt im Löschfahrzeug eingeschlafen, erzählte Burchard, im sicheren Bewusstsein, dass er zuhause abgeliefert wird. Groß sei sein Erstaunen gewesen, als plötzlich die Fahrzeugtüre aufging, ihn viele Hände packten und ihn geradewegs in den Allensbacher Dorfbrunnen warfen, wo gerade das Seetorfest im Gange war. Schlafe niemals in Gegenwart deiner Kameraden, habe er als Lehre daraus gezogen, so der OB.



Zuletzt aktualisiert am: 31.10.2012

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