Neubau eines Torwach- und Verwaltungsgebäudes der Justizvollzugsanstalt Konstanz eingeweiht - Oberbürgermeister: „BürgerInnen leisten wichtigen Beitrag zum Sozialleben"
Im Beisein von Justizminister Rainer Stickelberger und Wolfgang Leidig, Ministerialdirektor im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, wurde am Montag, dem 29. Oktober 2012, das neue Torwach- und Verwaltungsgebäude der Justizvollzugsanstalt Konstanz offiziell eröffnet. Während Stickelberger und Leidig in ihren Redebeiträgen in erster Linie auf die Bedeutung der JVA für das Land und den Landkreis eingingen, hob Oberbürgermeister Uli Burchardt in seiner Begrüßung die hohe Akzeptanz hervor, welche die JVA in der Konstanzer Bevölkerung genießt: „„Das kann aufgrund der Innenstadtlage nicht zwingend als selbstverständlich angesehen werden". Weiterhin wies der Oberbürgermeister auf das große Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger bei der Wiedereingliederung von Haftentlassenen in die Gesellschaft hin: „Großen Anteil daran haben auch viele engagierte Bürgerinnen und Bürger. Rund zehn ehrenamtliche Mitarbeiter sowie der seit 1931 tätige Konstanzer Bezirksverein für soziale Rechtspflege leisten zusammen mit den etwa 60 Bediensteten der JVA einen wichtigen Beitrag zum Sozialleben in unserer Stadt".
„Durch die ehrenamtliche Arbeit übernehmen diese Menschen die für unsere Gesellschaft überaus wichtige Aufgabe, Haftentlassenen eine Brücke zurück in die Gesellschaft zu bauen", so OB Burchardt weiter: „In Konstanz ist man sich bewusst, dass die Wiedereingliederung von Strafgefangenen nicht nur Aufgabe des Staates, sondern auch der Gesellschaft ist". Burchardts Dank galt zudem dem Land Baden-Württemberg, das viel Geld in den Neubau investiert hat. Eine Investition, die sowohl der Sicherheit der MitarbeiterInnen, der Ausweitung der Besuchsmöglichkeiten, der Unterbringung der Gefangenen und nicht zuletzt der Sicherung von Arbeitsplätzen zugutekommt.
Der Bau bringe spürbare Verbesserungen mit sich - sowohl für die Bediensteten, als auch für die Gefangenen und deren Besucherinnen und Besucher, sagten Stickelberger und Leidig in Konstanz: „Durch den Neubau bekommt die altehrwürdige Anlage ein neues, modernes und nicht zuletzt funktionales Gesicht".
„Die neue Torwache ermöglicht eine lückenlose Kontrolle und Überwachung des ein- und ausgehenden Besucher- und Lieferverkehrs", erklärte der Justizminister: „Vor allem für die Besucherinnen und Besucher werden sich die Warte- und Kontrollzeiten merklich verkürzen." Diese würden darüber hinaus vom neuen Besucherbereich profitieren. Er sei hell und freundlich gestaltet und könne damit manches Unbehagen nehmen, das den einen oder die andere beim Betreten einer Justizvollzugsanstalt beschleiche. „Der regelmäßige Besuch der Gefangenen durch Verwandte und Bekannte ist wichtig", sagte Stickelberger, „denn er ist ein wesentlicher Baustein für eine erfolgreiche Resozialisierung von straffällig gewordenen Menschen."
„Das Land Baden-Württemberg hat mit der neuen Torwache 6,4 Millionen Euro in die Sicherheit der Justizvollzugsanstalt Konstanz investiert", sagte Ministerialdirektor Wolfgang Leidig in seiner Ansprache.
„Die Durchführung einer Baumaßnahme in einer Justizvollzugsanstalt bei laufendem Betrieb ist für alle Beteiligten immer eine große bauliche und organisatorische Herausforderung." In dem Neubau sind die Torwache mit den Zu- und Abgangszellen, die Besuchsabteilung und die Anstaltsleitung untergebracht.
Der Justizminister und der Ministerialdirektor wiesen darauf hin, dass das neue Torwach- und Verwaltungsgebäude in einer Reihe weiterer Baumaßnahmen in Justizvollzugsanstalten des Landes stehe. So würden beispielsweise auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Stuttgart fünf neue Unterbringungsgebäude entstehen. „All diese Maßnahmen haben das Ziel, die Vollzugslandschaft in Baden-Württemberg in baulicher Hinsicht weiterzuentwickeln und ihr eine zukunftsfeste Struktur zu geben", stellten die beiden fest.
Die Justizvollzugsanstalt Konstanz verfügt über insgesamt 136 Haftplätze. Sie ist für den Vollzug von Untersuchungshaft und Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr und drei Monaten zuständig. In der Außenstelle Singen verbüßen männliche Gefangene ab einem Alter von 62 Jahren Haftstrafen von mehr als einem Jahr und drei Monaten.
Zuletzt aktualisiert am: 29.10.2012
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