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Historisches Gebäude ganz modern

Die Stadt Konstanz macht das Konzilgebäude fit fürs das Konziljubiläum 2014- bis 2018. Im Zentrum der umfangreichen Feierlichkeiten steht das Konzilgebäude. Das historische Gebäude soll komplett saniert werden. Für den Umbau wird mit Gesamtkosten von 10,64 Milionen Euro kalkuliert. 2,8 Millionen kommen laut Ratsbeschluss vom 25. Juni 2009 aus dem Konjunkturprogramm. Der Technische und Umweltausschus soll am 21. Januar auf seiner Sitzung den Gesamtprojektbeschluss als Empfehlung für den Gemeinderat fassen. Der Rat entscheidet am 28. Januar. Die Arbeiten haben im November vorigen Jahres begonnen und dauern voraussichtlich bis Herbst 2011.


Die bauliche Struktur und das Erscheinungsbild des Gebäudes bleiben bewahrt. Die Gebäudesubstanz und die vorhandenen Räumlichkeiten hingegen sollen in einem verträglichen Maße modernisiert und unter den Gesichtspunkten des Denkmalschutzes und einer zeitgemäßgen Nutzung (für Ausstellungen und entsprechende Veranstaltungen) verbessert werden. 2014 soll die große Landesausstellung zum Konstanzer Konzil 2014 im Konzil stattfinden. Weitere große Ausstellungen wären möglich.

Darüber hinaus soll das Konzil eine ergänzende Funktion zum geplanten modernen Konzert- Kongresshaus für kleinere Tagungen und  Eröffnungsveranstaltungen übernehmen.

Zu den wesentlichen Arbeiten gehören die Sicherung der statischen Tragfähigkeit, die Erhaltung der historischen Raumstruktur, die Sanierung beziehungsweise Erneuerung des Bestandes und  die Optimierung und Umlegung von Räumen, die Nutzbarmachung der dritten Ebene, die heute als Lager und Technikraum genutzt wird, die Erneuerung der gesamten Technik sowie die Entfernung des Asbests.


Technik wird erneuert

Die Gründe für die Sanierung liegen auf der Hand: die Technik - sprich die Heizung, Lüftung, Elektro, Medien und - Schwachstromtechnik- ist veraltet und nicht mehr zeitgemäß.  Hinzu kommen Mängel in der Statik und bauliche Mängel, eine unzureichende Toilettenanlage, die  schlechte Akustik, die unzureichende Wärmedämmung und nicht zuletzt zu kleine und veraltete Künstlergarderoben.

Der nördliche Vorplatzes vor dem Haupteingang soll unterkellert und werden. Neben den gesamten Toilettenanlagen soll dort der Technikraum und der Lagerraum untergebracht werden. Das schafft in erster Linie mehr Platz im oberen und unteren Foyer.


Büroräume im Erdgeschoss

Und so sieht die weitere Planung aus: Im Ergeschoss ersetzt eine gläserne Abtrennung die Wand zwischen dem Foyer und dem unteren Saal. Der südliche, vom unteren Saal abgetrennte Lager- und frühere Außengastronomiebereich wird als Lager belassen. Die ehemaligen Herren-Toiletten dienen nach dem Umbau als Büroräume sowie als zentraler Medienstandort. Parallel neben dem heute bestehenden Aufzug, der erneuert wird und nur dem Gastrobereich dient, entsteht ein neuer Personenaufzug, ausschließlich für Besucher, vom Erdgeschoss bis ins zweite Dachgeschoss.

Im Obergeschoss wird der gesamte Decken- und Fußbodenaufbau abgetragen und durch eine neue tragfähige Konstruktion ersetzt. Der  Anfang Dezember 2009 in einer Deckenlage festgestellte asbesthaltige Estrich wird entfernt.

Im ersten Dachgeschoss werden die gesamten asbesthaltigen Brandschutzauskleidungen heraus genommen. Außerdem wird  die Statik erneuert, eine neue Brandschutz- und Wärmedämmung eingebaut und die Akustik optimiert. Die in diesem Geschoss teilweise untergebrachte veraltete Zu- und Abluftanlage wird ausgebaut.

Komplett erneuert werden auch die Künstlergarderoben im südlichen Teil. Um das zweite Dachgeschoss und somit die neue dritte Saalebene zu erreichen, muss eine neue Geschosstreppe hinzugefügt werden. Im südwestlichen Bereich wird die vorhandene Treppe ins zweite  Dachgeschoss verlängert.


Neuer Saal im zweiten Dachgeschoss

Dort entsteht nach Räumung des Lagers eine neu nutzbare Fläche. Das nördliche Drittel dient bis ins dritte Dachgeschoss als Technikbereich für die neue Klimaanlage. Die restliche Fläche ergeben einen 600 Quadratmeter großen neuen Saal mit 33 Meter Länge,18 Meter Breite. Aus feuerpolizeilichen Anforderungen ist die Nutzung auf 200 Personen begrenzt. Der Saal erstreckt sich bis unter den First und hat eine Raumhöhe von elf Metern.  Durch diese Öffnung bis unter den First ist der einmalige Dachstuhl des Konzilgebäudes voll ablesbar und begreifbar.

Der neue Saal ist zugänglich durch einen neuen Personenaufzug und einem dem Saal vorgelagerten kleinen Foyer mit Garderobe, WC-Anlage und Lagerraum.


Neue Klimatechnik reduziert Betriebskosten

Die veraltete Heizungsanlage im bestehenden Kellergeschoss wird durch einen Gasbrennwert-Kessel ersetzt. 75 Prozent der Betriebskosten sollen durch eine Wasser-Wärmepumpe abgedeckt werden, die mit Bodenseewasser (Entnahme zwischen Gondelhafen und Hafenbecken) bedient wird. Dadurch reduzieren sich die Betriebskosten von knapp 61.000 Euro auf 44.500 Euro.

Die CO2 Emissionen verringern sich dadurch jährlich von bislang 250,34 Tonnen auf 161,64 Tonnen.  Die im zweiten und dritten  Dachgeschoss neu konzipierte Klimatechnik be- und entlüftet, heizt und kühlt. Mit der neuen Anlage können der untere und der obere Saal klimatisiert werden (im Sommer bis auf 19 Grad Celsius).


Moderne Bühnentechnik

Auch das gesamte Elektro- und Beleuchtungssystem und die Gefahren- und Meldeanlagen (Rauchmelder) werden komplett erneuert.  Außerdem wird eine neue Videoanlage zur Überwachung installiert. Zur Datenkommunikation wird ein strukturiertes Netzwerk aufgebaut. Über das Netzwerk laufen die gesamte Bühnentechnik, Audiotechnik und Datentechnik. In jedem Stockwerk werden zwei 19-Zoll Schänke aufgestellt, die dann von den einzelnen Standorten angefahren werden.

In allen drei Geschossen ist der Einbau eines umfassenden Netzwerkes (mit Kupfer- und Glasfaserkabeln) zur Verteilung der verschiedensten Audio-, Video- und Datensignale vorgesehen.  Mit einer programmierbaren Mediensteuerung können in jedem Raum sowie auch von einer zentralen Stelle aus die verschiedensten Funktionen bedient werden (Raumbeleuchtung, Bühnenlicht, Audio- und Videosysteme, etc.). Im Veranstaltungsraum ist eine fest eingebaute hochwertige Beschallungsanlage für die vielfältige Nutzung mit guter Sprachverständlichkeit und guter Musikübertragung vorgesehen.

Eine mobile Tonanlage mit Mischpult, Lautsprechern, Verstärkern etc. ist für spezielle Veranstaltungen mit Bühnenaufbau vorgesehen.



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