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Bettenberg: Ehemaliger Standortübungsplatz komplett gesperrt - Gefahr von Restmunition im Boden

Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Konstanz, des Landratsamtes Konstanz und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.


Der ehemalige Standortübungsplatz Bettenberg am Rande des Konstanzer Ortsteils Wollmatingen seit 16. Juni 2009, für alle Bereiche der Öffentlichkeit auf unbestimmte Zeit komplett gesperrt. Auf dem bis 1996 von der Bundeswehr für militärische Übungen genutzen Gelände besteht die Gefahr, dass sich noch gefährliche Kampfmittelreste aus der früheren militärischen Nutzung im Boden befindet. Oberbürgermeister Horst Frank und Landrat Frank Hämmerle fordern die sofortige Untersuchung des gesamten Geländes und die vollständige Enfernung eventuell vorhandener Munition, damit keine Gefährdung für die Bevölkerung von diesem wichtigen Naherholungsgebiet und wertvollen Natura 2000 Gebiet ausgeht. Der Eigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, hat die Untersuchung bei den zuständigen Bundesdienststellen bereits beantragt.

Im Rahmen eines derzeit laufenden immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens zur Verlängerung der Nutzung einer Teilfläche als Moto-Cross-Trainingsstrecke durch den MSC Konstanz haben das Landratsamt, die Stadt Konstanz und der Eigentümer die Gefahrenlage vor dem Hintergrund von verschiedenen Munitionsfunden in den letzten Jahren neu bewertet. Eine Kampfmittelerkundung und -beseitigung auf dem Gelände ist offentsichtlich bislang nur in Teilbereichen durchgeführt worden. Bei der in den letzten Jahren durchgeführten Verlegung des Mühlbaches sind oberflächennah noch Munitionsreste gefunden worden. Die Verantwortlichen von Landratsamt und Stadt müssen daher davon ausgehen, dass die bisherigen Maßnahmen von Bundeswehr und Eigentümer nicht die gesamte Fläche des ehmaligen Standortübungsplatzes umfasst haben und sich im Boden evtl. noch weitere Kampfmittel befinden, die eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen können.

Nutzung des Geländes
Der ehemalige Standortübungsplatz wurde bis 1945 durch die deutschen Streitkräfte und von 1945 bis 1978 durch die französischen Streitkräfte genutzt. Während dieser Nutzungsphase ist - das belegen die Munitionsfunde der letzten Jahrzehnte - auch scharfe Munition verschossen worden. Von 1978 bis 1996 wurde die Liegenschaft durch die Bundeswehr genutzt. Schießübungen waren lediglich mit Übungsmunition erlaubt, es wurde somit keine neue scharfe Munition eingebracht. Die Bundeswehr hat eine Teil-Entmunitionierung durchgeführt.

Seit vielen Jahren nutzt der MSC Konstanz eine Teilfläche als Moto-Cross-Trainigsstrecke und für die Jugendarbeit. Das Vereinsheim des MSC befindet sich am südlichen Rand unmittelbar neben der neuen Nordumfahrung. Auch die Modellflieger nutzen seit einigen Jahren eine Teilfläche.

Gelände gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
Seit 1996 befindet sich die Liegenschaft im Eigentum der Bundesvermögensverwaltung bzw. ab 2005 als Rechtsnachfolgerin der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Aufgrund der aktuellen Gefahrenlage wird der Standortübungsplatz sofort für jegliche Nutzungen gesperrt.
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat auf Grund der Gefahrenlage für die Allgemeinheit am 15.06. bei der Stadt Konstanz als zuständige Behörde den Erlass einer Anordung zur Sperrung der Liegenschaften beantragt. Mit der Allgemeinverfügung zur Beschränkung des Betretungsrechtes der freien Landschaft hat die Stadt Konstanz als zuständige Naturschutzbehörde heute, 16.06., auf Grundlage von § 53 Naturschutzgesetz Baden-Württemberg die Sperrung mit sofortiger Wirkung veranlasst.

Gleichzeitig hat das Landratsamt Konstanz die immissionsrechtliche Genehmigung zum Betrieb einer Moto-Cross-Trainigsstrecke bzw. eine Moto-Cross-Übungsfläche für Kinder und Jugendliche mit sofortiger Wirkung zurückgezogen und die Nutzung untersagt.

Auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat als Eigentümer die Pachtverträge mit dem MSC Konstanz und den Modellfliegern ebenfalls mit sofortiger Wirkung gekündigt.

Schilder weisen auf Gefahr hin 
Bis auf weiteres ist das Gebiet auch für die Naherholung komplett gesperrt. Entsprechende Warn- und Verbotsschilder, die auf die Gefahren und das Zutrittsverbot hinweisen, werden angebracht. Zusätzlich wird ein Sicherheitsdienst beauftragt, das 170 Hektar große Gelände auf Einhaltung des Verbots zu kontrollieren.

Ziel ist schnelle Kampfmittelbeseitigung
Die Stadt Konstanz, das Landratsamt und der Eigentümer fordern eine sofortige Erkundung und flächendeckende Beseitigung der gefährlichen Kampfmittel. Ziel ist das Gelände schnellst möglich der Allgemeinheit wieder zur Verfügung zu stellen.

Tragfähige Lösung für MSC wird gesucht 
Die Stadt Konstanz und das Landratsamt wollen gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Freiburg als höhere Naturschutzbehörde ein tragfähiges und dauerhaftes Konzept zur Sicherung der Nutzung für den MSC Konstanz auf den zum Teil als Natura 2000 ausgewiesen Areal des ehemaligen Standortübungsplatzes erreichen. Die Belange des Vereins, die Funktion als Naherholungsgebiet und die hohe naturschutzfachliche Wertigkeit müssen dabei in Einklang gebracht werden. Der Standortübungsplatz ist Teil des von der Bundesregierung ausgeweisenen nationalen Naturerbes.

Plan "Bettenberg" [PDF, 681 kb]

Übersichtsplan über das Gelände "Bettenberg"




Zuletzt aktualisiert am: 16.06.2009

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