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Tábor (CZ)

War die Gründung der Städtepartnerschaft Konstanz-Fontainebleau vor fast 40 Jahren Ausdruck einer bundesweiten Aktion mit dem Ziel, die Adenauerische Aussöhnungspolitik mit Frankreich auch auf kommunaler Ebene voranzutreiben, so orientieren sich zahlreiche gesellschaftspolitische Aktivitäten heute nach dem Osten Europas.

Ansicht der tschechischen Stadt Tabor
Tabor

Erst nach der politischen Wende in der heutigen Tschechischen Republik entwickelte sich die Städtepartnerschaft zu Tabor zu einer völlig neuen Dimension und ist heute von einer vielfältigen Palette gesellschaftlicher, kultureller und sportlicher Kontakte zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Städte geprägt.

 

Das in Südböhmen gelegene Tábor ist im In- und Ausland heute vor allem als Stadt bekannt, die mit einem bedeutenden Kapitel der europäischen Geschichte - der Hussitenbewegung - unmittelbar verbunden ist. Aus diesem Grund finden in Tabor regelmäßig seit 1992 die erwähnten Taborer Treffens statt. Es beteiligen sich daran Vertreter der Städte und Gemeinden, die den Namen Tabor tragen, als auch Vertreter der historischen Verbündeten, Nachfolger, aber auch Gegner der Hussitenbewegung. Die "TABORER TREFFEN" sind von einem unverwechselbaren Kolorit gekennzeichnet, das auf den Traditionen der Stadt beruht, in der sie stattfinden. Einmal im Jahr wird das Stadtzentrum von Tabor für einige Tage zu einer mittelalterlichen Stadt mit ihren Marktmenschen, Handwerkern und Ritterkämpfen. Diese einzigartige Atmosphäre wird auch durch den feierlichen Umzug durch die Stadt unterstrichen sowie durch vieleandere gesellschaftliche und auch kulturelle Veranstaltungen.

Autofähre Konstanz-Meersburg - "Tabor"

Der geschichtliche Hintergrund der 1984 geschlossenen Städtepartnerschaft zwischen Tabor und Konstanz erinnert hierbei an ein dunkles Kapitel der Intoleranz in der reichsdeutschen Geschichte, in deren Folge am 06.07.1415 der Magister Johannes Hus, Rektor der Karlsuniversität von Prag, Gelehrter, Reformator von Kirche und Gesellschaft, herausragender und beliebter Prediger auf dem Scheiterhaufen jenseits der Stadtmauern der freien Reichsstadt Konstanz verbrannt wurde und in dessen Folge sich die größte Reformations- und Revolutionsbewegung des 15. Jahrhunderts entwickelte und die Städte Konstanz - Tabor - Lodi bereits im Mittelalter auf tragische Weise verknüpfte.

Der Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik wird in Konstanz bereits seit Jahren viel Aufmerksamkeit gewidmet. Symbol hierfür ist auch das "Konstanzer Haus", mitten in der Altstadt von Tabor, und die damit verbundene "Städtepartnerstadt Konstanzer Haus in Tabor GmbH", aber auch die Kontakte der Universität Konstanz zu tschechischen Hochschulen sowie die Veranstaltungen zum Hus-Gedenktag am jeweils 06. Juli. Diese ermöglichten bereits unter den schwierigen politischen Bedingungen der 70er und 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts einen wichtigen grenzüberschreitenden kulturellen Austausch. Dieser gewann nach der „samtenen Revolution" durch die Initiierung der „Deutsch-Tschechischen Kulturbegegnungen in Baden-Württemberg" noch erheblich an Bedeutung. Heute ist Konstanz eine der wichtigsten deutschen Städte für den kulturellen Austausch mit der Tschechischen Republik.

 


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Infos/Aktuelles/Veranstaltungen

Film über Tábor


Nähere Informationen zum diesjährigen Taborer Treffen finden Sie hier: