Die Stadt Konstanz war 2009 Gastgeber der 26. Baden-Württembergischen Literaturtage und lud vom 15. Oktober bis 5. November zu einem umfangreichen, literarischen Programm an den Bodensee. Unter dem Motto "grenzenlos” waren mehr als 80 Schriftsteller und Künstler aus der Region, aus Baden-Württemberg und ganz Deutschland, aus Österreich und der Schweiz in der Stadt zum See zu Gast.
In zahlreichen Lesungen, Aktionen, Literaturspaziergängen und künstlerischen Veranstaltungen wurde das Motto aus den unterschiedlichsten Richtungen beleuchtet. Literarische Grenzgänger luden dazu ein, das Blickfeld zu erweitern, neue Welten zu begreifen und scheinbar klar definierte Schranken durchlässig zu machen - hinweg über Sprachen, Kulturen und Generationen, hinweg über mentale, physische, biographische, politische oder geographische Markierungen. Dabei haben die Veranstaltungen selbst Grenzen überschritten: Literatur traf auf Musik oder auf Bildende Kunst. Literatur ließ sich ein auf die Neuen Medien oder kehrte zurück zu ihrem Ursprung, dem Erzählen. Junge Lyrik überwandt Grenzen von Poetry Slam bis zu Hip Hop. Zahlreiche Highlights hielten die Besucher des Festivals über die Dauer von drei Wochen in Atem.
Eröffnet wurde das Literaturfestival am Donnerstag, 15. Oktober um 20 Uhr im Neuwerk. Den Auftakt gestalteten drei Autoren der Seeanrainer: Annette Pehnt aus Baden-Württemberg, Catalin Dorian Florescu aus der Schweiz und Arno Geiger aus Österreich. Sie gaben Kostproben aus ihren Texten und diskutierten mit Hansgeorg Schmidt-Bergmann, dem Leiter des Museums für Literatur am Oberrhein, über das Thema Grenze.
Nicht fehlen durfte bei einem Baden-Württembergischen Literaturfestival der Georg-Büchner-Preisträger und Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Martin Walser. Am Samstag, 17. Oktober las Walser um 18.30 Uhr im Konstanzer Konzil aus „Ein liebender Mann".
Junge Lyrik boomt. Sie wird in den großen Feuilletons gefeiert, viel gelobte Anthologien kommen auf den Markt und junge Autorinnen oder Autoren erhalten Preise, die bislang nur altehrwürdigen Dichtern vorbehalten waren. Dabei sind zeitgenössische Gedichte vielfältig wie wohl nie zuvor. Bei der „Langen Nacht der jungen Lyrik" am Samstag, 24. Oktober, 21 Uhr im Kommunalen Kunst- und Kulturzentrum K9 bewiesen sieben völlig unterschiedliche Dichter und Dichterinnen, alle nach 1970 geboren, wie spannend, wie unterschiedlich, wie alle denkerische Grenzen überschreitend Lyrik heute ist. Moderiert wurde die Veranstaltung von Matthias Kehle, Lyriker aus Karlsruhe.
Bei einer Sonderausgabe der beliebten „Splitternacht" des Kommunalen Kunst- und Kulturzentrum K9 erhielten am Dienstag, 27. Oktober Konstanzer und Kreuzlinger Autoren die Möglichkeit, sich mit eigenen Texten zum Thema „grenzenlos" zu präsentieren. Für das typische Flair eines Varietétheaters sorgte Pianistin Lena; moderiert wurde der Abend von dem Duo Liebestoll aus Zürich.
Gleich zwei Veranstaltungen widmeten sich dem Poetry Slam: am Freitag, 23. Oktober, 17 Uhr waren auf dem Fährschiff Meersburg ex Konstanz herausragende Vertreter zeitgenössischer Bühnenliteratur und des Poetry Slam zu hören. Am Donnerstag, 5. November, gab es gar ein Länderspiel. Die besten Slampoeten aus Deutschland und der Schweiz traten gegeneinander an und klärten, welches Land sich zukünftig als Slam-Hochburg fühlen durfte.
Mit manchen Lesungen wurde auch die politische Grenze überschritten: Am Sonntag, 18. Oktober las Sibylle Lewitscharoff um 19.30 Uhr im Kreuzlinger Museum Rosenegg aus „Apostoloff". Ebenfalls in der Schweiz las am 1. November um 19.30 Uhr Feridun Zaimoglu aus „Hinterland" - im Plantarium und Sternwarte Kreuzlingen.
Die mündliche Erzählkunst steht als flüchtige Schwester neben der literarischen Erzählkunst und hat ihre besonderen Qualitäten: das mündliche Erzählen entsteht im Moment des Erzählens und Zuhörens, es steht in direktem und unmittelbarem Kontakt mit dem Publikum, lädt die Zuhörerinnen und Zuhörer ein zum Lachen und Weinen, Träumen und Staunen, Mitfiebern und Gruseln. In Anknüpfung an das Mundwerk-Erzählkunstfestival, das 2005 und 2007 in Konstanz und Kreuzlingen stattfand, kamen zum Mundwerk-Erzählkunsttag am Donnerstag, 22. Oktober drei renommierte ErzählerInnen und Erzähler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Konstanz. Besucher freuten sich auf Gabi Altenbach und Cordula Gerndt aus München, Katharina Ritter aus Vorarlberg und Jürg Steigmeier aus Zurzach!
Bei zahlreichen Veranstaltungen war der Eintritt kostenlos. Bei allen anderen konnten die Karten bequem im Vorverkauf erworben werden. Für alle Festivalgäste, die mit mehreren Veranstaltungen eintauchen wollten in das Erlebnis Literatur, für die lohnte sich der Festivalpass: Für 33 Euro (28 Euro für Studenten) war der Eintritt zu allen Veranstaltungen der Literaturtage frei. Mit der Literatur-Karte für 5 Euro erhielt man beim Besuch der Veranstaltungen den ermäßigten Eintrittspreis! Der Festivalpass wie auch die Literatur-Karte waren nur im Kulturbüro Konstanz erhältlich.
Kulturbüro Konstanz
Wessensbergstraße 39
D - 78462 Konstanz
Tel. 0049 (0)75 31 / 900 900
Theater Konstanz (ab dem 10. September!)
Inselgasse 2-6
D - 78462 Konstanz
Tel. 0049 (0)7531 / 900-150
Buchhandlung Homburger & Hepp
Münsterplatz 7
D - 78462 Konstanz
Tel. 0049 (0)7531 / 90810
Osiandersche Buchhandlung Konstanz GmbH
Kanzleistraße 5
D - 78462 Konstanz
Tel. 0049 (0)7531 282378
Konstanzer Bücherschiff
Paradiesstraße 3
D - 78462 Konstanz
Tel. 0049 (0)75 31 / 26007
Zuletzt aktualisiert am: 13.08.2009
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